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Studentendemonstration

06.02.2003 - (idw) Universität Erfurt

In Erfurt haben heute rund 700 Studierende der Universität in einem Protestzug vom Erfurter Rathaus über den Anger hin zur Staatskanzlei gegen einen nach ihrer Befürchtung "drohenden Lehrausfall und das Ende des Erfurter Reformstudienmodells" protestiert. Vor der Staatskanzlei übergaben sie ein Memorandum. Aufgerufen zur Demonstration hatte der Studierendenrat, nachdem bekannt geworden war, dass der Verwaltungsrat der Universität einen Wiederbesetzungsstop für alle offenen Stellen an der Universität verfügt hat und zudem beschlossen hat Vertretungsprofessuren im Sommersemester durch Lehraufträge zu ersetzen. Grund ist ein Finanzloch im Personalhaushalt von mehr als 2 Millionen Euro im Jahr 2003.

Der Präsident der Universität Dr. Wolfgang Bergsdorf äußerte in einem Gespräch mit den Studierendenvertretern am gestrigen Tag Verständnis für die Sorgen. Man nehme das Problem sehr ernst und sei sich der Belastungssituation in einigen Studienrichtungen wie der Grundschullehrerausbildung, der Psychologie und der Kommunikationswissenschaft bewusst. Leider seien die Beschlüsse des Verwaltungsrates die einzige Möglichkeit gewesen, das Defizit zu reduzieren, erklärte der Kanzler Martin Henkel-Ernst. Die Gründe für die Situation lägen in den Tarifabschlüssen für den öffentlichen Dienst, die den Personaletat der Universität zusätzlich mit 900.000 Euro belasteten sowie den Besonderheiten der Aufbausituation der Universität.

Der Präsident kündigte an, man werde nach Ersatzlösungen wie Lehraufträgen, insbesondere für die stark belasteten Bereiche suchen. Auch ein Numerus clausus ggf. mit Auswahlverfahren in der Lehrerausbildung sei zum Wintersemester 2002/03 vorgesehen. Man wolle verhindern, dass die Universität "überlaufe".
Bergsdorf betonte aber auch, dass die Universität Erfurt insgesamt besser ausgestattet sei als andere Thüringer Hochschulen. "Wir haben die größte Finanzzuweisung je Studierenden." Das Land sei sich seiner Verantwortung für das Reformmodell Erfurt durchaus bewusst. Der Hochschulpakt bewahre die Universität vor einer 16-prozentigen Pauschalsperre, die nicht zu kompensieren gewesen wäre. Bergsdorf äußerte die Hoffnung, dass man gemeinsam die anstehenden Probleme meistern werde. "Wir müssen das Beste aus der schwierigen Situation machen!"
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