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"Web-basiertes Lernen" - Workshop am Institut Arbeit und Technik

08.05.2002 - (idw) Institut Arbeit und Technik

Konzepte, Praxisbeispiele und Tendenzen - Europäischer Erfahrungsaustausch in der beruflichen Bildung von Behinderten

Fernlernen via Internet - mit dem Thema befassten sich jetzt Teilnehmer aus vier Ländern auf einem Workshop im Institut Arbeit und Technik (IAT) in Gelsenkirchen. Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Beratung und Bildungseinrichtungen erörterten Konzepte und Praxisbeispiele von IT-basierten Lernprogrammen. Die Veranstaltung fand statt im Rahmen des Projektes "ÖFTA - Öffentlichkeit und Technikfolgenabschätzung", das öffentliche Diskurse anregen und die Verständigung zwischen Wissenschaft, Technik und Öffentlichkeit fördern soll. Beteiligt waren ferner zwei europäische Projekte, die sich mit dem Einsatz von Informations- und Kommunikationstechniken besonders in der Behindertenarbeit beschäftigen.

Veit Hartmann (TaT/Rheine) stellte erste Ergebnisse der Öfta-Studie zu "Chancen und Risiken der Nutzung des Internets in einer globalisierten Wirtschaft" vor. Er wies darauf hin, dass "web based training" (WBT) für die Mitarbeiter einer Firma zu mehr Eigenverantwortung, Fortbildungszwang und damit zu stärkerer Forderung führen werde. Das E-Learining wertete er aus pädagogischer Sicht nicht unbedingt als nachteilig, allerdings klagten Naturwissenschaftler eher über fehlende Kontakte zu Lehrern und Mitschülern als die Pädagogen und würden deshalb den Unterricht in Seminarräumen vorziehen. Das Internet führe allerdings auch dazu, dass die Weiterbildung verstärkt in die Privatsphäre eindringt, Arbeit wird an den privaten PC verlagert, der Home-PC durch die Beschäftigten (mit-)finanziert. Die Unternehmen erhoffen durch webgestütztes Lernen Kosteneinsparungen, angestrebt wird ebenso die Vereinheitlichung von WBT-Abschlüssen.

Lernkonzepte für Behinderte stellte Hans Peters vom Rheinisch-Westfälischen Berufskolleg für Hörgeschädigte (rwb/Essen) vor. Am rwb, größte Fortbildungseinrichtung für Hörgeschädigte aus der gesamten Bundesrepublik, wird im Modellversuch "virtuelle Fachschulen" erfolgreich Telelernen und Internet-Lernen praktiziert. Im Anschluss an die "Virtuelle Fachschule" z.B. in den Richtungen Wirtschaft oder Technik unterstützt rwb in Kooperation mit der Fern-Uni-Hagen Hörgeschädigte auch beim Hochschulstudium.

Ob für Behinderte oder Nichtbehinderte - internetbasierte Lehr- und Lernmethoden benötigen Vorbereitung und müssen die Teilnehmer "dort abholen, wo sie stehen", zeigte die Diskussion in den Arbeitsgruppen. Einführungskurse haben sich bewährt, denn die Kompetenz im Umgang mit dem e-Learning braucht eine gewisse Zeit. Die Technikausstattung dagegen sei eher nachrangig, für das Durchhaltevermögen dagegen wichtig ein Zugehörigkeitsgefühl zu der Gruppe. Eine Auftaktveranstaltung zum Kennenlernen des "Klassenverbands" hat sich im IAT-Projekt "FrauTelNet" mit von Arbeitslosigkeit bedrohten Frauen aus kleinen und mittleren Unternehmen bestens bewährt. Die Praxis zeigte ferner, dass auch in der virtuellen Schule Papierversionen der Skripte bevorzugt werden.

Die neuen multimedialen Lernmethoden sind in kleinen und mittleren Unternehmen noch wenig verbreitet. Das webbasierte Lernen findet meist außerhalb der Arbeitszeit statt, ist "Privatangelegenheit". Bei großen Unternehmen ist es dagegen etwa die Hälfte, die e-Learning bereits einsetzen und wo die Mitarbeiter die Programme auch akzeptieren.

Im Forschungsverbund "ÖFTA" kooperieren das IAT, die Sozialforschungsstelle Dortmund, das Sekretariat für Zukunftsforschung (Gelsenkirchen), die Fernuniversität Hagen, das Institut für Wissenschafts- und Technikforschung der Universität Bielefeld, das Zentrum für Umweltforschung (Münster), das Transferzentrum für angepasste Technologien (TaT/Rheine) und das Institut Mensch, Arbeit & Technik (Aachen). Das ÖFTA-Projekt soll Einblick in die Bedeutung digitaler Technologien in Schulen, Universitäten, betrieblicher Weiterbildung und medialer Bildung vermitteln und die Folgen und Nutzungsmöglichkeiten neuer Bildungstechnologien in der Öffentlichkeit darstellen.

Für weitere Fragen steht

Ihnen zur Verfügung:
Dr. Ileana Hamburg
Durchwahl: 0209/1707-265
e-mail: hamburg@iatge.de

Pressereferentin
Claudia Braczko

Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen

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