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Die Zahl psychisch bedingter Frühverrentungen nimmt zu

05.01.2007 - (idw) Universität Bremen

Wissenschaftlicher Workshop in Bremen stellt Gründe für dieses Entwicklung auf den Prüfstand Die Standpunkte sind kontrovers. Die Gemüter erhitzen sich beim Thema Frühverrentungen wegen psychischer Erkrankungen. Beim wissenschaftlichen Workshop "Arbeitsbedingtheit von Frühberentungen - eine nach wie vor aktuelle Problematik" soll der interdisziplinäre Dialog gefördert werden. Im Mittelpunkt der Tagesveranstaltung steht die Diskussion der Frage: Warum nehmen die Frühverrentungen wegen psychischer Erkrankungen so stark zu? Heute gehen bereits ein Drittel der Frühverrentungen auf psychische Faktoren zurück. Ein sozialpolitisch brennendes Problem, das auch wissenschaftlich sehr strittig ist. Sind veränderte Arbeitsbedingungen für diese Entwicklung verantwortlich? Oder ist der Grund eher in einer "mitgebrachten Kränklichkeit" zu suchen? Oder hat sich lediglich das Diagnoseverhalten geändert? Mit diesen Kernthesen setzen sich am 10. Januar 2007 im Zentrum für Sozialpolitik (ZeS) der Universität Bremen 30 Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen auseinander. Den Organisatoren Professor Rainer Müller vom ZeS und Dr. Wolfgang Hien vom Forschungsbüro für Arbeit, Gesundheit und Biographie ist es gelungen, Wissenschaftler und Praktiker an eine Tisch zu holen, die häufig über einander und weniger miteinander sprechen. So treffen Psychologen, Soziologen, Epidemiologen, Gesundheitsforscher, Sozialmediziner, Rehabilitations- und Arbeitswissenschaftler, Ökonomen und Juristen zusammen.



Zum Hintergrund: Vor zwei Jahren hat Dr. Wolfgang Bödeker vom Bundesverband der Betriebskrankenkassen in einer Studie auf die Zunahme psychischer Erkrankungen - insbesondere von Depressionen - für Frühverrentungen hingewiesen. Seine Begründung: Die Arbeitsbedingungen belasten die Psyche immer stärker; vor allem geringer werdende Handlungs- und Entscheidungsspielräume seien dabei ausschlaggebend. Diese Aussagen stießen auf heftige Kritik: An den Arbeitsbedingungen liege es nicht, so einige Kritiker. Psychische Erkrankungen würden nicht mehr - wie früher - stigmatisiert. Die Verhaltenskultur von Ärzten und Patienten habe sich verändert. "Man redet darüber" - und entsprechend steige auch die Zahl der psychischen Kranken, die vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Eine aktuelle Untersuchung des Bremer Gesundheitswissenschaftlers und Mit-Organisators des Workshops Wolfgang Hien "plausibilisiert" - unter Berücksichtigung von Krankheitsdisposition und gewandeltem Diagnoseverhalten - allerdings grundsätzlich die Bödeker-Studie. Beim Bremer Workshop werden alle Positionen vorgetragen und im Zusammenhang mit ausführlich dokumentierten Fallbeispielen diskutiert. Veranstaltungsort für den nicht-öffentlichen Workshop ist das Zentrum für Sozialpolitik in der Parkallee 39 (ehemals Schule Am Barkhof).

Hinweis für die Medien: Da während des Workshops kein Ansprechpartner zur Verfügung steht, werden interessierte Journalistinnen und Journalisten gebeten, rechtzeitig Kontakt aufzunehmen mit Dr. Wolfgang Hien, Tel. 0171 600 6704.

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