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Millionenschwere Stiftung für TU Bergakademie Freiberg

19.12.2006 - (idw) Technische Universität Bergakademie Freiberg

Der Münchner Unternehmer Peter Krüger stiftete der Technischen Universität Bergakademie Freiberg am 14. Dezember 2006 ein erhebliches Immobilienvermögen zum Ausbau ihrer Forschung. Die sächsische Hochschule erhält damit die höchste Zuwendung eines privaten Stifters für eine staatliche Universität in Deutschland. Ab 2007 kann die "Dr. Erich Krüger Stiftung" - sie ist nach dem Vater des Stifters benannt - mehrere Millionen Euro zur Förderung anwendungsbezogener Wissenschaft an der TU Bergakademie investieren. Mit den Erträgen, die die Mittel der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern für ausgewählte Hochschulen übertreffen, finanziert die Freiberger Universität Forschungsgroßgeräte. Zudem ist die Gründung einer "Krüger-Graduiertenschule" geplant, in der junge Wissenschaftler ausgebildet werden sollen. Die "Dr. Erich Krüger Stiftung" gründet auf einem Immobilienvermögen, das in den Besitz der TU Bergakademie Freiberg übergeht. Zu dem Bestand gehören zahlreiche Top-Immobilien in bester City-Lage in Großstädten ganz Deutschlands, unter anderem in der Leipziger Innenstadt. Aus der Stiftung fließen der Freiberger Universität jährlich hohe Erträge zu. Mit der Unterzeichnung des Stiftervertrags am 14. Dezember 2006 in München wurde ein Finanzplan für die nächsten zehn Jahre verabschiedet.

"Die Erträge werden die Freiberger Universität in die Lage versetzen, jährlich Millionen zu investieren, um dem Stiftungszweck zu entsprechen 'die praxis- und anwendungsbezogene Wissenschaft und Forschung zu fördern und solche Projekte umzusetzen, die auch der regionalen Wirtschaft zu Gute kommen", erklärte Dipl.-Ing. Peter Krüger bei der Übergabe der Stiftung. Mit diesem Leitgedanken, der schon den Vorgesprächen 2005 zwischen dem Stifter und der TU Bergakademie Freiberg zu Grunde lag, hat Peter Krüger das vorweggenommen, was Bundeskanzlerin Angela Merkel kürzlich in ihrer Rede zum Thema "Eliteuniversitäten" zum Ausdruck brachte: "Forschen - entwickeln - Arbeitsplätze schaffen."

Prof. Georg Unland, Rektor der TU Bergakademie Freiberg, sieht in der Gründung der Stiftung ein bedeutendes Signal für die private Initiative in der Wissenschaftsförderung. "Ich danke Herrn Krüger sehr für sein Engagement zu Gunsten unserer Universität. Er beweist, dass sich auch Privatpersonen und Unternehmen verantwortlich fühlen für die universitäre Lehre und Forschung. Nur so können die deutschen Universitäten künftig im internationalen Wettbewerb bestehen.
Mit dieser außergewöhnlichen Stiftung eröffnen sich für unsere Universität völlig neue Perspektiven. Damit gelingt es uns, unsere Position als internationale Spitzenuniversität in den vier Profillinien Geokompetenz, Energie, Material/Werkstoffe und Umwelt weiter erfolgreich auszubauen."

Information für Journalisten
Der Rektor der TU Bergakademie Freiberg, Prof. Georg Unland, stellt die neue Stiftung auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, dem 11. Januar, um 10.30 Uhr, in der Universitätsbibliothek "Georgius Agricola", Agricolastr. 10, in Freiberg vor.

Zur Person des Stifters
Der Stifter, Dipl.-Ing. Peter Krüger, ist gebürtiger Freiberger. Er besuchte dort die Schule bis zum Abitur und schrieb sich 1946 an der Bergakademie für das Fach Bergbau ein. Nach einem Semester wurde er exmatrikuliert, weil er kein "Arbeiter- und Bauernkind" war. Peter Krüger verließ daraufhin den Osten und studierte in Karlsruhe Elektrotechnik. Nach seinem Diplomabschluss wanderte er nach Kanada aus. Drei Jahre später kam er zurück und startete in Deutschland eine typische Nachkriegskarriere: Innerhalb von 15 Jahren baute er ein Unternehmen im Baugewerbe auf, das zum Schluss rund 2000 Beschäftigte hatte. Nach dessen Verkauf 1970 gründete er eine Kette von Delikatessgeschäften, die unter dem Namen "Schlemmermeyer" noch heute Filialen in der ganzen Bundesrepublik betreibt. In den letzten Jahren konzentrierte er sich ganz auf sein Immobiliengeschäft. Die Früchte dieser Tätigkeit fließen in die neue Stiftung ein.

Dr. Erich Krüger, an dessen Namen die Stiftung erinnert, war engagierter Umweltschützer. Als Studienrat am Gymnasium in Freiberg vertrat er Imker und Bauern, deren Tiere an Arsenvergiftung eingegangen waren, erfolgreich in Prozessen gegen die Verursacher der Schäden: die Hüttenwerke in Halsbrücke und Muldenhütten bei Freiberg. Später folgte er einem Ruf an das Metallhütteninstitut der Bergakademie und übernahm einen Forschungsauftrag zum Thema "Hüttenrauchschäden". Dass ein großes Industrieunternehmen wegen Giftstoffemission zum Schadensersatz an kleine Imker und Bauern verurteilt wurde, war damals eine Sensation. In der Folge begannen die Hüttenwerke darüber nachzudenken, wie sich solche Schäden minimieren oder vielleicht sogar ganz ausschließen lassen. Genau dieser Aufgabe widmete sich Dr. Erich Krüger mit seinen Forschungen, die 1945 ein vorzeitiges Ende fanden und in Vergessenheit gerieten. Die nach ihm benannte Stiftung soll in seinem Sinne die anwendungsbezogene Forschung an der TU Bergakademie Freiberg stärken.


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