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International Journal of Cancer, Band 120 (2), erschienen

15.01.2007 - (idw) Deutsches Krebsforschungszentrum

Eine Studie in der neuen Ausgabe des "International Journal of Cancer" (IJC), Band 120(2), zeigt, dass verschiedene Pflanzenextrakte jenes Herpesvirus aktivieren können, das den Hautkrebs Kaposisarkom verursacht. Außerdem wird eine verfeinerte Methode zur Diagnose von Gebärmutterhalskrebs beschrieben und das Risiko für Brustkrebs von Hodgkin-Lymphom-Patientinnen in Großbritannien evaluiert. Die Druckversion des IJC erscheint am 15. Januar 2007. Das Kaposisarkom, an dem vor allem Aidspatienten leiden, wird durch das Herpesvirus HHV-8 verursacht. Die HIV-unabhängige Form dieser Erkrankung kommt am häufigsten in Schwarzafrika vor. Das Auftreten der Krankheit deckt sich jedoch nicht immer mit der Verbreitung des Virus. Denise Whitby und Kollegen stellen die Hypothese auf, dass umweltbedingte Faktoren den Ausbruch der Erkrankung bei infizierten Personen fördern. Um die Hypothese zu untersuchen, testeten sie über 4500 Naturstoffe aus verschiedenen Kontinenten. Potenziell tumorerzeugende Herpesviren werden, wie seit langem bekannt ist, durch pflanzliche Phorbolester aktiviert. In dieser Studie waren fünf Prozent aller untersuchten Substanzen fähig, HHV-8 in latent infizierten Zellen zu reaktivieren, wobei der Effekt von afrikanischen Pflanzen am ausgeprägtesten war.

Zur Diagnose von Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses (cervical intraepithelial neoplasia, CIN 2,3) werden histopathologische Analysen des Gewebes herangezogen. Diese Methode gilt heute als Goldstandard, unterliegt jedoch subjektiven Beurteilungen und ist daher nicht immer zu reproduzieren. Qi Zhang und Kollegen verfeinern die Diagnosemethode, indem sie das Vorkommen des Proteins p16INK4A als Marker hinzuziehen. Außerdem müssen mehrere Pathologen in der Diagnose übereinstimmen. Mit diesen Kriterien erreichten sie eine höhere Empfindlichkeit der Diagnosen. Darüber hinaus zeigte sich, dass im Vergleich zur Routinehistopathologie die Screeningmethoden auf Gebärmutterhalskrebs (Zytologie und HPV-DNA- Test) in ihrer Sensitivität bislang unterschätzt wurden.

Kinder, die am Hodgkin-Lymphom erkranken, werden normalerweise mit Chemotherapie und Bestrahlung therapiert und haben eine relativ gute Prognose. In ihrer groß angelegten Studie untersuchten Aliki J. Taylor und Kollegen das Brustkrebsrisiko von britischen Frauen, die als Kind am Hodgkin-Lymphom erkrankt waren. Nach einer Beobachtungszeit von 25 Jahren erkrankten insgesamt 9,9 Prozent aller ehemaligen Hodgkin-Lymphom-Patientinnen an Brustkrebs. Unter denen, die eine Bestrahlung des Thorax erhalten hatten, waren es 12,2 Prozent. Damit liegt das Brustkrebsrisiko für Hodgkin-Lymphom überlebende Patientinnen in Großbritannien zwar eher an der unteren Grenze früherer Schätzungen, dies sollte aber trotzdem in der Krebsfrüherkennung berücksichtigt werden.

Die Artikel sind über folgende DOIs abrufbar (www.doi.org):
Whitby et al. Reactivation of Kaposi's sarcoma-associated herpesvirus by natural products from Kaposi's sarcoma endemic regions
DOI: 10.1002/ijc.22205
http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/abstract/113441218/ABSTRACT

Zhang et al. Impact of utilizing p16INK4A immunohistochemistry on estimated performance of three cervical cancer screening tests
DOI: 10.1002/ijc.22172
http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/abstract/113441204/ABSTRACT

Taylor, et al. Risk of breast cancer in female survivors of childhood Hodgkin's disease in Britain: A population-based study
DOI: 10.1002/ijc.22261
http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/abstract/113441214/ABSTRACT

Weitere Artikel sind unter folgendem Link verfügbar:
http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/jissue/113490127

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:
Sherryl Sundell
Managing Editor
International Journal of Cancer
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 242
69120 Heidelberg
Germany
Tel.: +49 6221 424800
Fax: +49 6221 424809
E-Mail: intjcanc@dkfz.de

Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen führen. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.

Diese Pressemitteilung ist abrufbar unter www.dkfz.de/pressemitteilungen
Weitere Informationen: http://www.dkfz.de
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