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Ute Felbor und Eugen Kerkhoff ausgezeichnet

17.11.2006 - (idw) Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Im Bayerischen Genomforschungsnetzwerk haben sich nach einer weiteren Ausschreibungsrunde vier neue Nachwuchsgruppen für eine Förderung durch das Bayerische Wissenschaftsministerium qualifiziert. Zwei davon kommen von der Uni Würzburg; die Gruppenleiter sind Ute Felbor und Eugen Kerkhoff. Das gab Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Mittwoch in München bekannt. Zuvor hatten sich die vier ausgewählten Projektleiter "erfolgreich den hohen Ansprüchen eines internationalen Gutachtergremiums" gestellt, so der Minister. Neben den beiden Würzburgern waren auch junge Forscher aus Regensburg und Erlangen-Nürnberg erfolgreich.

Eugen Kerkhoff bekommt vom Freistaat 1,7 Millionen Euro für seine Forschungen zur Verfügung gestellt. Er untersucht, wie sich die Strukturen von gesunden Zellen aufbauen und wie diese sich verändern, wenn sie zu Krebszellen entarten. Dabei konzentriert er sich auf Nervenzellen des Gehirns und so genannte Epithelzellen, die zum Beispiel den Darm auskleiden oder bei Frauen die Milchgänge in der Brust. Oft verwandeln sich genau diese Zellen zu Krebszellen und lösen dann Brust- oder Darmkrebs aus.

Kerkhoff (42) ist Chemiker und forscht seit elf Jahren an der Uni Würzburg. Im Institut für Medizinische Strahlenkunde und Zellforschung leitet er seit 1999 seine eigene Arbeitsgruppe. Über seine zellbiologischen Arbeiten zur Funktion des von ihm entdeckten Aktin-Nukleationsfaktors Spir hat er erst im September für die Zeitschrift "Trends in Cell Biology" einen Übersichtsartikel geschrieben: "Cellular functions of the Spir actin-nucleation factors", Trends in Cell Biology, Volume 16, Issue 9, Seiten 477-483.

Ute Felbor (38) ist Fachärztin für Humangenetik. Sie kehrte 2001 nach drei Forschungsjahren an der Harvard Medical School (USA) als Leiterin einer Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe ins Institut für Humangenetik am Biozentrum zurück. Im Mittelpunkt ihres neuen Projekts stehen erbliche Fehlbildungen von Blutgefäßen, die - wenn sie im Gehirn auftreten - Kopfschmerzen, Krampfanfälle und Hirnblutungen mit nachfolgender Schlaganfallsymptomatik verursachen können.

Die genetische Diagnostik für diese Erkrankung wurde 2005 im Labor von Ute Felbor aufgebaut und steht damit erstmals Familien im deutschsprachigen Raum zur Verfügung. Darüber hinaus will die Arbeitsgruppe der Ärztin die Mechanismen analysieren, die von den Genmutationen zum Krankheitsbild führen. Einen aktuellen Übersichtsartikel zum Thema "Zerebrale kavernöse Malformationen" wird die Forscherin im Dezember 2006 in der Zeitschrift Medizinische Genetik veröffentlichen.

Das Bayerische Genomforschungsnetzwerk organisiert und koordiniert Spitzenforschungsprojekte auf dem Gebiet der Genomforschung. Dabei sollen in interdisziplinärer Zusammenarbeit Erkenntnisse über komplexe biologische Systeme gewonnen werden, die für die Medizin der Zukunft von großer Bedeutung sind. Seit 2004 arbeiten im Netzwerk bereits fünf Forschergruppen in München und Regensburg.

Kontakt: felbor@biozentrum.uni-wuerzburg.de kerkhoff@mail.uni-wuerzburg.de
Weitere Informationen: http://www.baygene.de/
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