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Ehrendoktor der TU Kaiserslautern erhält prestigeträchtigen Japan Preis

22.01.2007 - (idw) Technische Universität Kaiserslautern

Prof. Albert Fert von der Universität Paris Süd, der im Oktober 2006 die Ehrendoktorwürde des Fachbereichs Physik der TU Kaiserslautern erhielt, wird gemeinsam mit Prof. Peter Grünberg aus Jülich für die Entdeckung des Riesen-Magnet-Widerstandseffekts mit dem über 300.000 Euro dotierten prestigeträchtigen Japan Preis ausgezeichnet.

Der von ihm gemeinsam mit Prof. Peter Grünberg entdeckte Riesen-Magnet-Widerstandseffekt (besser bekannt unter seinem englischen Kürzel GMR, für "Giant Magneto Resistance") ist ein Meilenstein sowohl in der Festkörperphysik als auch in der Informationstechnologie. Er ist beispielsweise Grundlage für Leseköpfe für moderne Computer-Festplatten, aber auch für Sensoren in der Automobilindustrie, im Maschinenbau oder in der Medizin. Wegen dieser bahnbrechenden Erfindung gilt Prof. Fert als Anwärter auf einen zukünftigen Nobelpreis.

Die Entdeckung des Riesen-Magnet-Widerstandseffekts hat ein neues Forschungsgebiet mit hohem Anwendungspotential hervorgebracht, die so genannte Spintronik. Neu ist, dass die fundamentalen elektrischen und magnetischen Eigenschaften von Elektronen gemeinsam für die Elektronik nutzbar gemacht werden. Die Spintronik ist ein Schwerpunktthema im Fachbereich Physik der TU Kaiserslautern. Mit Prof. Fert bestehen lange wissenschaftliche Beziehungen. Um die europäische Zusammenarbeit auf diesem Gebiet weiter voranzutreiben hat Prof. Burkard Hillebrands aus dem Fachbereich Physik das europäische Forschungs- und Ausbildungsnetzwerk SPINSWITCH ins Leben gerufen, das von der Europäischen Union finanziert wird. Prof. Fert und seine Gruppe sind ein wichtiger Partner und bringen zentrale Kompetenz ein. Insgesamt 15 führende Forschergruppen aus acht Ländern der Europäischen Union arbeiten zusammen, darunter die Firmen Siemens und Thales. Die Forscher haben sich zum Ziel gesetzt, besonders schnelle magnetische Schalter und Hochfrequenzbauelemente für die Telekommunikation zu erforschen.

Die bis dahin benutzten, auf dem Magnet-Widerstandseffekt basierenden Köpfe erreichen nur eine Wandlungsrate von wenigen Prozent, beim GMR-Effekt stieg sie letztlich auf mehrere zig Prozent. Inzwischen können die Köpfe Datenbits im Nanometer-Bereich auslesen. Der GMR-Effekt, den Fert an der Universität von Paris-Süd und Grünberg in Jülich ohne voneinander zu wissen fast gleichzeitig entdeckten, tritt in Materialien auf, bei denen mindestens zwei ferromagnetischen Schichten wie Kobalt oder Eisen durch eine nicht ferromagnetische, nur wenige atomare Lagen dicke Zwischenschicht etwa aus Chrom oder Kupfer getrennt sind.

Für "diese bahnbrechende technische Innovation" wird der japanische Kaiser Akihito Fert und Grünberg am 19. April den mit 50 Millionen Yen dotierten Japan Preis in der Kategorie "durch Grundlagenforschung inspirierte innovative Geräte" verleihen, teilte die japanische Stiftung für Wissenschaft und Technik kürzlich mit. "Es ist sehr bemerkenswert, dass eine wissenschaftliche Entdeckung in so kurzer Zeit zu einer praktischen Anwendung geführt hat", begründete Koichi Kitazawa, der Vorsitzende des Auswahlausschusses, die Wahl.

Die Initiatoren der erstmals 1985 vergebenen Auszeichnung wollen ein asiatisches Äquivalent zum Nobel-Preis schaffen. Der Japan Preis wurde daher besonders positioniert. Ganz im Sinne des Stifters und ersten Präsidenten des Japan Preises Konosuke Matsushita, dem Gründer des heute unter Panasonic firmierenden weltgrößten Konsumelektronikkonzerns Matsushita Electric Industrial, wird nur Grundlagenforschung ausgezeichnet, die eine Bahn brechende technische Innovation angestoßen hat. So müssen laut der Präambel des Japan Preises die Forschungsergebnisse von Preisträgern in den zwei Kategorien "durch Grundlagenforschung inspirierte innovative Geräte" und "Wissenschaft und Technologie für harmonische Ko-Existenz mit der Natur" anerkanntermassen "die Grenzen des Wissens erweitert und Frieden und Wohlstand der Menschheit gedient haben."

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