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Nobelpreisträger Reinhard Selten spricht in Bielefeld - Eröffnungskolloquium des SFBs 673 "Alignment in Communicat

02.11.2006 - (idw) Universität Bielefeld

Eröffnungskolloquium des Sonderforschungsbereichs 673 "Alignment in
Communication" im Zentrum für interdisziplinäre Forschung

Pressegespräch am 9. November um 15 Uhr im Zentrum für interdisziplinäre
Forschung

Mit einem prominenten Festredner wird der neue Sonderforschungsbereich 673 "Alignment in Communication" an der Universität Bielefeld eröffnet: Der Nobelpreisträger Professor Reinhard Selten spricht am Donnerstag, 9. November, im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) über "Die Emergenz einfacher Sprachen in einem Koordinations-Experiment". Das öffentliche Symposium beginnt um 18 Uhr.

Anlässlich des Eröffnungskolloquiums laden die Veranstalter interessierte Pressevertreter zum Pressegespräch ein. Zur Verfügung stehen neben Professor Reinhard Selten auch die Vertreter des SFB 673 Professor Gert Rickheit (Sprecher), Professor Gerhard Jäger und Professor Ipke Wachsmuth.
Ort: Zentrum für interdisziplinäre Forschung, Raum "Corner 214"
Zeit: 15 Uhr

Reinhard Selten, Jahrgang 1930, erhielt 1994 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft. Gemeinsam mit seinen amerikanischen Kollegen John C. Harsanyi und John F. Nash wurde er für seine Forschungsarbeiten zur Spieltheorie ausgezeichnet.

Die Spieltheorie befasst sich allgemein mit der Entscheidungsfindung in Situationen, die von mehreren beteiligten Akteuren beeinflusst werden. Dazu zählen wirtschaftliches Handeln, aber auch andere Arten des interaktiven Gegen- und Miteinanders, wie zum Beispiel Kommunikation. Die Spieltheorie trifft Voraussagen darüber, wie sich einzelne Individuen in derartigen strategischen Entscheidungssituationen verhalten. Dabei müssen die "Spieler" keine bewusst handelnden Personen sein - in der Biologie etwa wird die Spieltheorie auch eingesetzt, um die Evolution von Genen zu untersuchen.

Die Spieltheorie ist ein etabliertes Werkzeug bei der Analyse volkswirtschaftlicher und biologischer Fragen. Zudem hat sie in den vergangenen Jahren auch in anderen sozial- und kognitionswissenschaftlichen Disziplinen deutlich an Einfluss gewonnen. So befasst sich innerhalb des neuen Bielefelder Sonderforschungsbereiches eine Forschergruppe unter der Leitung von Professor Gerhard Jäger mit der spieltheoretischen Modellierung von Sprachentwicklung und -wandel. In seinem Vortrag wird Reinhard Selten anhand eines psychologischen Experiments erläutern, welche Rolle Kommunikation bei der Lösung von kooperativen Entscheidungsproblemen spielt.

Mit der Bielefelder Universität ist der Nobelpreisträger übrigens bestens vertraut: Von 1972 bis 1984 lehrte Selten als Professor im Bereich Wirtschaftsmathematik; 1989 verlieh ihm die Hochschule die Ehrendoktorwürde. Aktuell ist Reinhard Selten Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Universität Bielefeld, dem insgesamt 17 Professorinnen und Professoren aus dem In- und Ausland angehören. Nicht zuletzt die persönliche Bekanntschaft aus dieser Zeit ermöglichte es dem Sprecher des Sonderforschungsbereiches, Professor Gert Rickheit, den viel gefragten Kollegen als Festredner zu gewinnen.

An das Eröffnungs-Symposium schließt am Freitag, 10. November, ein ganztägiges englisch-sprachiges Kolloquium zum Thema "Games in Communication" an, für das die Veranstalter ebenfalls hochkarätige Referenten gewinnen konnten. So wird Johan van Benthem, Professor in Amsterdam und Stanford und Träger des Spinoza-Preises, über die Bedeutung der Spieltheorie für die Grundlagen von Logik und Linguistik sprechen.

Weitere Redner sind Robert van Rooij (Amsterdam) und Kris de Jaegher (Utrecht), die sich mit spieltheoretischen Ansätzen für sprachphilosophische Probleme befassen. In den Vorträgen von Frank Riedel (Bonn), Christina Pawlowitsch (Wien) und Gerhard Jäger (Bielefeld) geht es um die Modellierung der kulturellen Evolution von Sprache. Das Tagungsprogramm und ein Anmeldeformular sind unter der Web-Adresse http://wwwhomes.uni-bielefeld.de/gjaeger/GamesInCommunication.html zu finden.

Die Prominenz der Gäste ist der Bedeutung des Sonderforschungsbereiches durchaus ange-messen. Mit einer Laufzeit von maximal zwölf Jahren, von denen die ersten vier Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft verbindlich bewilligt sind, und Finanzmitteln von 1,5 Millionen Euro pro Jahr ist der SFB 673 eines der größten Forschungsprojekte an der Universität Bielefeld. In interdisziplinärer Zusammenarbeit beschäftigen sich Linguisten, Informatiker und
Neurowissenschaftler mit der "Mensch-Mensch- und Mensch-Maschine-Kommunikation".

Ziel ist die Entwicklung eines einheitlichen, in der Praxis anwendbaren Prozessmodells der Kommunikation, das automatisierte und bewusst gesteuerte Abläufe erfasst. Der Sonderforschungsbereich hat bereits am 1. Juli seine Arbeit aufgenommen.

Pressekontakt für das Symposium:
Prof. Dr. Gert Rickheit
Telefon 0521/106-6928
E-Mail: gert.rickheit@uni-bielefeld.de

Pressekontakt für das Kolloquium zur Spieltheorie:

Prof. Dr. Gerhard Jäger
Telefon 0521/106-3576
E-Mail: gerhard.jaeger@uni-bielefeld.de

Pressemitteilung Nr. 178/2006
Universität Bielefeld
Informations- und Pressestelle
Ingo Lohuis - Pressesprecher
Telefon: 0521/106-4145 (Sekretariat: 4146)
Fax: 0521/106-2964
E-Mail: ingo.lohuis@uni-bielefeld.de
Internet: www.uni-bielefeld.de
Weitere Informationen: http://wwwhomes.uni-bielefeld.de/gjaeger/GamesInCommunication.html
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