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Geld und Lebensstile

08.12.2006 - (idw) Universität Erfurt

Mit dem Verhältnis von Geld und Lebensstil beschäftigt sich die nächste öffentliche Ringvorlesung am Dienstag, dem 12. Dezember 2006. Unter dem Titel "Geld und Lebensstile - ein Verhältnis relativer (Un-)Abhängigkeit?" wird Professor Dr. Hartmut Lüdtke aus Marburg ab 18.00 Uhr im Rathausfestsaal vortragen. "Lebensstile sind unverwechselbare Formen der Lebensführung, die im sozialen Verkehr symbolisch dargestellt und kommuniziert werden. Sie dienen den Individuen als Repertoires von Alltagsroutinen und bewährter Lebenspraxis, signalisieren sozialen Ähnlichkeit, Gruppenzugehörigkeit bzw. soziale Abgrenzung", so der Soziologe Lüdtke. "Sie spiegeln sich in Gemeinsamkeiten bzw. Differenzen in den Formen des Wohnens und der privaten Ausstattung, Outfit, Freizeit, Ernährung, Umgangsformen sowie Mustern des kulturellen Geschmacks und der kulturellen Praxis". Insofern als Lebensstile im Konsumverhalten, insbesondere des gehobenen Bedarfs, präsentiert und immer wieder reproduziert würden, benötigten Menschen zwangsläufig Geld für die "Stilisierung" des Lebens. Dies zeige sich am extremsten im demonstrativen Konsum von seltenen Luxusgütern, gemäß dem Motto "mehr Schein als Sein", typisch für die Lebensstile von "Neureichen". Vergleiche man jedoch das Gewicht finanzieller Ressourcen bei der Unterscheidung von Lebensstilgruppen mit dem anderer Merkmale, so erwiesen sich Bildung, Alter, Geschlecht und Haushaltsstruktur als bedeutsamer: "Lebensstile sind nur relativ schwach abhängig von der jeweiligen finanziellen Potenz, dagegen mindestens ebenso stark durch Präferenzen und Wertorientierungen der Menschen geprägt. ? In umgekehrter Sicht erweisen sich Lebensstile als Programme, als Moderatoren des Konsums, d. h. der Einkommensverwendung. Sie rahmen diese gemäß den jeweiligen Interessen und Zielen", so Lüdtke.

Lüdtke war bis zu seiner Emeritierung im Frühjahr 2005, Professor für Empirische Soziologie an der Philipps-Universität Marburg, mehrmals Geschäftsführender Direktor des Instituts für Soziologie und Dekan des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften und Philosophie.

Das Thema Geld im weiteren Sinne steht im Zentrum der gemeinsamen öffentlichen Ringvorlesung von Universität und Fachhochschule Erfurt im Wintersemester 2006/07. Wie stets bei dieser inzwischen zur Tradition gewordenen Veranstaltungsreihe wurden namhafte Praktiker und Wissenschaftler gewonnen, um unterschiedliche Facetten dieses unerschöpflichen Themas beleuchten zu können. Das Spektrum der Themen reicht von der Geschichte des Geldes, dem Verhältnis von Geld und Religion über den heutigen "Finanzmarkt-Kapitalismus" bis hin zu der Frage nach den Folgen der Einführung des Euro im europäischen Wirtschaftsraum und andere Fragen der Finanz- und Geldpolitik. Wie stets wendet sich die Reihe nicht nur an Studierende, sondern an ein breiteres städtisches Publikum, das die aufgelockerte akademische Rede nicht scheut.

Die mit Unterstützung der Sparkassenfinanzgruppe, der Stadtverwaltung Erfurt und der Universitätsgesellschaft Erfurt e.V. veranstaltete und von der Thüringer Allgemeine präsentierte populäre Reihe bietet jeweils dienstags (Beginn 18.00 Uhr im Rathausfestsaal) in insgesamt 12 Veranstaltungen Vorträge ausgewiesener Experten. Den Abschlussvortrag hält der ehemalige Bundesbankpräsident Prof. Hans Tietmeyer.


Nächster Termin in der Reihe:
19.12.2006, 18.00 Uhr, Rathausfestsaal, "Die Poesie des Geldes",
Professor Dr. Jochen Hörisch; Universität Mannheim
Weitere Informationen: http://www.uni-erfurt.de/presse/veranstaltungen/ringvorlesung/
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