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Das Gericht als Tribunal: Wie der NS-Vergangenheit der Prozess gemacht wurde

17.11.2006 - (idw) Georg-August-Universität Göttingen

Mit der Geschichte der Strafverfolgung von nationalsozialistischen Verbrechen in der Bundesrepublik beschäftigt sich eine zeithistorische Fachtagung, die am 24. und 25. November 2006 in Göttingen stattfindet. Die Konferenz zum Thema "Das Gericht als Tribunal, oder: Wie der NS-Vergangenheit der Prozess gemacht wurde" wird veranstaltet vom Zeitgeschichtlichen Arbeitskreis Niedersachsen (ZAKN), den Prof. Dr. Bernd Weisbrod vom Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte der Georg-August-Universität leitet. Konzeptionell vorbereitet wurde die Tagung mit Referenten aus Deutschland, Italien und den USA von Georg Wamhof, der wissenschaftlicher Mitarbeiter des Arbeitskreises ist. An der Veranstaltung werden insgesamt 35 Forscher aus den Geschichts-, Politik- und Rechtswissenschaften teilnehmen. Pressemitteilung
Göttingen, 17. November 2006 / Nr. 378/2006

Das Gericht als Tribunal: Wie der NS-Vergangenheit der Prozess gemacht wurde
Zeitgeschichtlicher Arbeitskreis Niedersachsen lädt am 24. und 25. November zur Fachtagung ein

(pug) Mit der Geschichte der Strafverfolgung von nationalsozialistischen Verbrechen in der Bundesrepublik beschäftigt sich eine zeithistorische Fachtagung, die am 24. und 25. November 2006 in Göttingen stattfindet. Die Konferenz zum Thema "Das Gericht als Tribunal, oder: Wie der NS-Vergangenheit der Prozess gemacht wurde" wird veranstaltet vom Zeitgeschichtlichen Arbeitskreis Niedersachsen (ZAKN), den Prof. Dr. Bernd Weisbrod vom Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte der Georg-August-Universität leitet. Konzeptionell vorbereitet wurde die Tagung mit Referenten aus Deutschland, Italien und den USA von Georg Wamhof, der wissenschaftlicher Mitarbeiter des Arbeitskreises ist. An der Veranstaltung werden insgesamt 35 Forscher aus den Geschichts-, Politik- und Rechtswissenschaften teilnehmen.

Die konfliktträchtige Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit fand in den 1960er und 1970er Jahren maßgeblich vor Gericht statt. Eine steigende Zahl an Strafverfahren, vor allem aber einzelne große Prozesse rückten die verbrecherischen Dimensionen des "Dritten Reiches" ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Wie Prof. Weisbrod erläutert, "avancierte so der Gerichtssaal zur wichtigen institutionellen Arena einer gesellschaftlichen Selbstverständigung über den Nationalsozialismus und seine Hinterlassenschaften. Mit der Frage danach, wie der NS-Vergangenheit an diesem Ort der Prozess gemacht wurde, soll der Blick auf das Geschehen in den Verfahren selbst sowie auf den medialen und erinnerungskulturellen Widerhall der Gerichtsverhandlungen gelenkt werden."

Die Teilnehmer der Tagung werden daher insbesondere erörtern, "welche Konsequenzen und Effekte der prägende strafrechtlich-prozessuale Aufklärungsmodus für die Vergegenwärtigungen der NS-Zeit hatte und vielleicht bis heute hat", so der Göttinger Wissenschaftler. Wie und womit ist die deutsche Gesellschaft in der Folge der Prozesse "konfrontiert" worden? Welche Bilder von NS-Zeit und Massenverbrechen erzeugten die Strafverfahren, wie kamen diese Bilder vor Gericht zustande und wie wurden sie medial verarbeitet und repräsentiert? Prof. Weisbrod: "Wir wollen den Versuch unternehmen, den Stellenwert des Gerichtssaals für die Produktion und Konstruktion von Wissen und Vorstellungen, von Begriffen und Erzählungen, mithin schließlich von kollektivem Gedächtnis und Historie näher zu bestimmen."


Kontaktadresse:
Georg Wamhof
Zeitgeschichtlicher Arbeitskreis Niedersachsen (ZAKN)
Georg-August-Universität Göttingen
Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte
Platz der Göttinger Sieben 5, 37073 Göttingen
Telefon (0551) 39-4665, Fax (0551) 39-4632
e-mail: gwamhof@uni-goettingen.de
Internet: http://www.gwdg.de/~bweisbr1/AKNDS.html
Weitere Informationen: http://wwwuser.gwdg.de/~bweisbr1/aknds-aktuell.html
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