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Die Zukünfte der Abfallwirtschaft im Stakeholder-Dialog

24.11.2006 - (idw) VDI Technologiezentrum GmbH

Auf dem Stakeholder-Workshop des Forschungsprojektes "KIDA - Kooperation in der Abfallwirtschaft" wurden die aktuellen Projektergebnisse der Themenfelder Nachhaltigkeit, Kooperationen und die Zukünfte der Abfallwirtschaft vorgestellt, durch Praxisbeispiele ergänzt sowie anschließend diskutiert. Der Workshop fand am 18. Oktober im VDI-Haus in Düsseldorf statt und wurde von Zukünftige Technologien Consulting (ZTC) - einer Abteilung der VDI Technologiezentrum GmbH, Düsseldorf - durchgeführt.

An der Veranstaltung nahmen Akteure der kommunalen und privaten Abfallwirtschaft, abfallwirtschaftlicher Verbände, der kommunalen Verwaltung und der Landesministerien ebenso teil wie Vertreter aus Hochschulen, Umweltschutzverbänden und dem Verbraucherschutz.

*** Nachhaltigkeit in der Abfallwirtschaft ***

Die Darstellung des aktuellen Diskussionsstandes um Nachhaltigkeit in der Abfallwirtschaft sowie Ansätze für den Transfer von Nachhaltigkeit in die Abfallwirtschaftspraxis wurden von Rainer Lucas (Wuppertal Institut) und von Hartmut Schug (ZTC, Düsseldorf) präsentiert. Mit einem exemplarischen Einblick in das abfallwirtschaftliche Tagesgeschäft durch Jörg Schelling vom Abfallwirtschaftsbetrieb Landkreis Ammerland, in dem auch die Bedeutung von Nachhaltigkeit für das Alltagshandel am konkreten Beispiel dargestellt wurde, schloss der erste Themenblock ab.

Nachhaltigkeit ist für die Abfallwirtschaftspraxis noch zu wenig konkretisiert. Eine unmittelbare Integration der Nachhaltigkeitskonzepte in die Strategieplanungen und das Alltagshandeln der Abfallwirtschaftspraxis ist daher bislang nur punktuell möglich.

*** Kooperationen in der Abfallwirtschaft ***

Mit einem Beitrag von Dr. Thomas Probst vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e. V. (Bonn) zu Kooperationen in der Abfallwirtschaft aus der Sicht von kleinen und mittleren Unternehmen startete der nächste Themenblock. Daran anschließend stellte Harald Wirtz vom Wirtschaftsförderungszentrum Ruhr für Entsorgungs- und Verwertungstechnik e. V. (Lünen) das Kompetenzzentrum für Entsorgungstechnik und Kreislaufwirtschaft als kreislaufwirtschaftliche Kooperation entlang der Wertschöpfungskette vor. Abschließend präsentierte Dr. Hermann-Josef Waldapfel vom Umweltamt des Kreises Mettmann die kommunalen Kooperationen am Beispiel seines Kreises.

Die Präsentationen zeigten die Vielfältigkeit von Kooperationen in der Abfallwirtschaft. Übereinstimmungen gab es insbesondere bei den Erfolgsfaktoren für Kooperationen.

*** Die Zukünfte der Abfallwirtschaft ***

In seiner methodischen Einführung stellte Dr. Carsten Krück (ZTC, Düsseldorf) zunächst die Potenziale und die Grenzen der Szenario-Analyse dar. Daran anschließend präsentierte Hartmut Schug (ZTC, Düsseldorf) drei mögliche Szenarien, wie die Siedlungsabfallwirtschaft in 10-15 Jahren aussehen könnte. Die Szenarien basieren auf den Ergebnissen des KIDA-Szenario-Workshops, auf dem Experten die relevanten Faktoren für die Entwicklung der Abfallwirtschaft (Schlüsselfaktoren) sowie deren mögliche Entwicklungsrichtungen erarbeitet haben. Die vorgestellten Szenarien wurden durch Kombination widerspruchsfreier Entwicklungsrichtungen unter Einsatz der Software ZTC-Future-Scenes erstellt. Abschließend kommentierte Eva Leonhardt von der Deutschen Umwelthilfe (Berlin) die Methodik sowie die Ergebnisse des Szenario-Prozesses.

Im Anschluss an die Präsentationen erfolgte eine angeregte Diskussion, denn nicht immer sehen die Zukunftsbilder so aus, wie man sie sich gerne wünscht. Weiterführende Fragen gab es auch zum Szenario-Prozess.

Die KIDA-Szenarien zur Zukunft der Siedlungsabfallwirtschaft stellen Ansatzpunkte für die individuelle Strategieplanung bereit. Sie bilden die Bandbreite vom Wünschenswerten (jeweils aus individueller Akteurssicht) über das Wahrscheinliche (durch Experten-Prognosen) und das Mögliche (durch die Kombination widerspruchsfreier Entwicklungsrichtungen) bis hin zum Nachhaltigen (Bewertung der Entwicklungsrichtungen unter Nachhaltigkeitsaspekten) ab.

*** Fallbeispiele "Abfallwirtschaftsverein Region Rhein-Wupper e. V." und "Kreis Mettmann" ***

Die beiden Fallbeispiele verdeutlichten, wie Ergebnisse der Szenario-Analyse in individuelle Strategieplanungen einfließen können. Olaf Schmidt vom Abfallwirtschaftsverein Region Rhein-Wupper e. V. (Düsseldorf) - einer Kooperationsplattform regionaler abfallwirtschaftlicher Akteure - stellte auf der Basis der Szenarien Überlegungen für eine Weiterentwicklung des Vereins sowie eine Fokussierung von Aufgaben und Tätigkeitsschwerpunkten an. Hans-Jürgen Serwe vom Dezernat für Umwelt, Bauen & Verbraucherschutz des Kreises Mettmann nutzte die Szenarien für strategische Überlegungen zur Optimierung abfallwirtschaftlicher Aufgaben durch Kooperationen.

*** Abfallwirtschaft aus Verbrauchersicht ***

Abschließend stellte Björn Rickert von der Verbraucherzentrale NRW (Düsseldorf) die Eckpunkte für eine verbraucherfreundliche Gestaltung der Abfallwirtschaft vor, darunter u. a. die Berücksichtigung von Transparenz über die Gebührensätze sowie der Möglichkeit, die individuelle Gebührenbelastung zu beeinflussen.

Der KIDA-Stakeholder-Workshop ermöglichte es den Beteiligten, sich mit Themen zu beschäftigen, die im Tagesgeschäft nicht immer an erster Stelle stehen, die jedoch für den mittel- bis langfristigen Erfolg im nationalen wie internationalen Umfeld entscheidend sein können. Denn die Abfallwirtschaft befindet sich weiterhin in einer großen Dynamik - insbesondere hinsichtlich neuer Aufgaben bei der Etablierung einer Kreislaufwirtschaft, ihrer Organisationsstrukturen, neuen technologischen Möglichkeiten sowie sich verändernden demographischen Bedingungen -, bei der ein Blick in die Zukunft hilfreich wäre. Doch die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen; allerdings können mit einer Szenario-Analyse Zukunftsbilder erarbeitet werden, die den Zukunftsraum der Abfallwirtschaft darstellen und die als Grundlage für abfallwirtschaftliche Planungen dienen können.

Die Dokumentation des Workshops mit den Beiträgen der Referenten wird in Kürze in der ZTC-Publikationsserie "Innovationsbegleitung Nachhaltigkeit" veröffentlicht.

*** KIDA - Kooperation in der Abfallwirtschaft ***

Der vielfach und vielfältig gebrauchte Begriff der Nachhaltigkeit bedarf auch in der Abfallwirtschaft einer schärferen Konturierung und Konkretisierung. Um die Ziele der Nachhaltigkeit in diesem Bereich praxisgerecht operationalisieren zu können, erarbeiten Akteure aus kommunaler und privater Abfallwirtschaft sowie aus Wissenschaft und Gesellschaft in dem Forschungsprojekt "KIDA - Kooperation in der Abfallwirtschaft" gemeinsam entsprechendes Orientierungs- und Handlungswissen.

KIDA wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der sozial-ökologischen Forschung (http://www.sozial-oekologische-forschung.org) gefördert. Das Projekt wird von Zukünftige Technologien Consulting (ZTC) der VDI Technologiezentrum GmbH durchgeführt.

Publikationen von KIDA finden Sie unter http://www.zt-consulting.de/publikationen in der Rubrik "Abfallwirtschaft", darunter auch den Ergebnisband unseres ersten Experten-Workshops "Nachhaltigkeit in der Abfallwirtschaft" der ZTC-Reihe "Innovationsbegleitung Nachhaltigkeit" mit Good-practice-Beispielen aus der Abfallwirtschaftspraxis sowie wissenschaftlichen Beiträgen zur Messbarkeit von Nachhaltigkeit sowie zum Nutzen von Nachhaltigkeit in der Abfallwirtschaft. Diese und weitere Publikation können Sie dort kostenlos als Print-Version bestellen bzw. als pdf-Datei herunterladen.

Weitere Informationen sind im Internet verfügbar unter http://www.nachhaltige-abfallwirtschaft.de.

Kontakt

Hartmut Schug
Zukünftige Technologien Consulting (ZTC)
der VDI Technologiezentrum GmbH
Graf-Recke-Str. 84
40239 Düsseldorf

Tel.: 0211/6214-365
Fax: 0211/6214-139
E-mail: schug@vdi.de
http://www.zt-consulting.de
Weitere Informationen: http://www.nachhaltige-abfallwirtschaft.de - KIDA - Kooperation in der Abfallwirtschaft http://www.sozial-oekologische-forschung.org - Sozial-ökologische Forschung http://www.fona.de - Forschung für Nachhaltigkeit http://www.bmbf.de - Bundesministerium für Bildung und Forschung http://www.zt-consulting.de - Zukünftige Technologien Consulting (ZTC) des VDI TZ

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