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Wahrscheinlichkeitstheorie, nichtkommutativ: Volkswagen Stiftung fördert Quantenstochastiktagung

12.02.2003 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

PM 23/2003


Mit 22000 Euro fördert die Volkswagen Stiftung eine Frühlings-"Schule", die Prof. Dr. Michael Schürmann, Lehrstuhl für Algebra und funktionalanalytische Anwendungen, und sein Assistent Dr. Uwe Franz vom 10. bis zum 22. März 2003 im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald abhalten. Der Titel des Treffens lautet "Quantum Independent Increment Processes: Structure and Applications to Physics".

Ziel des Seminars mit Dozenten aus Nottingham/UK, Bangalore/Indien, Löwen/Belgien, Odense/Dänemark, Darmstadt, Greifswald ist, Doktoranden, Post-docs und Nachwuchswissenschaftler in die Quantenstochastik einzuführen, die nur solides mathematisches Grundvorwissen wie in einem Physikstudium erfordert. "Quantum Probability" (zu Deutsch "nichtkommutative Wahrscheinlichkeitstheorie" oder "Quantenstochastik") ist eine aus der statistischen Interpretation der Quantenmechanik motivierte Verallgemeinerung der klassischen Wahrscheinlichkeitstheorie mit zwei Frage-/Forschungszielen. Zum einen geht es um die Grundlagen der Quantenmechanik und deren Zusammenhänge mit der klassischen Wahrscheinlichkeitstheorie. Quantentheoretische Versionen grundlegender klassischer Prozesse (sogenannter Levy-Prozesse) stehen im Zentrum der Untersuchung. Die "klassischen Levy-Prozesse" spielen bereits eine tragende Rolle in allen Gebieten, die stochastische Modelle verwenden, wie z. B. Physik, Biologie, Finanz- und Versicherungsmathematik. Die beiden Forscher erwarten, daß die quantentheoretischen Levy-Prozesse in Zukunft in der Mathematik enorm an Bedeutung gewinnen werden.

Zudem, so die Greifswalder Mathematiker, werden Anwendungen in der Physik behandelt. Jüngst seien durch große Fortschritte in der Präparation quantenmechanischer Zustände und in der Meßgenauigkeit viele Gedankenexperimente aus der Anfangszeit der Quantenmechanik zu realen Laborexperimenten geworden. Und das Verständnis der Quantenwelt (Quantenkommunikation, Quanten-Computer, etc.) sei weiterentwickelt. Zu deren Verwirklichung seien nicht nur technische, sondern auch grundlagentheoretische Fortschritte nötig. Die Fähigkeit, atomare Systeme trotz thermischer Störungen zu kontrollieren, bedürfe einer geeigneten Theorie für Quanten-Rauschen und quantenstochastische Prozesse. Darum befinde sich die Quantenstochastik an einem Schnittpunkt zwischen Wissenschaft und Technologie und werde bei den zu erwartenden technologischen Entwicklungen eine wichtige Rolle spielen. Stärke und Attraktivität des Gebietes liegen im engen Kontakt beider Strömungen und den sich daraus ergebenden Wechselwirkungen. In der "special school" sind theoretische und angewandte Aspekte ausgewogen vertreten.

Info: Tel.: 03834-86-4633 und 03834-86-7604 Fax: 03834-86-4641
E-mail: schurman@uni-greifswald.de und franz@uni-greifswald.de
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