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Weltpremiere in Heidelberg

17.01.2007 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Einladung zur Pressekonferenz am 19. Januar, 11 Uhr
Foto- und Drehtermine am 19. Januar ab 8 Uhr vor Ort

Weltweit erstes drehbares Strahlführungssystem (Gantry) für Ionenstrahl-Therapie wird am Heidelberger Ionenstrahl-Therapie Zentrum (HIT) montiert Ein wichtiger - und zugleich der gewichtigste - Bestandteil des neuen Heidelberger Ionenstrahl-Therapie Zentrums (HIT) am Universitätsklinikum Heidelberg ìst in Heidelberg eingetroffen: Die Haupttragestruktur der mehr als 600 Tonnen schweren Schwerionen-Gantry - der Anlage, die eine Bestrahlung krebskranker Patienten mit Ionen aus fast jeder Einfallsrichtung erlaubt - wird derzeit aufgebaut.

Die Heidelberger Ionen-Gantry ist die weltweit erste Anlage dieser Art. Sie ist 25 Meter lang, 13 Meter breit und hat ein Gewicht von ca. 600 Tonnen. Rund 420 Tonnen werden bei der rotierenden Führung des Ionenstrahls bewegt. Die Anlieferung und Montage wird von der Firma MT Aerospace koordiniert und von Thyssen-Krupp durchgeführt.

Der Schwertransport per Schiff und LKW, der bereits für vergangene Woche vorgesehen war, wurde kurzfristig wegen unvorhergesehener Verzögerungen auf diese Woche verschoben. Erste vormontierte Großteile der Gantry sind bereits eingetroffen. Wegen der schlechten Wettervorhersage für Donnerstag findet der weitere Einbau von Gantry-Teilen am Freitag statt. Sollten schlechte Wetterbedingungen den weiteren Einbau verzögern, werden die Medien unverzüglich informiert.

Die Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen, am Freitag, dem 19. Januar, die Montage zu verfolgen und zu fotografieren bzw. zu filmen. Zum Einbau wird ab 8 Uhr das provisorische Dach des neuen Gebäudes in unmittelbarer Nähe der Radiologischen Universitätsklinik abgehoben, damit ein Kran die zum Teil 30 Tonnen schweren Einzelteile direkt im Gantry-Raum platzieren kann.

Tumoren können aus verschiedenen Richtungen bestrahlt werden

Das HIT-Gebäude verfügt auf 5. 000 Quadratmetern über drei Behandlungsplätze: zwei Horizontalplätze, bei der die Austrittsöffnung des Ionenstrahls nicht beweglich ist, und die so genannte Schwerionen-Gantry. Hier kann das Strahlführungssystem um die Körperlängsachse des Patienten rotieren und so den Tumor aus verschiedenen Richtungen in einem günstigen Winkel bestrahlen. Der Patient wird mit einem Roboter positioniert, die exakte Lage des Tumors unmittelbar vor der Bestrahlung mit Röntgendetektoren überprüft.

Mit diesem aufwendigen Verfahren können selbst komplex geformte Tumoren über einen variablen Einstrahlwinkel mit der richtigen Strahlendosis erreicht werden. Die erforderliche Technik, insbesondere die Trägerkonstruktion, benötigt viel Platz: Die Gantry nimmt alle drei Etagen des Gebäudes in Anspruch.

Ionenstrahl-Therapie effektiver und präziser als konventionelle Verfahren

Das Heidelberger Ionenstrahl-Therapie Centrum (HIT) ist die weltweit erste Anlage, in der mit verschiedenen Ionen - Protonen und schweren Kohlenstoff-Ionen - bestrahlt werden kann. Damit steht Patienten mit inoperablen Schädelbasis- und Hirntumoren, Weichteilsarkomen, Prostatakarzinomen oder bestimmte kindlichen Tumoren ab Ende 2007 unter der Leitung von Professor Dr. Dr. Jürgen Debus, Ärztlicher Direktor der Strahlentherapie, ein effektives und präzises Therapieverfahren zur Verfügung.

Bei der Protonen- oder Schwerionen-Therapie werden die Ionen über eine Beschleunigeranlage auf beinahe zwei Drittel der Lichtgeschwindigkeit gebracht und in den Tumor geschossen, dessen Gewebe so zerstört wird. Durch millimetergenaue Steuerung wird der Tumor punktgenau getroffen und das umgebende gesunde Gewebe geschont: Der Ionenstrahl dringt bis zu 30 Zentimeter in das Gewebe ein und weicht dabei höchstens einen halben Millimeter vom Zielpunkt ab. Am Heidelberger Ionenstrahl-Therapie Zentrum sollen jährlich mindestens 1.000 Patienten behandelt werden.

Am 19. Januar um 11 Uhr findet eine Pressekonferenz im Gebäude des
Heidelberger Ionenstrahl-Therapie Zentrums (HIT), Raum 99.15, statt.

Zugang über die Einfahrt zum Baugelände gegenüber der Jugendherberge Heidelberg (Tiergartenstraße 5). Parkmöglichkeiten sind auf dem Parkplatz neben der Baustelle gegenüber dem Zoo vorhanden.

Folgende Ansprechpartner werden für Fragen zur Verfügung stehen:

- Professor Dr. Dr. Jürgen Debus,
Ärztlicher Direktor der Klinik für RadioOnkologie und
Strahlentherapie des Universitätsklinikums Heidelberg,
Leiter HIT

- Professor Dr. Eike Martin,
Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums
Heidelberg

- Irmtraut Gürkan,
Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums Heidelberg

- Dr. Hartmut Eickhoff,
Gesellschaft für Schwerionenforschung mbH Darmstadt, Leiter des Beschleunigerbereichs

- Dr. Thomas Haberer,
wissenschaftlich-technischer Direktor der HIT Betriebs GmbH

- Thomas Zimmerer,
Geschäftsführer MT Mechatronics GmbH

Bitte teilen Sie auf dem beiliegenden Faxantwortbogen mit, ob Sie an der Pressekonferenz teilnehmen werden oder an der Pressemappe interessiert sind!


Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

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