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Die Rolle der Medien im "Globalen Anti-Terror-Krieg": RUBIN Globaler Wandel zum Jahr der Geisteswissenschaften

03.01.2007 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Einen Journalismus, von dem sich mehr über die Welt und deren Veränderungen lernen lasse, wünschte Bundespräsident Horst Köhler unlängst zum 50-jährigen Bestehen des Deutschen Presserates. "Eine politisch gelenkte Informationspolitik bedient sich der Medien", setzt Prof. Dr. Joachim Wolf (Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität) dem entgegen und beschreibt anhand der Terroranschläge auf das New Yorker World Trade Center, wie militärische Ereignisse in ihrer Vorbereitung und Ausführung über die Berichterstattung in den Medien beeinflusst werden. Beide Seiten, Terroristen wie bedrohte Staaten, nutzen die Medien bis heute als Selbstdarstellungsforen. Über seine Studie zum Verhältnis zwischen Medien und Völkerrecht berichtet Wolf in der Sonderausgabe "Globaler Wandel" des Wissenschaftsmagazins RUBIN der Ruhr-Universität. Bochum, 03.01.2007
Nr. 3

Verändern die Medien das Völkerrecht?
Die Rolle der Medien im "Globalen Anti-Terror-Krieg"
RUBIN "Globaler Wandel" zum Jahr der Geisteswissenschaften 2007

Einen Journalismus, von dem sich mehr über die Welt und deren Veränderungen lernen lasse, wünschte Bundespräsident Horst Köhler unlängst zum 50-jährigen Bestehen des Deutschen Presserates. "Eine politisch gelenkte Informationspolitik bedient sich der Medien", setzt Prof. Dr. Joachim Wolf (Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität) dem entgegen und beschreibt anhand der Terroranschläge auf das New Yorker World Trade Center, wie militärische Ereignisse in ihrer Vorbereitung und Ausführung über die Berichterstattung in den Medien beeinflusst werden. Beide Seiten, Terroristen wie bedrohte Staaten, nutzen die Medien bis heute als Selbstdarstellungsforen. Über seine Studie zum Verhältnis zwischen Medien und Völkerrecht berichtet Wolf in der Sonderausgabe "Globaler Wandel" des Wissenschaftsmagazins RUBIN der Ruhr-Universität.

RUBIN "Globaler Wandel" im Internet

Den gesamten Beitrag mit Bildern finden Sie im Internet unter http://www.rub.de/rubin.

War der Angriff bewaffnet? Wer waren die Angreifer?

Jeder Staat hat nach völkerrechtlichen Übereinkünften im Falle eines bewaffneten Angriffs das Recht, sich selbst gegen den Angreifer zu verteidigen. Doch waren die Anschläge vom 11. September ein bewaffneter Angriff? Und wer waren die Angreifer? Diese Fragen konnten bis heute nicht geklärt werden. US-Präsident George W. Bush präsentierte jedoch schon neun Tage nach den Anschlägen in einer Pressekonferenz eine detaillierte Beschreibung aller Zusammenhänge und beteiligten Personen. Daraus resultierte die Entscheidung für einen Krieg gegen Afghanistan. Verifizierbare Sachverhaltsinformationen, die Grundlage jeder juristischen Entscheidung, fehlten völlig. Der "Antiterrorkrieg", in dem sich die westliche Welt seit fünf Jahren befindet, ist ein Darstellungsprodukt der Medien der USA und Großbritanniens. Die Informationen, die über die Medien verbreitet werden, sind oftmals politisch gelenkt und in einigen Fällen nachweislich falsch; dennoch werden sie von Medien in aller Welt übernommen und verfestigen die Überzeugung bei ihrem Publikum.

Die Medien als Opfer im globalen Anti-Terror-Krieg

Professioneller Journalismus, der nicht den Nachrichtenagenturen verhaftet bleibt, ist ein Opfer des globalen Anti-Terror-Krieges geworden. Die Medien verbreiten und vertiefen Bilder, die in das vorgegebene Konfliktmuster passen. Diese Handhabung der Medien verzerrt völkerrechtliche Regeln und beeinflusst damit zugleich die juristische Beurteilung von Krisen und Konflikten, stellen die Forscher fest. Die "Mega-Sprache", die die Ereignisse seit dem 11. September 2001 kommentiert, verschleiert die Wirklichkeit und schafft psychologischen Raum für neue Ordnungen.

Forschungsprofil: "Global-Change"

Die Sonderausgabe stellt Forschungsprojekte aus verschiedenen geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fachbereichen vor, die die Auswirkungen der Globalisierung aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. "Global Change" ist ein Forschungsschwerpunkt der Ruhr-Universität, für den sich die RUB in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder um einen Exzellenzcluster bewirbt. RUBIN "Globaler Wandel" erscheint zum Jahr der Geisteswissenschaften 2007, einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, die gemeinsam mit "Wissenschaft im Dialog" und vielfältigen Partnern aus Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft durchgeführt wird.

Themen in RUBIN "Globaler Wandel"

In der Sonderausgabe RUBIN Globaler Wandel finden Sie folgende Themen: Transnationalism im Film: Von wegen "kalter Kaffee"; Von den Anstrengungen des staatlichen Gewaltmonopols: Recht und Gewalt; Katholizismus von außen betrachtet: Hinter dem europäischen Horizont; Geschlechtergleichheit und Globalisierung: "Frauenfrühling" oder modernisierte Ungleichheit?; Globaler Wandel und das Entstehen transnationaler Migration: Zwischen den Welten zu Hause; Die Rolle der Medien im "Globalen Anti-Terror-Krieg": Verändern die Medien das Völkerrecht?; Literatur und Vielsprachigkeit: Die Heimat ist die Fremde; Globalisierung der Finanzmärkte: Wer liest schon die Bilanzen?; "Lokale Agenda 21" im Nord-Süd- und Ost-West-Vergleich: Weg frei fürs Ehrenamt; Die Gelehrtennetzwerke des Murtada al-Zabidi: "Global Player" des 18. Jahrhunderts. RUBIN "Globaler Wandel" ist für 5 Euro in der Pressestelle der Ruhr-Universität erhältlich, Tel. 0234/32-22830, und steht im Internet unter http://www.rub.de/rubin.


Weitere Informationen

Prof. Dr. Joachim Wolf, Lehrstuhl Öffentliches Recht, Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht (IFHV) der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-25252, Fax: 0234/32-14421, E-Mail: LS.wolf@jura.rub.de
Weitere Informationen: http://www.rub.de/rubin
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