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Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2006: Weiterhin nur sehr geringer Anstieg

04.01.2007 - (idw) Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

629 ¤ brutto im Monat verdienten die Auszubildenden 2006 durchschnittlich in West-deutschland. Die tariflichen Ausbildungsvergütungen erhöhten sich im Durchschnitt um 1,0 % und damit ebenso viel wie im Vorjahr (siehe Schaubild 1). In Ostdeutschland stiegen die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2006 um 1,3 % auf durchschnittlich 536 ¤ im Monat - was eine stärkere Zunahme als im Jahr zuvor bedeutet (0,6 %). Der Abstand zum westlichen Tarifniveau blieb unverändert: Seit 2001 erreichen die Vergütungen im Osten durch-schnittlich 85 % der westlichen Höhe. Für das gesamte Bundesgebiet lag der tarifliche Ver-gütungsdurchschnitt 2006 bei 613 ¤ pro Monat und damit um 1,1 % über dem Vorjahreswert (607 ¤). Schaubild 1: http://www.bibb.de/de/28692.htm

Zu diesen Ergebnissen kommt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in seiner Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen von 2006. Ermittelt wurden die durchschnittlichen Vergütungen für 186 Berufe in West- und 151 Berufe in Ostdeutschland. In diesen Berufen werden 87 % der Auszubildenden in West und Ost ausgebildet. Die in ungefähr 5 % der Tarifverträge vereinbarten erhöhten Beträge für Auszubildende ab 18 Jahren wurden jeweils eingerechnet.

Schaubild 2: http://www.bibb.de/de/28692.htm

Zwischen den Ausbildungsberufen gab es erhebliche Unterschiede in der Vergütungshöhe (siehe Schaubild 2). Die mit Abstand höchsten Ausbildungsvergütungen wurden in West und Ost im Beruf Binnenschiffer/Binnenschifferin mit jeweils 925 ¤ pro Monat erzielt. Sehr hohe Vergütungen sind seit langem auch in den Berufen des Bauhauptgewerbes (zum Beispiel Maurer/Maurerin) tariflich vereinbart: Sie betrugen 2006 im Westen durchschnittlich 833 ¤ und im Osten 679 ¤ pro Monat. Ebenfalls hoch waren die Vergütungen in West- und Ostdeutschland mit durchschnittlich jeweils 813 ¤ im Beruf Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen. Eher niedrige Ausbildungsvergütungen wurden zum Beispiel in den Berufen Friseur/Friseurin (West: 418 ¤, Ost: 266 ¤), Florist/Floristin (West: 424 ¤, Ost: 312 ¤) und Bäcker/Bäckerin (West: 457 ¤, Ost: 351 ¤) gezahlt.
Bei den ermittelten berufsspezifischen Durchschnitten ist zu beachten, dass häufig auch im gleichen Beruf die tariflichen Ausbildungsvergütungen je nach Region und Wirtschaftszweig erheblich voneinander abweichen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die tariflichen Ausbildungsvergütungen nur in der betrieblichen Ausbildung gelten. In der aus öffentlichen Mitteln finanzierten außerbetrieblichen Ausbildung erhalten die Auszubildenden in der Regel erheb-lich niedrigere Vergütungen, die hier nicht einbezogen sind.
Insgesamt verteilten sich die Ausbildungsvergütungen in den untersuchten Berufen im Jahr 2006 wie folgt: In Westdeutschland bewegten sich die Vergütungen für 64 % der Auszubildenden zwischen 500 ¤ und 750 ¤. Weniger als 500 ¤ erhielten 15 % der Auszubildenden, wobei Vergütungen unter 400 ¤ eher Ausnahmen darstellten; mehr als 750 ¤ gingen an 21 % der Auszubildenden. In Ostdeutschland waren für 52 % der Auszubildenden Vergütungen von 500 ¤ bis 750 ¤ zu verzeichnen. Unter 500 ¤ lagen die Vergütungen für 47 % der Auszubildenden, für 19 % sogar unter 400 ¤. Nur 1 % der Auszubildenden erreichte mehr als 750 ¤.
Das BIBB errechnete auch die Vergütungsdurchschnitte für die weiblichen und männlichen Auszubildenden: Danach kamen im Westen die männlichen Auszubildenden auf durchschnittlich 643 ¤, die weiblichen auf 607 ¤. Im Osten betrug der Durchschnitt für die männlichen Auszubildenden 548 ¤ und für die weiblichen 516 ¤. Diese abweichenden Vergütungsdurchschnitte resultieren aus der unterschiedlichen Verteilung der männlichen und weiblichen Auszubildenden auf die Berufe, d.h. junge Frauen sind häufiger in Berufen mit einer niedrigeren Ausbildungsvergütung anzutreffen als junge Männer.

Schaubild 3: http://www.bibb.de/de/28692.htm

Zwischen den Ausbildungsbereichen bestanden 2006 in West und Ost deutliche Unter-schiede im Vergütungsniveau (siehe Schaubild 3): Überdurchschnittlich hohe Ausbildungs-vergütungen wurden in Industrie und Handel (West: 698 ¤, Ost: 597 ¤) und im Öffentlichen Dienst (West: 671 ¤, Ost: 642 ¤) erreicht. Unter dem jeweiligen Gesamtdurchschnitt lagen dagegen die Vergütungen im Handwerk, bei den Freien Berufen und in der Landwirtschaft. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass insbesondere in den Bereichen Industrie und Handel sowie Handwerk die Vergütungen der einzelnen Berufe sehr stark differieren.

Bei allen genannten Beträgen handelt es sich jeweils um die durchschnittlichen Vergütun-gen während der gesamten Ausbildungszeit. Für die einzelnen Ausbildungsjahre erga-ben sich 2006 folgende Beträge: In Westdeutschland betrugen die Vergütungen im 1. Lehrjahr durchschnittlich 557 ¤, im 2. Jahr 625 ¤ und im 3. Jahr 697 ¤. In Ostdeutschland beliefen sie sich im 1. Ausbildungsjahr auf durchschnittlich 471 ¤, im 2. Jahr auf 540 ¤ und im 3. Jahr auf 599 ¤ pro Monat.

Weitere Informationen im Internetangebot des BIBB unter http://www.bibb.de/de/783.htm

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