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So sah das hier früher mal aus ... - RUB-Geographen visualisieren Geschichte der Industriewälder

28.11.2006 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Wo früher die Schlote rauchten, erobert sich heute die Natur das Land zurück: Alte Industrieflächen im Ruhrgebiet sind zu Industriewäldern unterschiedlicher Größe, unterschiedlichen Alters und Zustands geworden. Wie hat es da eigentlich früher ausgesehen? Wer sich das fragt, dem wird die Arbeitsgruppe Geomatik des Geographischen Instituts der Ruhr-Universität bald Antworten geben können: In einem Geo-Visualisierungsprojekt bereiten sie - zunächst für den Industriewald Rheinelbe in Gelsenkirchen - die Geschichte der Industriewaldflächen auf. Luftbilder und andere Fotos, alte Karten und Zeitzeugenbefragungen liefern die Informationen dazu. Am 5. Dezember 2006 (ab 14 Uhr, Forsthaus Rheinelbe, Gelsenkirchen) lädt die AG Vertreter verschiedener Institutionen, Verbände, Kommunen sowie des Landes NRW zu einem Workshop ein, um das Vorgehen zu planen. Das Projekt wird gefördert von der Staatskanzlei des Landes NRW und dem Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW (MUNLV). Bochum, 28.11.2006
Nr. 401

So sah das hier früher mal aus ?
Geschichte der Industriewaldflächen im Ruhrgebiet anschauen
Visualisierungsprojekt der RUB-Geographen

Wo früher die Schlote rauchten, erobert sich heute die Natur das Land zurück: Alte Industrieflächen im Ruhrgebiet sind zu Industriewäldern unterschiedlicher Größe, unterschiedlichen Alters und Zustands geworden. Wie hat es da eigentlich früher ausgesehen? Wer sich das fragt, dem wird die Arbeitsgruppe Geomatik des Geographischen Instituts der Ruhr-Universität bald Antworten geben können: In einem Geo-Visualisierungsprojekt bereiten sie - zunächst für den Industriewald Rheinelbe in Gelsenkirchen - die Geschichte der Industriewaldflächen auf. Luftbilder und andere Fotos, alte Karten und Zeitzeugenbefragungen liefern die Informationen dazu. Am 5. Dezember 2006 (ab 14 Uhr, Forsthaus Rheinelbe, Gelsenkirchen) lädt die AG Vertreter verschiedener Institutionen, Verbände, Kommunen sowie des Landes NRW zu einem Workshop ein, um das Vorgehen zu planen. Das Projekt wird gefördert von der Staatskanzlei des Landes NRW und dem Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW (MUNLV).

Luftbilder als objektive Zeitzeugen

"Um die jeweilige Standortgeschichte der Industriewaldflächen aus einem historischen Zusammenhang heraus verstehen zu können, erscheint uns ein Geo-Visualisierungsansatz viel versprechend", erklärt Prof. Dr. Carsten Jürgens von der AG Geomatik: Zur Dokumentation der Geschichte und des Flächennutzungswandels ist angedacht, neben historischen Karten und Luftbildern auch Archivrecherchen und Zeitzeugenbefragungen durchzuführen. Alle zugänglichen Informationen werden anschließend in ein Multimediainformationssystem integriert, das sowohl Schulen als auch der interessierten Öffentlichkeit etwa per Internet oder auf DVD zur Verfügung steht. Neben der Aufbereitung von Text-, Bild-, Ton- und gegebenenfalls Videoinhalten wird dabei insbesondere die interaktive kartographische Aufbereitung von Luftbildern und Karten einen Schwerpunkt bilden. "Luftbilder bieten dank der vorhandenen Luftbildarchive die einmalige Chance, unverfälschte und ungeneralisierte Flächeninformationen aus der Vergangenheit einzusehen. Sie sind sozusagen Zeitzeugen, die den jeweiligen Zustand zur Aufnahmezeit objektiv darstellen", so Prof. Jürgens.

Zukunftsszenarien "spinnen"

Ergänzend wollen die Forscher auf weitere Quellen wie terrestrische Fotos, Bildbände oder Jahrbücher zurückgreifen, um die Arbeits- und Lebenswelt der jeweiligen Zeit sowie ihre Veränderungen zu dokumentieren. "Hier könnte auch eine Zusammenarbeit mit Schulen, zum Beispiel in Form eines 'lebendigen' Geschichtsunterrichts, hilfreich sein, die idealerweise auch in den Entwurf eines didaktischen Konzepts zur Projektintegration von Schülern münden sollte", erläutert Dr. Markus Oster von der Arbeitsgruppe. Darüber hinaus können sich die Wissenschaftler in Ergänzung zu einer nur retrospektiven Betrachtungsweise ebenso vorstellen, hypothetische Zukunftsszenarien einer möglichen Industriewaldentwicklung zu visualisieren. "Dabei reizt uns die Möglichkeit, auch stadtplanerische Vorstellungen von Veränderungen des Umfeldes zu visualisieren", erklärt Dr. Oster.

Projekt schließt eine Lücke

Bisher liegt noch keine systematische Erfassung von Flächenveränderungen der Industriewaldstandorte in Nordrhein-Westfalen vor. Mit diesem Arbeitskonzept ließe sich somit eine Lücke schließen. Zudem kann am Beispiel dieses Pilotprojektes ein didaktisch fundiertes Konzept für ein umfassendes multimediales Informationssystem zu allen Industriewaldstandorten in NRW entwickelt werden, das zukünftig, unter Rückgriff auf den Prototyp des Pilotprojektes, mit überschaubarem Arbeitsaufwand auf andere Standorte übertragen werden könnte.


Weitere Informationen

Prof. Dr. Carsten Jürgens, Dr. Markus Oster, Geographisches Institut der Ruhr-Universität Bochum, AG Geomatik (Fernerkundung, Kartographie), 44780 Bochum, Tel: 0234/32-23376/-23377, E-Mail: carsten.juergens@rub.de, markus.oster@rub.de

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