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Bayreuther Kultvorlesung startet am 20. Januar mit vier Beiträgen zum Thema Energie

17.01.2007 - (idw) Universität Bayreuth

Einen Kultstatus genießt an der Universität Bayreuth die Vorlesungsreihe "Physik am "Samstagvormittag. Am 20. Januar startet sie mit vier Beiträgen zum Thema "Energie" in den nächsten und inzwischen 8. Vorlesungszyklus. Thematisiert werden die Energievorräte der Erde, die Vielfalt der Energieformen, Energiegewinnung durch Kernfusion sowie kosmische Energie. Bayreuth (UBT). Klimawandel und der Gasstreit zwischen Russland Weißrussland sind zwei aktuelle politische Themen um das Lebenselixier Energie. Energie ist eine physikalische Größe und nicht jeder stellt sich darunter dasselbe vor. Energie ist der Antrieb des Lebens und der Vielfalt auf der Erde. Darum steht der Begriff "Energie" im Zentrum der diesjährigen Vortragsreihe "Physik am Samstagvormittag" an der Universität Bayreuth, die am 20. Januar beginnt. Zu dieser inzwischen kultartigen Veranstaltung strömten bereits im vergangenen Jahr pro Vortrag mehr als 300 Zuhörer aller Altersklassen in den großen Physikhörsaal H 15 der Universität Bayreuth.
Welche Energievorräte stehen für welche Zeiträume noch zur Verfügung? Welche Alternativen haben wir? Diesen und ähnlichen Fragen widmet sich im ersten Vortrag am 20. Januar der Geologieprofessor Klaus Bitzer von der Universität Bayreuth in seinem Vortrag über "Erdöl und Ergas: Das Glas ist halbleer".
Wie saugt die Natur die Energie aus den Sonnenstrahlen? Welche Energie verbrauchen biologische Kraftmaschinen in der Zelle und treiben damit das Leben an? Wie bekommen kleine Fische Streifen? Wie sorgen Energieströme für Ordnung und Chaos in der Natur? Welche Rolle spielt die Energie für die Bildung polymerer Nanostrukturen? Diesen und ähnlichen Fragen widmet sich am 27. Januar der Bayreuther Physikprofessor Walter Zimmermann von der Universität Bayreuth im Vortrag "Energieströme: Ordnung, Chaos, Leben."
Mit der verlockenden Vorstellung, die Sonne auf die Erde zu holen, um dadurch unermäßliche Energiequellen anzuzapfen, setzt sich am 3. Februar Professor Thomas Klinger vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, mit dem die Universität Bayreuth eine enge Kooperation unterhält, in seinem Vortrag über "Sonnenfeuer auf der Erde: Fusion als künftige Energieoption" auseinander. Eine weltumspannende Kooperation - Europa, Japan, Russland, die USA, China, Südkorea und Indien - hat sich mit dem in Südfrankreich geplanten internationalen Experimentierreaktor ITER vorgenommen, die Erzeugbarkeit von Energie durch Kernfusion zu testen. Prof. Thomas ist Leiter des deutschen Fusionsprojektes Wendelstein 7-X und er wird über die neuesten Entwicklungen und Ergebnisse aus der internationalen Fusionsforschung berichten.
Wenn Physiker das Weltall beschreiben, taucht häufig der Begriff "dunkle Energie" auf. Dieser Begriff zeigt an, dass man hier Neuland betritt und noch an der Lösung von einer Reihe von Rätseln im Kosmos arbeitet. So beträgt die von Physiker mit allerlei Instrumenten im Weltall aufgespürte Masse nur in etwa 5 Prozent der Masse und Energie, die das Weltall nach den momentanen Modellvorstellungen über den Kosmos haben müsste. Nach der berühmtesten und auf Einstein zurück gehende Formel sind Masse und Energie gleichwertig und die nach den Modellen fehlenden Massen und Energien im Kosmos werden der "dunklen Materie" und der "dunklen Energie" zugeschrieben. Mit diesen und ähnlichen Rätseln des Kosmos befasst sich im letzten Vortrag am 10. Februar Prof. Matthias Bartelmann vom Zentrum für Astronomie in Heidelberg.
Die Vortragsreihe wendet sich wieder an Schüler und die breite interessierte Öffentlichkeit. Der Eintritt ist frei und für Schüler wird wieder ein Quizwettbewerb veranstaltet, wobei es für die besten Quizantworten Geldpreise gibt. Wie immer sind Fragen und Diskussionen nach dem Vortrag willkommen. Auch Für Fragen zum Physikstudium stehen nach den Vorträgen Physikprofessoren zur Verfügung.

Zu den Referenten:
Prof. Dr. Klaus Bitzer studierte an den Universitäten Freiburg, TU Clausthal, FU Berlin und der Stanford University. Nach seiner Promotion an der Universität Freiburg arbeitete er u. a. für die British National Oil Company und für die Universität Barcelona, ehe er im Jahre 2000 an der Universität Bayreuth die Professur für Geologie übernahm mit den Arbeitsschwerpunkten Hydrogeologie und Modellierung von Karbonatsedimentation.
Der gebürtige Kemnather Prof. Dr. Walter Zimmermann studierte in München und Bayreuth Physik. Nach der Promotion und Stationen in Japan, USA, am Forschungszentrum Jülich und als Professor für Theoretische Physik an der Universität des Saarlandes folgte er 2004 einen Ruf auf einen Lehrstuhl für Theoretische Physik an die Universität Bayreuth. Er beschäftigt sich u. a. mit Strukturbildungsfragen in der Zellbiologie und in der Geophysik sowie mit polymeren Nanostrukturen.
Prof. Dr. Thomas Klinger studierte in Kiel Physik, wo er auch nach einem Forschungsaufenthalt in Frankreich über Gasentladungsplasmaphysik promovierte. Nach weiteren Forschungsaufenthalten in Marseille und in Stockholm habilitierte er sich 1998 und wurde 2000 auf eine Professur an die Universität Greifswald berufen. Seit 2001 leitet er eine Abteilung am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik und seit 2005 leitet mit der Unternehmung Wendelstein 7-X einen deutschen Zweig der Fusionsforschung.

Der gebürtige Bamberger Prof. Dr. Matthias Bartelmann studierte nach seinem Abitur in Bamberg an der Ludwig-Maximilian Universität in München Physik, wo er auch promovierte. Nach Stationen u. a. an der Havard University habilitierte er sich im Jahre 2000 und seit 2003 hat er einen Lehrstuhl für Theoretische Astrophysik an der Universität Heidelberg inne. Auch seine populären Darstellungen kosmologischer Themen werden sehr geschätzt.

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