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"Arisierung" in Thüringen

08.11.2006 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Neuer Band von Historikern der Universität Jena wird am 9. November in Weimar vorgestellt Jena (08.11.06) In der Ideologie der Nationalsozialisten waren die "Arier" anderen Menschen überlegen. Die "Arisierung" war das erklärte Ziel der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Und dieser brutale Prozess begann unmittelbar nach der Machtergreifung der NSDAP im Jahr 1933. Bereits am 29. März wurde ein 11-Punkte-Programm zum Boykott jüdischer Geschäfte veröffentlicht. Die "Arisierung" umfasste die systematische Entrechtung und Enteignung jüdischer Bürger und ihre Vertreibung aus Deutschland. Die Nürnberger Rassegesetze von 1935 legten fest, wer als Jude oder "Mischling" galt und wer "Arier" war. Juden, Slawen, viele asiatische Ethnien in der Sowjetunion, Homosexuelle, viele Kranke und Behinderte sowie Roma, Sinti und andere Ethnien wurden als minderwertig angesehen, zunehmend verfolgt und schließlich in Massen ermordet.

Diese Taten machten auch um Thüringen keinen Bogen. Hier waren ebenfalls Bürger bei der Umsetzung dieser rassistischen Ziele aktiv beteiligt oder duldeten die Vorgänge. Von Historikern der Universität Jena gesammelte Dokumente belegen, dass sich diese Verfolgungen keineswegs immer nur im Geheimen abspielten.

Dies belegt ein neuer Sammelband mit Quellen zur Geschichte Thüringens, den Dr. Monika Gibas gemeinsam mit Geschichts-Studenten der Universität Jena erarbeitet und gerade herausgegeben hat. Die zweibändige Sammlung ",Arisierung' in Thüringen. Entrechtung, Enteignung und Vernichtung der jüdischen Bürger Thüringens 1933-1945" wird am 9. November der Öffentlichkeit vorgestellt. Zur Lesung mit anschließender Diskussion, die am Donnerstag um 19.30 Uhr im Hauptstaatsarchiv Weimar (Marstallstr. 2) stattfindet, sind interessierte Gäste herzlich eingeladen.

Die Bände werden von der Landeszentrale für politische Bildung (www.lzt.thueringen.de) verlegt und können dort (Regierungsstraße 73, 99084 Erfurt) gegen eine Versandpauschale von 3 Euro innerhalb Thüringens (außerhalb Thüringens 5 Euro) bezogen werden.

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