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Professor Dr. Manfred Cierpka nahm Heigl-Preis 2006 entgegen

30.10.2006 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Ehrung für neues Klassifikationssystem von psychischen Erkrankungen "Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik (OPD)" / Bessere Planung von Psychotherapie möglich Professor Dr. Manfred Cierpka, Ärztlicher Direktor des Instituts für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie am Universitätsklinikum Heidelberg, ist am 28. Oktober 2006 der mit 10.000 ¤ dotierte Heigl-Preis 2006 übergeben worden. Er nahm den Preis im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie in Heidelberg stellvertretend für den Arbeitskreis "Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik" (OPD) als dessen Sprecher entgegen. Die OPD ist ein wegweisendes neues Klassifikationssystem, das eine differenzierte Diagnostik und Therapieplanung bei psychischen Erkrankungen erlaubt.

Der Heigl-Preis, benannt nach seinen Stiftern, den verstorbenen Düsseldorfer Psychosomatikern Professor Franz und Annelise Heigl, wird seit 2004 jährlich von der Universität Düsseldorf für herausragende Arbeiten zur psychodynamisch orientierten Psychotherapieforschung vergeben.

Neues System erfasst Krankheitserleben des Patienten und Beziehungsmuster

Der Heigl-Preis würdigt die Erarbeitung der zweiten Version der "Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik (OPD-2)". Dabei handelt es sich um ein System zur Planung von Psychodiagnostik und -therapie. "Dieses Klassifikationssystem soll dabei helfen, seelische Erkrankungen weltweit angemessener zu erfassen und zu behandeln", erklärt Professor Cierpka. Die Internationale Klassifikation für Erkrankungen (ICD) der WHO sei zu ungenau, da sie die Krankheitsphänomene lediglich beschreibe und symptomorientiert erfasse. Das OPD-System dagegen berücksichtigt, wie der Patient seine Krankheit erlebt, in welchen Beziehungsmustern er sich bewegt und welche unbewussten Konflikte in ihm vorgehen.

Die erste Version der OPD wurde 1996 veröffentlicht und hat sich mittlerweile in vielen Ausbildungsinstituten und Kliniken als Standardinstrument durchgesetzt. Das OPD-Manual ist in viele Sprachen übersetzt worden und habe, so Cierpka, "zu einer transparenteren Diskussion psychoanalytischer Einschätzungen geführt."

Meilenstein für Therapieplanung, Forschung und Qualitätssicherung

Die im März 2006 veröffentlichte zweite Version der OPD ist viel mehr als nur eine überarbeitete Auflage des Originalmanuals. Sie beruht auf wissenschaftlichen Studien mit der ersten Version, zahlreiche Trainingsseminare mit insgesamt ca. 4.000 Psychotherapeuten und einem reichen Schatz an Erfahrungen in der klinischen Anwendung. Dabei wurde die OPD vom rein diagnostischen System zum Instrument für die Therapieplanung weiterentwickelt. Auch Veränderungen durch die Therapie können leichter nachvollzogen werden.

Professor Cierpka geht davon aus, dass sich die OPD in der Therapieplanung, der Beantragung von psychotherapeutischen Leistungen bei den Krankenkassen, in der Forschung, in der Qualitätssicherung, aber auch im Gutachterwesen in Deutschland und international immer mehr durchsetzen wird.

Anprechpartner:
Professor Dr. Manfred Cierpka
Telefon: 06221 / 56 4701 (Sekretariat)

E-Mail: manfred.cierpka@med.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

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