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Kulturelle Modelle des Säuglingsalters

30.10.2006 - (idw) Kulturwissenschaftliches Institut

Ein öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Heidi Keller (Universität Osnabrück) am 6. November 2006 um 18.15 Uhr im Kulturwissenschaftlichen Institut, Essen. Menschliche Neugeborene kommen zur Welt mit einem universellen Repertoire an Anlagen. Welche Anlagen letztendlich ausgebildet werden, hängt davon ab, was aktiviert und was vernachlässigt wird. Die Aktivationsmuster repräsentieren soziokulturelle Präferenzen, die gleichzeitig Adaptationen an spezifische Kontexte darstellen. Mit den ersten sozialen Erfahrungen konfiguriert der Säugling so die Architektur seiner Psyche. Entsprechend liegen Befunde vor, die aufweisen, dass nicht nur die Art und Qualität der sozialen Beziehungen kulturspezifisch variieren, sondern auch der kognitive Apparat (Informationsaufnahme und -verarbeitung, Aufmerksamkeitsmuster, Lernstile). Der Vortrag wird anhand der soziokulturellen Orientierungen der Autonomie und Verbundenheit kulturspezifische Entwicklungspfade aufweisen (Autonomie und Verbundenheit als soziokulturelle Orientierungen, kulturinformierte kognitive Stile, die Bedeutung sozialer Erfahrungen für die Entwicklung des Gehirns und des Selbstkonzeptes; die formende Rolle der ersten beiden Lebensjahre).

Heidi Keller leitet ein systematisches Forschungsprogramm zu kulturinformierten Entwicklungspfaden. Sie promovierte 1975 in Mainz und habilitierte 1984 an der technischen Hochschule Darmstadt. Seit 1984 leitet sie an der Universität Osnabrück die Abteilung "Entwicklung und Kultur". Sie hatte verschiedene Gastprofessuren am National Institute of Health, Bethesda, ML, der Universidad de Costa Rica in San Jose und der MS-University of Baroda, Indien, inne, wo sie auch die Nehru Chair Professorship inne hatte. Sie war Fellow am Netherlands Institute for Advanced Study, Wassenaar, und am Advanced Study Center der MS-University of Baroda

Heidi Keller ist Gast der interdisziplinären Forschungsgruppe "Was ist der Mensch? Kultur - Sprache - Natur", die gemeinsam vom Kulturwissenschaftlichen Institut, Essen und der Universität Dortmund getragen wird.

Die Veranstaltung ist öffentlich. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.kwi-nrw.de oder unter der Telefonnummer 0201/7204-213.
Weitere Informationen: http://www.kwi-nrw.de
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