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"Targeted therapy" - neues Konzept in der Krebsbehandlung

30.10.2006 - (idw) Universität Leipzig

Auf der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie in Leipzig beschäftigt man sich mit neuen Behandlungsmethoden, z. B. mit der sogenannten "Targeted therapy", sowie mit aktuellen Erkenntnissen aus Diagnostik und Grundlagenforschung zu bösartigen Tumoren. Aber auch Fragen der Finanzierbarkeit der Krebsbehandlung und gesundheitspolitische Fragen stehen auf der Tagesordnung. Zeit: 04. November 2006 bis 08. November 2006
Ort: Congress Center Leipzig
Messe-Allee 1

Einladung zur Pressekonferenz s.u.

"Krebs" ist nach wie vor eine gefürchtete Diagnose; Heilung ist nicht immer möglich. "Dennoch sind wir ein gutes Stück vorangekommen." erklärt Tagungspräsident Prof. Dr. Dietger Niederwieser, Tagungspräsident und Leiter der Hämatologie und Onkologie inklusive der Carreras-Transplantationseinheit an der Universität Leipzig. Inzwischen weiß man viel mehr über die Natur des Krebses als noch vor wenigen Jahren. Das hat Eingang gefunden in Diagnose und Behandlung der Erkrankung. "Man kann durchaus von bahnbrechenden neuen Methoden der Krebstherapie sprechen.", so Niederwieser.

Hinter "Targeted therapy" z. B. verbirgt sich ein ganz neues Konzept in der Krebsbehandlung. Neu entwickelte Medikamente greifen fast nur die entarteten Zellen an und hemmen dessen Vermehrung. Sie "verwandeln" manche bösartige Tumoren in eine chronische Erkrankung. Solange man diese Medikamente nimmt, kann man einige Tumoren in Schach halten. Zusätzlich kann man das Wachstum von gewissen Tumoren durch Blockade von Gefäßneubildungen, die zur Ernährung des Tumors notwendig sind, verhindern. Auch gibt es nun klare Vorstellungen wie man durch Einsatz des eigenen Immunsystems (z.B. durch Impfungen zur Vorbeugung und Behandlung bösartiger Erkrankungen) die noch im Körper des Patienten verbliebene Tumorerkrankung besiegen kann.

Diese Therapien stehen auch auf der Tagesordnung der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie in Leipzig. Sie werden auch auf einer Pressekonferenz vorgestellt:

1. Patiententag, Pflegetagung und wissenschaftlicher Kongress

Prof. Dr. med. Dieter Lutz aus Linz, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, umreißt das vielseitige Programm der Jahrestagung, das mit einer Patientenveranstaltung beginnt, die Pflegekräfte involviert und mit einem umfangreichen wissenschaftlichen Programm aufwartet, das Wissenschaftler aus Grundlagenforschung und Klinik zusammenführt sowie wirtschaftliche und gesundheitspolitische Fragestellungen nicht ausspart.

2. Die drei deutschsprachigen medizinischen Gesellschaften

Dr. med. Jörg Nadig, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für medizinische Onkologie stellt kurz die drei Gesellschaften vor und erklärt die Bedeutung eines gemeinsamen Kongresses.

3. Blockieren und Aushungern

Wissenschaftler haben festgestellt, dass für bösartige Tumoren bestimmte Proteine, die so genannten Tyrosinkinasen, eine extrem wichtige Rolle spielen. Diese Eiweiße führen zur unkontrollierten Vermehrung von bösen Zellen, können aber seit geraumer Zeit, zumindest bei manchen Tumorarten, spezifisch blockiert werden. Damit kann der Tumor nicht weiter wachsen, die Mutterzellen des Krebses werden allerdings nicht zerstört. Aus der bösartigen Erkrankungen wird so bei manchen Tumoren eine chronische Erkrankung, die so lange beherrschbar ist, wie der Patient das Medikament nimmt. Eine weitere Möglichkeit besteht nicht nur darin, die Vermehrung der Krebszellen zu blockieren, sondern auch diese aushungern zu lassen. Auch die Neubildung von Gefäßen kann durch eine gezielte Therapie heute gehemmt werden, weswegen der Tumor die notwendigen Nährstoffe nicht mehr erhält und deshalb schrumpft. Wie das vor sich geht und was dadurch erreicht wird, erklärt Prof. Dr. med. Dieter Hölzer aus Frankfurt.

4. Killerzellen vernichten den Krebs

Die Immuntherapie hat zunehmende Bedeutung in der Krebstherapie erlangt. Tumorstammzellen können meistens nicht durch die oben genannten Medikamente vernichtet werden. Deshalb wird die Immuntherapie auf verschiedenen Ebenen weiterentwickelt. Zelluläre Therapien, wie sie z.B. bei der Stammzelltransplantation eingesetzt werden, können bis ins hohe Alter mit großem Erfolg eingesetzt werden. Aber auch Impfungen zur Vorbeugung und zur Behandlung bösartiger Erkrankungen sind Realität geworden. Schließlich können auch Zellen außerhalb des Körpers geimpft werden, damit sie dann die richtigen Killerzellen zu Vermehrung bringen. Die Entdeckung von immer neuen Eiweißmolekülen, die solche Immunreaktionen auslösen können, verbessert die Erfolgsaussichten. Über die Rolle der Immuntherapie bei bösartigen Erkrankungen spricht Tagungspräsident Prof. Dr. med. Dietger Niederwieser aus Leipzig.

5. Neue Medikamente müssen bezahlbar bleiben

Die neuen Therapien und Behandlungsmethoden kosten sehr viel Geld. Damit die Sicherheit des Patienten weiterhin oberstes Gebot bleibt, ist gesundheitspolitisches Handeln gefragt, das unnötigen Bürokratismus vermeidet und medizinischen Fortschritt nicht behindert. Das Problem erörtert Prof. Dr. Gerhard Ehninger, Präsident der DGHO aus Dresden.
weitere Informationen

Prof. Dr. Dietger Niederwieser
Telefon: 0341 97-13050
E-Mail: haematologie@medizin.uni-leipzig.de
www.uni-leipzig.de/~haemonko

Einladung zur Pressekonferenz

Neue Therapiekonzepte und andere Themen (s.o.) werden auf der Pressekonferenz anlässlich der Jahrestagung der Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie Deutschlands, Österreichs und der Schweiz vorgestellt:

Zeit: 07. November 2006, 13:45 Uhr
Ort: Congress Center Leipzig
Vortragsraum 11
Messe-Allee 1

Bitte teilen Sie uns unter:
Telefon: 0341 97-35020
Telefax: 0341 97-35029

E-Mail: adams@uni-leipzig.de
mit, ob Sie an der Pressekonferenz teilnehmen möchten.

Sie können sich bereits am Empfang akkreditieren lassen. Dort erhalten Sie auch das Kongressmaterial. Die Pressemappen werden wie immer zur Pressekonferenz ausgegeben.

Bildgebende Medien und Redaktionen, die für die Berichterstattung zum Kongress Aufnahmen aus dem Krankenhaus oder Beispiele von erfolgreicher Behandlung mit den neuen Medikamenten brauchen, bitten wir, sich bereits im Vorfeld der Jahrestagung an uns zu wenden. Während der Veranstaltung bestehen solche Möglichkeiten nicht.

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