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"Ein Zeichen der erweiterten Autonomie"

23.01.2007 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Biochemikerin Regine Heller zur außerplanmäßigen Professorin der Universität Jena ernannt Jena (23.01.07) Es gehört zu den vornehmen Pflichten eines Universitäts-Rektors, akademische Würden zu verleihen. Diese Aufgabe hat am Dienstag (23.01.) Rektor Prof. Dr. Klaus Dicke gerne übernommen und PD Dr. Regine Heller die Würde einer außerplanmäßigen (apl.) Professorin verliehen. Etwas, was der Jenaer Universitäts-Rektor schon mehrfach getan hat - und was dennoch eine Premiere war. Denn damit wurde erstmals ein Verfahren an der Friedrich-Schiller-Universität Jena abgeschlossen, das nicht mehr vom Thüringer Kultusministerium genehmigt werden musste.

Auf der Grundlage des neuen Thüringer Hochschulgesetzes kann der Rektor in Kürze auch Berufungen selber durchführen. "Die neue Regelung ermöglicht es uns, wesentlich rascher zu entscheiden und damit im Wettbewerb um die besten Köpfe manchmal den entscheidenden Moment vor unseren Konkurrenten handeln zu können", sagt Prof. Dicke. "Außerdem ist dieses neue Recht", so der Rektor weiter, "ein Zeichen der erweiterten Autonomie der Universität". Dicke sieht in der neuen Regelung einen ersten Schritt in Richtung auf die notwendigen Freiheiten, die die Universität benötigt, um im globalen Wettbewerb eine gute Chance zu haben. "Doch es gibt schon noch viele weitere Bereiche, in denen die Universität mehr Autonomie benötigt", ergänzt der Rektor.

"Es hat mich überrascht", kommentiert Regine Heller die Tatsache, dass sie jetzt mit dieser Premiere in die Annalen der Friedrich-Schiller-Universität eingeht. Die 52-jährige neu berufene apl. Professorin für Biochemie und Pathobiochemie freut sich vor allem darüber, "dass mit der Ernennung meine wissenschaftlichen Leistungen anerkannt werden". Heller - deren Kompetenz außer Frage steht, wie auch ein Ruf auf eine Professur an der Universität Greifswald beweist, den sie aus persönlichen Gründen nicht angenommen hat - ist Leiterin der Arbeitsgruppe Endothelzellbiologie des Instituts für Molekulare Zellbiologie am Jenaer Universitätsklinikum. Im Mittelpunkt ihrer Forschungen stehen die Endothelzellen, die - wie das Innenfutter in einer Jacke - die Blutgefäße auskleiden und deren Funktion sowie den Blutfluss regulieren. "Endothelzellen sind zum Beispiel für die Weitstellung der Gefäße und die Neubildung von Blutgefäßen verantwortlich", erklärt die Medizinerin, die sich über dieses Thema bereits 1994 habilitiert hat. Wenn diese Zellen nicht mehr korrekt arbeiten, führt dies zu Gefäßkrankheiten wie Arterienverkalkung, Bluthochdruck oder Gefäßveränderungen bei Diabetes mellitus. Was zu Fehlfunktionen dieser Endothelzellen führen kann und wie sie im Detail ihre Aufgaben ausüben, das untersucht Hellers Arbeitsgruppe. Im Mittelpunkt stehen dabei "die Funktionen von Signalmolekülen in Endothelzellen, die für die Aufrechterhaltung der Zellfunktionen von entscheidender Bedeutung sind", sagt die Mutter zweier Söhne, die ihre Forschungen nun "mit neuem Schwung" betreiben will, denn die Ernennung zur Professorin sei ja "nicht nur Auszeichnung, sondern auch Verpflichtung".

Kontakt:
apl. Prof. Dr. Regine Heller
Institut für Molekulare Zellbiologie der Universität Jena
Nonnenplan 2
07743 Jena
Tel.: 03641 / 938750
E-Mail: regine.heller[at]mti.uni-jena.de

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