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Kurse unter Kontrolle: Grazer Ökonom arbeitet an Standards, die AnlegerInnen mehr Sicherheit bieten sollen

13.12.2006 - (idw) Karl-Franzens-Universität Graz

Pleiten von Großunternehmen, die AktionärInnen in arge Verluste stürzen, Banken-Skandale, Kursmanipulationen, mit denen sich Einzelpersonen auf Kosten anderer bereichern, und die Forderung nach besserer Kontrolle durch InvestorInnen, Politik und WirtschaftsprüferInnen. O.Univ.-Prof. Dr. Alfred Wagenhofer, Leiter des Instituts für Controlling und Unternehmensführung der Uni Graz, setzt sich wissenschaftlich mit dieser Problematik auseinander. "Durch die Internationalisierung der Märkte und ungleiche Standards in den verschiedenen Ländern kommen auf Unternehmen große Veränderungen zu, die letztendlich auch die AnlegerInnen verunsichern. Wir gehen daher der Frage nach, wieweit eine stärkere Regulierung des Rechnungswesens nötig ist und wie solche Regelungen effizient aussehen können", umreißt Wagenhofer grob seine Forschertätigkeit. Rasche Veränderung
Börsenotierte Unternehmen müssen - im Interesse der AnlegerInnen - ihre Bilanzen offenlegen, und zwar in einer einheitlichen Form. Österreichische Aktiengesellschaften erstellen ihre Konzernabschlüsse also nicht mehr nach hiesigem Rechnungslegungsrecht, sondern nach internationalen Richtlinien. Diese helfen InvestorInnen dabei, das vorhandene Geld bestmöglich anzulegen.
"Die internationalen Entwicklungen und die Flut an Veränderungen bringen für Unternehmen allerdings auch eine große Unsicherheit mit sich", so der Wirtschaftswissenschafter. "Viele wissen gar nicht, was genau gefordert ist." Mit seinen Forschungen will er daher auch den Betrieben helfen, sich mit den neuen Richtlinien zurechtzufinden.

Neues Netzwerk
Mit der Gründung des "Center for Accounting Research" an der Uni Graz, das im Herbst seinen Betrieb aufgenommen hat, schafft Wagenhofer eine einzigartige Institution, um die Forschungen zum Thema Rechnungswesen zu bündeln und internationale Spitzenleistungen zu erleichtern. "Als Zentrum werden wir weltweit besser wahrgenommen als Einzelpersonen oder Institute", ist der Leiter überzeugt.

Praxisnähe
Besondere Anliegen sind Wagenhofer der Kontakt zur Wirtschaft und die Anwendbarkeit der Forschungsergebnisse. Er selbst ist Leiter einer Arbeitsgruppe des österreichischen Standardsetters AFRAC und Mitglied des Financial Reporting Standards Committee der European Accounting Association. Als solches ist er in die Entwicklung von Regelungen involviert, die definieren, wie bestimmte Geschäfte im Jahresabschluss abgebildet werden sollen. "Wir versuchen mit unseren wissenschaftlichen Untersuchungen die ökonomischen Folgen verschiedener Bilanzierungs- und Bewertungsregeln zu beurteilen. Damit können wir einen wertvollen Beitrag für das Standardsetting liefern", freut sich der Experte.

Preisgekrönt
Die historische Entwicklung und die aktuellen Regulierungsfragen der Finanzberichterstattung, der Rechnungslegungs- und Prüfungsstandards sowie der Corporate Governance in internationalen Kapitalmärkten hat Alfred Wagenhofer auch im Buch "Worldwide Financial Reporting. The Development and Future of Accounting Standards" analysiert. In dieser für Europa gesellschaftspolitisch sehr bedeutsamen Arbeit zeigt der Wissenschafter auf, dass trotz Bestrebungen, ein international einheitliches Regelwerk für die Finanzberichterstattung zu entwickeln, nationale Standards weiter bestehen bleiben werden. Er erhielt für seine Publikation kürzlich den mit 10.900 Euro dotierten Forschungspreis des Landes Steiermark.


Kontakt:
O.Univ.-Prof. Dr. Alfred Wagenhofer
Institut für Controlling und Unternehmensführung der Universität Graz
Tel.: +43 (0)316/380-3501
E-Mail: alfred.wagenhofer@uni-graz.at
Weitere Informationen: http://www.uni-graz.at/car - Center for Accounting Research, Universität Graz http://www.oup.com/uk/catalogue/?ci=9780195305838 - "Worldwide Financial Reporting", Oxford University Press
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