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China ehrt Bonner Wissenschaftler

03.11.2006 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Es ist eine Ehre, die nur wenigen Wissenschaftlern zuteil wird: Im November 2005 fand in Taipeh ein internationales sinologisches Symposium statt, das dem akademischen Lebenswerk Professor Dr. Rolf Trauzettels gewidmet war. Trauzettel ist Emeritus der Universität Bonn. Seine Leistungen werden nun mit der Übersetzung seiner sämtlichen Arbeiten sowie einem umfangreichen Tagungsband in deutscher und chinesischer Sprache gewürdigt. "Personen- und Individuumsbegriff in China und im Westen - Der Beitrag der Bonner Sinologischen Schule um Professor Rolf Trauzettel": Unter diesem Titel stand die internationale Konferenz an der Fujen-Universität in Taipeh, die ein enormes Interesse an dem Werk des Bonner Sinologen auslöste - sowohl in Taiwan als auch auf dem chinesischen Festland. Momentan werden sämtliche Werke des Emeritus übersetzt. Auch der nun erschienene zweisprachige Tagungsband macht das Werk der Bonner Sinologen der chinesischsprachigen Welt zugänglich.

Professor Dr. Rolf Trauzettel war von 1975 bis 1995 Direktor des Sinologischen Seminars der Universität Bonn. "Sein Wirken in den Bereichen Geschichte, Kulturanalyse und Philosophie ist geprägt von der kompromißlosen Schärfe eines Denkens, das auch Reibung und Provokation als Mittel des Dialogs nicht scheut", sagt Jari Grosse-Ruyken, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Abteilung für Sprache und Geschichte Chinas und jüngster Teilnehmer der Konferenz.

Die Arbeiten Rolf Trauzettels und seiner Schüler verwahren sich gegen eine "ethnozentristische" Beschreibung des chinesischen Kulturraumes, die mit Gewalt versucht, abendländische Konzepte in China wiederzufinden. Als gemeinsamer inhaltlicher Schwerpunkt läßt sich die Subjektsproblematik bezeichnen, die auch Thema der Konferenz war. Ihr kommt sowohl für die Erforschung des chinesischen Altertums als auch für die gegenwärtigen Transformationsprozesse Chinas überragende Bedeutung zu. Trauzettels Schüler sehen inzwischen die chinesische Kultur als eigenständiges System, das nicht am Maßstab des Abendlands gemessen werden sollte.

"Die Konferenz und der nun erschienene Band zum Schaffen Rolf Trauzettels sind nicht nur eine in China außergewöhnliche Würdigung seiner Leistungen", betont der heutige Lehrstuhlinhaber Professor Dr. Wolfgang Kubin, selbst Inhaber mehrerer chinesischer Ehrenprofessuren. "Sie sind auch ein wichtiger Schritt im Dialog zwischen China und dem Westen."

Kontakt:
Jari Grosse-Ruyken
Abteilung für Sprache und Geschichte Chinas, Universität Bonn
Telefon: 0228/73-7728
E-Mail: jari.grosse-ruyken@uni-bonn.de

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