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Palliativzentrum Göttingen feierlich eröffnet

18.01.2007 - (idw) Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen

Palliativstation und Palliativambulanz der Universitätsmedizin Göttingen mit 3,48 Millionen Euro der Deutschen Krebshilfe eingerichtet. (umg) Das neue Palliativzentrum Göttingen wurde heute, am Donnerstag, dem 18. Januar 2007, feierlich eröffnet. Über 300 Gäste aus Wissenschaft, Gesundheitswesen, Politik und Wirtschaft begleiteten den Festakt für das neue, in Niedersachsen einmalige Projekt.

"Das Zentrum für Palliativmedizin an der Universität Göttingen schließt eine Versorgungslücke", betonte der Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, Gerd Nettekoven, in seiner Ansprache. "Wir sind der Deutschen Krebshilfe sehr dankbar für die großzügige Förderung", erklärte Professor Dr. Cornelius Frömmel, Sprecher des Vorstandes Universitätsmedizin Göttingen. "Zusammen mit der Stiftungsprofessur der Deutschen Krebshilfe sind Forschung, Lehre und Patientenversorgung in der Palliativmedizin an der Universitätsmedizin Göttingen jetzt gut etabliert. Dieses Engagement der Deutschen Krebshilfe ist in Zeiten zurückgehender Mittel unverzichtbar."

"Eine gute und flächendeckende Palliativmedizin lässt den Ruf nach aktiver Sterbehilfe verhallen. Menschen, die unheilbar krank sind und sich dennoch aufgehoben fühlen, deren Schmerzen wirksam bekämpft und deren Sorgen ernst genommen werden, erleben auch die letzten Tage und Wochen ihres Lebens als lebenswert", sagte Nettekoven.

Die Niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, Mechthild Ross-Luttmann sagte in ihrem Grußwort: "Es ist eine großartige Leistung, dass so viele Menschen Zeit, Geld und Energie "geopfert" haben, damit wir dieses Zentrum nur fünfzehn Monate nach dem ersten Spatenstich in Betrieb nehmen können." Die ersten Patienten konnten Mitte Januar 2007 auf der Palliativstation aufgenommen werden. Auch im ambulanten Bereich wurden bereits die ersten Patienten behandelt.

Das neue Palliativzentrum verfügt über zehn Betten, darunter acht Einzelbetten mit rooming-in-Möglichkeit für Angehörige, und ein Doppelzimmer. Jedes Patientenzimmer im Erdgeschoss hat einen Zugang nach außen, damit die Patienten auf der Terrasse verweilen können. Die Station hat einen Begegnungs- und Rückzugsraum für Familien und Angehörige. Architektonisch besonders interessant sind der 'Raum der Stille', ein Zimmer, das als Klangraum angelegt ist, sowie ein modernes funktionales Erlebnisbad. "Bei allen baulichen Ideen steht die Funktion im Interesse der Patienten über allem", sagte Prof. Friedemann Nauck, Direktor der Abteilung Palliativmedizin. "Wir haben das Konzept mit Bedacht entwickelt. Diese Station ist auch eine Wohnstation." Im Palliativzentrum Göttingen arbeiten derzeit vier Ärzte, zehn Krankenschwestern, ein Psychologe und in naher Zukunft eine Sozialarbeiterin.

In der Außengestaltung und Inneneinrichtung unterscheidet sich das neue Palliativzentrum deutlich von den übrigen Stationsbereichen am Universitätsklinikum Göttingen. So wurde die Außenfassade des Bettenhauses im Bereich des Palliativzentrums mit viel Glas umgestaltet. Das Palliativzentrum hat einen eigenen, separaten Eingang. Für die Inneneinrichtung wurden hochwertige Materialien verwendet: Neben psychologisch ausgewählten Farben und einer wohnlichen Atmosphäre besitzt die Station eine angenehme Raum-Akustik.

Zum neuen Palliativzentrum gehört eine Tagesklinik für die ambulante Versorgung von Palliativpatienten. Dem Patienten soll nach Bewältigung seiner Krise eine weitgehend angstfreie Entlassung nach Hause möglich werden. Die Einbindung in ein ambulantes Setting schafft mehr Vertrauen für seinen Aufenthalt zu Hause, die Kooperation mit den niedergelassenen Haus- und Fachärzten ist hergestellt.

Die Deutsche Krebshilfe hat das Vorhaben mit 3,48 Millionen Euro maßgeblich finanziert. Zusammen mit der enormen Unterstützung aus der Region durch den Göttinger "Förderverein für Palliativpatienten an der Universitätsklinik Göttingen e.V." konnte das neue Palliativzentrum Wirklichkeit werden.

Das Palliativzentrum Göttingen versorgt schwerstkranke und unheilbar kranke Menschen mit einer besonderen medizinischen, pflegerischen, psychologischen und sozialen Betreuung. Diese Patienten brauchen besondere Zuwendung, Begleitung und Behandlung. Ziel palliativmedizinischer Betreuung ist es, das Leiden zu lindern und die Lebensqualität für die Patienten und deren Familien in den letzten Wochen und Monaten des Lebens zu stabilisieren und - soweit möglich - zu verbessern. Dazu gehören eine individuell angepasste Schmerzbehandlung und Symptomkontrolle, eine ganzheitliche Betreuung und Pflege sowie die psychologische und spirituelle Begleitung. Nach einem Aufenthalt, der begrenzt sein soll, werden die Patienten bald wieder in die häusliche oder ambulante Palliativpflege entlassen.

Die Palliativmedizin hüllt sich wie ein schützender Mantel (lat. pallium) um schwerstkranke und sterbende Menschen. Ihr Anliegen ist es, "nicht dem Leben Tage zu geben, sondern den Tagen Leben". Nach wie vor gibt es in Deutschland einen Mangel an Palliativzentren und entsprechend ausgebildeten Ärzten und Pflegern. Dieses Notstandes nimmt sich die Deutsche Krebshilfe an: Seit sie 1983 in Köln die erste Palliativstation eröffnete, hat sie dazu beigetragen, das palliativmedizinische Netz in Deutschland enger zu knüpfen. Nun hat auch die Universität Göttingen ein Zentrum für Palliativmedizin sowie eine Stiftungsprofessur für Palliativmedizin, die Professor Dr. Friedemann Nauck inne hat, erhalten.

Die Deutsche Krebshilfe finanziert sich ausschließlich aus Spendengeldern der Bevölkerung und kämpft als Bürgerinitiative bereits seit über 30 Jahren gegen den Krebs. Ihr Spendenkonto: 909093 bei der Sparkasse KölnBonn.

WEITERE INFORMATIONEN:
Prof. Dr. Friedemann Nauck
Direktor Abteilung Palliativmedizin
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Robert-Koch-Straße 40
37075 Göttingen
Telefon: 0551 - 39 - 10 338
E-Mail: Friedemann.Nauck@med.uni-goettingen.de

Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leiter und Pressesprecher
Stefan Weller
Robert-Koch-Str. 42
37075 Göttingen
Tel. 0551/39 - 9959
Fax: 0551/39 - 9957
presse.medizin@med.uni-goettingen.de
www.universitaetsmedizin-goettingen.de

Deutsche Krebshilfe
Bereichsleiterin Öffentlichkeitsarbeit
und Pressesprecherin
Dr. med. Eva M. Kalbheim
Thomas-Mann-Str. 40
53111 Bonn
Tel. 0228/72990-270
Fax 0228/72990-11
kalbheim@krebshilfe.de
www.krebshilfe.de

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