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Vom Feld in den Tank: Kooperationsforum Nachwachsende Rohstoffe - Potenzial für Energie und Chemie

25.10.2006 - (idw) Bayern Innovativ Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer mbH

25. Oktober 2006, Tagungszentrum Postsaal, Trostberg

o Pflanzen und Holz für Biokraftstoffe - Interesse der Automobil- und Mineralölindustrie
o Biogene Rohstoffe auch für Synthese von Chemie-Produkten
o Innovationen durch Zusammenarbeit - vom Saatgut über die Biotechnologie bis zur chemischen Verfahrenstechnik Trostberg/Nürnberg. Raps, Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben - wer bei diesen pflanzlichen Produkten nur an Nahrungsmittel denkt, liegt seit einigen Jahren nur noch bedingt richtig. Pflanzliche Rohstoffe werden zunehmend zur Gewinnung von Biokraftstoffen oder als Basis für die so genannte Weiße Biotechnologie verwendet, z.B. um Biopolymere, Aminosäuren, Vitamine oder verschiedenste Chemikalien herzustellen.

Derzeit werden den fossilen Kraftstoffen bis zu 5 % Biodiesel bzw. Bioethanol zugesetzt. Speziell ausgerüstete Fahrzeugflotten können mit 100 % Biodiesel betrieben werden. So genannte Flexible Fuel Vehicles (FFV) nutzen ein Gemisch aus 85 % Ethanol und 15 % Benzin. Darüber hinaus wird das Kraftstoff-Additiv ETBE, das herkömmlichen Kraftstoffen für verbesserte Klopffestigkeit zugesetzt wird, aus Bioethanol hergestellt. Bis 2015 wird eine Steigerung des Einsatzes von Biokraftstoffen von heute etwa 4 % auf knapp 20 % prognostiziert.
Die Chemische Industrie erzeugt mit Hilfe biotechnologischer Verfahren bereits heute eine Vielzahl von Produkten auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Beispiele sind fermentativ hergestellte Aminosäuren bei Degussa und Wacker, Vitamine (BASF und DSM)und die großtechnische Herstellung des Biopolymers Polylactid bei Cargill Dow. Bis 2010 könnten nahezu 20 % solcher Produkte über biotechnologische Verfahren produziert werden.

Vorteile nachwachsender Rohstoffe sind die verringerte Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und Erdöl-basierten Grundstoffen sowie die positive Auswirkung bezüglich der CO2-Bilanz.
Die Voraussetzungen für den Einsatz biotechnischer Verfahren haben sich in den letzten Jahren verbessert. Neue Werkzeuge wie Screening- und Analyse-Methoden wurden entwickelt, maßgeschneiderte Biokatalysatoren und Mikroorganismen sind für die verfahrenstechnischen Prozesse verfügbar. Gute Standortbedingungen sind in Deutschland gegeben durch die räumliche Nähe von Chemie- und Biotech-Industrie sowie einer exzellenten wissenschaftlichen Infrastruktur.
Durch die Zusammenarbeit von Pflanzenzüchtern, Chemikern, Biologen, Verfahrenstechnikern und potenziellen Kunden gelingen weitere neuartige Technologien für einen umfassenderen Einsatz von Nutzpflanzen, in der Chemie und im Energie-Sektor.

Diesen interdisziplinären Charakter greift die Bayern Innovativ GmbH als Koordinator des Netzwerkes "Life Science Bavaria" und als Träger des Bayerischen Energie-Forums auf und konzipiert und organisiert in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftszentrum Straubing und der Degussa in Trostberg das erste interdisziplinäre Kooperationsforum "Nachwachsende Rohstoffe - Potenzial für Energie und Chemie".

Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft präsentieren aktuelle Forschungsvorhaben, berichten über neueste chemische und biotechnologische Prozesse zur Herstellung von Kraftstoffen und Chemieprodukten und skizzieren Marktperspektiven aus Sicht der Mineralöl- und Chemie-Industrie. Als Statementgeber und Referenten sind unter anderem Dr. Joachim Semel (Degussa AG / CHEMIEPARK TROSTBERG), Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich (Technische Universität München, Straubing), Ferdinand Fiedler (BioMa Energie AG, Salzburg / Neue Vermögen AG, Traunstein), Dr. Oliver Busch (Deutsche BP AG, Bochum) sowie Dr. Günter Wich (Wacker Chemie AG, München) zu nennen.

Ziel des Forums ist es, über aktuelle und zukünftige Strategien zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe zu informieren, neue Kontakte zwischen Experten und potentiellen Kunden zu etablieren und Impulse für weitere innovative Entwicklungen, unter anderem im Zukunftsfeld der Weißen Biotechnologie, zu setzen.
Im Vorfeld des Forums besteht die Möglichkeit, den CHEMIEPARK TROSTBERG zu besichtigen (8.30 - 9.30 Uhr).

150 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet, aus Österreich und den Niederlanden haben sich angemeldet, darunter Firmen aus der chemischen Industrie, der Biotechnologie, aus den Bereichen Saatgut, Verfahrenstechnik und Motorenbau sowie Forschungsinstitute und Universitäten aus München, Erlangen, Berlin.
Prof. Dr. Josef Nassauer, Geschäftsführer Bayern Innovativ GmbH, Nürnberg: "Die intensive Zusammenarbeit von Experten aus unterschiedlichen Branchen und wissenschaftlichen Disziplinen führt zu neuen Technologien und Verfahren und eröffnet weitere Chancen zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe".


Information:
Dr. Matthias Konrad
Projektleitung
Tel. 0911-20671-148, konrad@bayern-innovativ.de

Dr. Petra Blumenroth
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0911-20671-116, blumenroth@bayern-innovativ.de
Weitere Informationen: http://www.bayern-innovativ.de/rohstoffe2006
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