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"Kolleg-Forschergruppen" in den Geisteswissenschaften

11.12.2006 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

DFG-Programm verbindet kooperative und individuelle Forschung Nr. 67
11. Dezember 2006

Der Wissenschaftsrat hat in seinen im Januar 2006 veröffentlichten "Empfehlungen zur Entwicklung und Förderung der Geisteswissenschaften in Deutschland" ein neues Modell für die Förderung geisteswissenschaftlicher Forschung vorgeschlagen, das die Vorteile kooperativer und individueller Forschung in besonderer Weise verbindet. Sowohl in der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wie auch im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wurde daraufhin geprüft, inwieweit Angebote gemacht werden können, um die Empfehlungen konkret umzusetzen. Auch unter Berücksichtigung der jüngsten Empfehlungen des Wissenschaftsrats zu den Area Studies kristallisierten sich dabei einige zentrale Aufgaben heraus, die mit den beiden Initiativen der DFG und des BMBF in spezifischer Weise aufgegriffen werden. So werden die DFG und das BMBF mit jeweils spezifisch akzentuierten Ausschreibungen versuchen, ihren Beitrag zur Umsetzung der Wissenschaftsratsempfehlungen zu leisten. Gemeinsam ist den Ausschreibungen das Modell des Wissenschaftsrats und damit die Grundstruktur: ein kleines Lenkungsteam erfahrener und ausgewiesener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, ein Fellowprogramm als wesentlicher Bestandteil dieser Kollegs sowie die Schaffung von Freiräumen zur eigenen Forschungstätigkeit der leitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Ausgehend von dieser Grundstruktur sehen die Modelle der DFG und des BMBF arbeitsteilig je nach Auftrag und Stärken beider Institutionen eigene Profile vor.

Die Ausschreibung der DFG zielt auf die Einrichtung von "Kolleg-Forschergruppen". Eine Kolleg-Forschergruppe soll von einer kleinen Gruppe besonders ausgewiesener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geleitet werden, die über eine umfangreiche Erfahrung in der Durchführung von Forschungsprojekten verfügen. Mit der Ausschreibung wird weder eine thematische noch eine interdisziplinäre Ausrichtung vorgegeben. Die Kolleg-Forschergruppen können ihr spezifisches Profil und ihre Ausstrahlungskraft auch durch die bewusste Wahl einer offenen Fragestellung oder mit einem dezidiert experimentellen Charakter erlangen.

Wesentliche Merkmale der Kolleg-Forschergruppe sind eine intensive eigene forscherische Tätigkeit der verantwortlichen Wissenschaftler, ermöglicht durch Freistellungen, Integration des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie ein Fellow-Programm für Gäste aus dem In- und Ausland, die für eine Dauer von bis zu zwei Jahren eingeladen werden und über diese Zeit hinaus mit der Kolleg-Forschergruppe verbunden bleiben. Die Forschergruppe wird somit weniger durch die Struktur arbeitsteiliger Teilprojekte geprägt als vielmehr durch einen Raum zu diskursivem Austausch und zum eigenen Forschen. In Abhängigkeit von der jeweiligen Fragestellung und den spezifischen Anforderungen der Wissenschaftsgebiete können weitere Programmelemente (unter anderem wissenschaftliche Teilprojekte, Forschergruppenprofessur und Nachwuchsgruppe) flexibel kombiniert werden.
Als ein von den beteiligten Wissenschaftlern selbst getragener und verantworteter Verbund sollen die Kolleg-Forschergruppen einen sichtbaren Platz in der Universität haben.
Die Förderdauer beträgt acht Jahre. Im Zeitraum der nächsten drei Jahre soll im jährlichen Abstand die Ausschreibung wiederholt werden.
Die DFG hat seit 2003 im Rahmen der "Förderinitiative Geisteswissenschaften" eine Reihe von Erweiterungen und Änderungen ihrer Förderprogramme verabschiedet. Ziel war es, die Programme stärker an die Forschungspraxis in den Geisteswissenschaften anzupassen und damit die Wettbewerbsbedingungen zur Einwerbung von Drittmitteln zu verbessern. Mit der Einrichtung der "Kolleg-Forschergruppen" ist dieser Anpassungsprozess nun vorerst abgeschlossen.


Ansprechpartner für die Programmkoordination in der Geschäftsstelle der DFG:
Dr. Jeroen Verschragen, Tel. 0228 885-2202, jeroen.verschragen@dfg.de

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