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Erfolgreich im Wettbewerb

12.02.2003 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster


Rektor Prof.Dr. Jürgen Schmidt Die Westfälische Wilhelms-Universität, mit fast 44.000 Studierenden drittgrößte deutsche Hochschule, hat sich im vergangenen Jahr im nationalen und internationalen Wettbewerb der Hochschulen erfolgreich behauptet. Das zeigt der Rechenschaftsbericht des Rektorats für das Jahr 2002, den Rektor Prof. Dr. Jürgen Schmidt am Mittwoch, 12. Februar 2003, in Münster dem Senat der Universität vorlegte.

So konnte die Universität Münster im Rahmen der erfolgs- und leistungsorientierten Mittelverteilung des Landes Nordrhein-Westfalen ihre Position gegenüber dem Vorjahr bei allen fünf zugrunde gelegten Kriterien mehr oder weniger deutlich verbessern. Innerhalb dieses am Wettbewerb orientierten Modells bestimmt sich die Höhe der laufenden Mittel für die einzelne Hochschule nach der gewichteten Zahl der Stellen, Studienanfänger, Absolventen und Promotionen sowie der Höhe der Drittmittel. Insbesondere die Erfolge der Universität Münster bei der Drittmitteleinwerbung und ihre vergleichsweise hohe Absolventenzahl führten dazu, dass sie für das laufende Jahr 2003 rund 700.000 Euro zusätzliche Mittel für Forschung und Lehre vom Land erhält.

Drittmittel, die der Universität von Dritten, also nicht vom Land NRW, zur Verfügung gestellt werden, gelten als eine der wichtigsten Messgrößen für die Forschungsleistung einer Universität. In diesem Bereich hat sich die Universität Münster im vergangenen Jahr weiter deutlich verbessert: Das Gesamtvolumen der Drittmittel einschließlich der Medizinischen Fakultät stieg 2002 im Vergleich zum Vorjahr um rund zehn Prozent von 56,4 auf 62,5 Millionen Euro. Davon entfallen 26,6 Millionen Euro auf die Medizin. Die Gesamtausgaben des "Großunternehmens" Universität Münster beliefen sich - ohne das rechtlich selbständige Universitätsklinikum Münster (UKM) - auf insgesamt 276,2 Millionen Euro gegenüber 242,2 Millionen Euro im Vorjahr. Die Steigerung ist im wesentlich auf die erstmalige Veranschlagung von Haushaltsmitteln für die Zahlung von Mieten und Pachten an den Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes NRW zurück zu führen. Für das Personal wurden 147,8 Millionen Euro (Vorjahr
143,3 Millionen Euro) ausgegeben. Rund 25 Millionen Euro, etwa soviel wie im Vorjahr, gingen direkt in die Lehre und Forschung.

Die Universität Münster, für deren Einrichtungen (ohne Medizin) eine Hauptnutzfläche von 237.000 Quadratmetern zur Verfügung steht, hat im vergangenen Jahr für die Unterhaltung und Bewirtschaftung von Grundstücken, Gebäuden und Räumen insgesamt 16,7 Millionen Euro ausgegeben. Dazu zählen auch rund vier Millionen Euro, die von der Universität aus eigenen Mitteln zur Instandhaltung und Verbesserung der teilweise maroden Bausubstanz ihrer zahlreichen Gebäude eingesetzt worden sind. Neben zahlreichen Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen, unter anderem im Fürstenberghaus, konnte die Universität Münster im vergangenen Jahr auch einen Neubau übernehmen: das rund 15 Millionen Euro teure Forschungs- und Laborgebäude der Institute für Anorganische und für Physikalische Chemie.

Mit 43.800 Studierenden im zu Ende gehenden Wintersemester 2002/2003 hat die Universität Münster ihre hohe Studentenzahl der letzten Jahre trotz Zulassungsbeschränkungen in 52 Studiengängen weitgehend gehalten. Sie ist damit nach wie vor drittgrößte Hochschule in Deutschland, hinter den Universitäten Köln und München. Die 6.094 Erstimmatrikulierten stellen einen historischen Höchststand dar nach 6.025 im Vorjahr. Von den 43.800 Studierenden der Universität Münster sind mehr als die Hälfte, genau 22.640, weiblich. Auch die Zahl ausländischer Studierender hat sich weiter erhöht: Sie stieg im Vergleich zum Vorjahr von 3.554 auf 3.855. Die Anteile von Frauen mit 51,7 Prozent und von Ausländern mit 8,8 Prozent an der Gesamtstudierendenzahl sind historische Höchstwerte in der Geschichte der Universität. Leicht zurück gegangen ist dagegen die Zahl der erfolgreichen Absolventen von 4.797 auf 4.726. Dazu zählen auch 674 Promotionen, 79 weniger als im Vorjahr. Zurückgegangen von 2.922 auf 2.526 ist auch die Zahl der Gasthörer, die sich zum überwiegenden Teil am "Studium im Alter" beteiligen.

Im März vergangenen Jahres ist die neue Verfassung der Universität in Kraft getreten, mit der das Hochschulgesetz des Landes NRW aus dem Jahr 2000 umgesetzt wurde. Inhaltlich bedeutete dies zum einen eine Verlagerung von Zuständigkeiten von der Zentrale auf die Ebene der Fachbereiche. Zum anderen wurde die Verteilung der Zuständigkeiten auf die Gremien neu geordnet: Auf der Fachbereichsebene wurde die Stellung des Dekans beziehungsweise der in einigen Fachbereichen eingerichteten Dekanate (Dekan und mehrere Prodekane) gestärkt. Auf der zentralen Ebene führten die Neuregelungen zu einer Stärkung des Rektorats, das ebenso wie alle anderen Gremien der akademischen Selbstverwaltung im vergangenen Jahr neu gewählt wurde.

Durch den Abschluss einer sogenannten "Zielvereinbarung" mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung leitete das Rektorat im Sommer 2002 auf mehreren Feldern Schritte zur weiteren Profilierung der Universität in Forschung und Lehre ein. So wird mit dem Aufbau eines "Centrums für religiöse Studien" Münster die erste Universität in Deutschland sein, an der Lehrer für islamischen Religionsunterricht an Schulen ausgebildet werden. Zwei neue Professuren für Orthodoxe Theologie und Religion des Islams wurden Ende letzten Jahres ausgeschrieben und werden in diesem Jahr besetzt. Mit der Zielvereinbarung wurden darüber hinaus unter anderem auch der Aufbau eines Landeskompetenzzentrums für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht, eines internationalen Kompetenzzentrums für Waldökologie, Holz- und Forstwirtschaft sowie die Schaffung eines neues Schwerpunkts für Angewandte Kommunikationswissenschaft mit zwei Stiftungsprofessuren für Werbekommunikation und Public Relations (PR) festgelegt. Zur Realisierung der Ziele erhält die Universität Münster vom Land insgesamt rund 7,3 Millionen Euro.

Weitreichende Folgen für den Standort Münster wird die Kooperation der Universität mit der CenTech GmbH haben. Die Gesellschaft baut derzeit im münsterschen Technologiepark ein Zentrum für Nanotechnologie. Land, Stadt und Universität teilen sich die Baukosten in Höhe von insgesamt 7,5 Millionen Euro. Von der Zusammenarbeit erhoffen sich die Beteiligten die Schaffung von Arbeitsplätzen durch Firmenneugründungen und die Ansiedlung von Unternehmen. Diese erfolgreiche Kooperation wird ebenso wie der bevorstehende Bau eines Max-Planck-Instituts für vaskuläre Biologie nach Meinung von Rektor Prof. Schmidt das Profil der Westfälischen Wilhelms-Universität schärfen und den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Münster weiter aufwerten.

Profilbildenden Charakter haben auch die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziell geförderten Sonderforschungsbereiche und Graduiertenkollegs. Das Rektorat hält an dem Ziel fest, die Zahl der zur Zeit in Münster geförderten acht Sonderforschungsbereiche und sechs Graduiertenkollegs weiter zu erhöhen und unterstützt entsprechende wissenschaftliche Projekte schon in der Antragsphase. Auf einem guten Weg befindet sich das Institut für Arterioskleroseforschung an der Universität Münster, das nach einem Beschluss der "Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung" nunmehr zum Jahr 2005 in die sogenannte "Blaue Liste" der vom Bund geförderten Forschungseinrichtungen aufgenommen werden soll.

Mehrere Wissenschaftler der Universität, darunter auch Nachwuchsforscher, haben im vergangenen Jahr Preise und Auszeichnungen für herausragende wissenschaftliche Leistungen im In- und Ausland erhalten. Mit Prof. Dr. Hubert Wolf, Kirchenhistoriker an der Katholisch-Theologischen Fakultät, erhält in wenigen Tagen in Berlin erneut ein Wissenschaftler aus Münster den mit 1,55 Millionen Euro höchstdotierten deutschen Forschungspreis, den "Leibniz-Preis" der DFG. Besonders froh ist das Rektorat darüber, dass nach den fünf münsterschen Preisträgern aus der Planetologie, der Mathematik und der Medizin nun zum ersten Mal auch ein Geisteswissenschaftler ausgezeichnet wird. Erstmalig wurden im vergangenen Jahr auch hochdotierte und zweckgebundene Förderpreise der Universität Münster für herausragende Leistungen in den Bereichen Forschung, Lehre, Frauenförderung und Forschungstransfer vergeben.

Im übrigen war 2002 auch das Jahr des 100jährigen Jubiläums der Wiedergründung der Universität Münster. Da das eigentliche Gründungsjahr 1780 schon über 200 Jahre zurückliegt, verzichtete die Universität auf offizielle Feierstunden und Festakte, unterstützte aber eine von dem Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Thomas Hoeren mit großem Engagement angeregte, vorbereitete und durchgeführte öffentliche Aktionswoche im November, die unter der Überschrift "Uni goes public" die Universität Münster in einem ganz neuen und attraktiven Licht zeigte. Die Veranstaltungen dieser Woche, die zum überwiegenden Teil nicht in Räumen der Universität sondern an verschiedenen Orten Münsters stattfanden, haben auf unterhaltsame, informative und vor allem publikumswirksame Weise deutlich gemacht, dass die Westfälische Wilhelms-Universität nicht nur das wissenschaftliche, sondern auch ein kulturelles Zentrum von Stadt und Region ist.

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