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Bochum, Bonn und Marburg gewinnen Wettbewerb für weltoffene Universitäten

25.10.2006 - (idw) Alexander von Humboldt-Stiftung

Siegeruniversitäten erhalten jeweils bis zu 125.000 Euro zum Aufbau von "Welcome Centres" für die bessere Betreuung ausländischer Forscher Die Universitäten Bochum, Bonn und Marburg sind die Gewinner des Welcome-Centres-Wettbewerbs für weltoffene Universitäten in Deutschland, den die Alexander von Humboldt-Stiftung, die Deutsche Telekom Stiftung und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft im Frühjahr gestartet hatten. Sie setzten sich in einem Feld von 32 Bewerbern durch. Die Universitäten Bayreuth und Braunschweig erhalten Belobigungen.

Ausgezeichnet werden Hochschulen, die mit innovativen Konzepten dafür sorgen, dass sich internationale Forscherinnen und Forscher in Deutschland willkommen fühlen und sich unter besten äußeren Bedingungen ganz auf ihre Arbeit konzentrieren können. Die drei ausgewählten Universitäten werden als "Welcome Centre für international mobile Forscher" ausgezeichnet und erhalten jeweils bis zu 125.000 Euro zur Verwirklichung ihrer Ideen. Die Preisverleihung und die Vorstellung einer Publikation mit den besten Ideen wird am 25. Januar 2007 in Berlin stattfinden.

Mit dem Wettbewerb soll ein Impuls für die Internationalisierung der deutschen Universitäten gegeben und Internationalität als Gütesiegel für wissenschaftliche Exzellenz gestärkt werden. "Zu einer wirklich exzellenten Universität gehört, dass sie international attraktiv ist und dass sich ausländische Forscher an ihr willkommen fühlen und gut betreut werden", sagte der Vorsitzende der Auswahl-Jury und Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung Professor Dr. Wolfgang Frühwald. "Der Wettbewerb hat auch Nachholbedarf gezeigt. So war für viele der Universitäten die Bewerbung der Anlass, erstmalig zentral die Anzahl der ausländischen Forscher zu erfassen und ihre Erfahrungen im Umgang mit dieser Zielgruppe zu bündeln", sagte Jurymitglied Dr. Heinz-Rudi Spiegel vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.

Die drei Siegeruniversitäten erfüllten nach Ansicht der Jury am besten die ausschlaggebenden Kriterien, wie die Schlüssigkeit des Gesamtkonzepts, eine genaue Fokussierung auf die Zielgruppe der Forscher, ein deutlicher Mehrwert, der über die Finanzierung bestehender Maßnahmen hinausgeht, die Ausrichtung der internen Organisation auf eine bessere Zusammenarbeit bei der Betreuung sowie die Nachhaltigkeit und dauerhafte Weiterführung der neuen Strukturen über die Finanzierung aus den Wettbewerbsmitteln hinaus.

Zu den geplanten Maßnahmen gehören beispielsweise die individuelle Betreuung der Wissenschaftler vom Abholservice am Flughafen und Empfang beim Rektor über die Hilfe bei der Wohnungssuche und Behördengängen bis zur Integrationshilfe für die mitreisende Familie, Jobsuche für die begleitenden Partner sowie Sprachkurse, die Vernetzung mit Forscherkollegen und die Zusammenarbeit mit Personalberatungsagenturen für aus dem Ausland zurückkehrende Wissenschaftler und vieles mehr. Daneben überzeugte die Universität Bonn beispielsweise besonders durch eine starke Vernetzung des geplanten Welcome Centres mit weiteren in Bonn oder der Region angesiedelten Forschungseinrichtungen. Die Universität Bochum schrieb die Betreuung der Forscher als universitätsübergreifende Aufgabe fest, die durch interne Verträge zwischen den einzelnen Abteilungen gesichert wird. Marburg ragte mit einem besonders persönlichen Ansatz hervor, etwa mit Betreuungsteams, die mit Emeriti besetzt sind. Beeindruckt war die Jury zudem vom Anspruch Marburgs, die Serviceleistungen für Forscher am Niveau der Forschungsqualität der Universität zu messen. Belobigt wurden die Universität Braunschweig für ihr vorbildliches Konzept eines Internetportals sowie die Universität Bayreuth für die Idee einer Nachbetreuung der Wissenschaftler, eine Gästekarte der Stadt Bayreuth und die interne Meldepflicht der Lehrstühle für ausländische Wissenschaftler.

Die Jury aus Vertretern der beteiligten Organisationen, Wissenschaftlern und Experten im internationalen Wissenschaftleraustausch war von der Anzahl hervorragender Bewerbungen beeindruckt: "Die harte Konkurrenz und die starke Beteiligung von insgesamt 32 Universitäten zeigt die Attraktivität der Idee eines Welcome Centres. Viele Bewerber begreifen den Service für internationale Forscher als Marketingvorteil im internationalen Wettbewerb. Wir hoffen, dass Vieles aus den Konzepten, die nicht prämiert werden konnten, dennoch umgesetzt werden wird", sagte Jury-Mitglied Dr. Ekkehard Winter, der Geschäftsführer der Deutsche Telekom Stiftung.

Pressekontakt:
Antonia Petra Dhein und Richard Sporleder
Tel: +49 (0)228 833-257; Fax: -441; E-Mail: presse@avh.de

Die Alexander von Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 1.800 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit rund 22.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in 130 Ländern - unter ihnen 40 Nobelpreisträger.

Die Deutsche Telekom Stiftung

Die gemeinnützige Deutsche Telekom Stiftung engagiert sich für eine Verbesserung der Bildung in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Technik. Sie setzt sich dabei gleichermaßen für die Basis- wie die Spitzenförderung und arbeitet entlang der Bildungskette in den vier Themenschwerpunkten Frühe Förderung, Weiterführende Schule, Hochschule und Innovation.


Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft?

?ist die Gemeinschaftsinitiative der Wirtschaft zur Förderung eines international wettbewerbsfähigen Wissenschaftssystems. Dafür stehen ihm jährlich rund 30 Millionen Euro aus Spenden seiner Mitgliedsunternehmen und Förderer zur Verfügung sowie knapp 100 Millionen Euro aus den Kapitalerträgen von 370 Stiftungen, die im Stifterverband betreut werden.

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