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Bärbel Friedrich, Berlin, und Harald zur Hausen, Heidelberg, neu im Leopoldina Präsidium

13.02.2003 - (idw) Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina

Der Senat der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina wählte am 12. Februar 2003 die Mikrobiologie-Professorin Dr. Bärbel Friedrich von der Humboldt-Universität zu Berlin und den Virologie-Professor Dr. Dr. h.c. mult. Harald zur Hausen, Vorsitzender des Vorstands des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg, zu neuen Mitgliedern des Präsidiums der Leopoldina.

Bärbel Friedrich folgt dem langjährigen Präsidiumsmitgliedsglied, dem Freiburger Biologie-Professor Dr. Hans Mohr, nach, der nach zehnjähriger Zugehörigkeit zum Präsidium der Leopoldina nicht wiedergewählt werden konnte. Harald zur Hausen tritt als Vizepräsident der Leopoldina für Medizin die Nachfolge des Würzburger Virologie-Professors Dr. Volker ter Meulen an, der am 13. Februar 2003 das Amt des Präsidenten der Leopoldina von seinem Vorgänger, dem Halleschen Pflanzenbiochemie-Professor Dr. Dr. h.c. Benno Parthier, übernahm.

Dem zwölfköpfigen Präsidium der Leopoldina gehören damit zwei weitere international anerkannte Forscherpersönlichkeiten an, die sich auch durch ihr Engagement in der Wissenschaftspolitik nachhaltige Verdienste erworben haben.

Bärbel Friedrich hat an der Georg-August-Universität in Göttingen Biologie studiert und wurde hier auch promoviert. Nach einem Forschungsaufenthalt am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, USA, forschte und lehrte sie an der Universität in Göttingen. Dem Ruf auf eine C3-Professur für Mikrobiologie an der Universität in Heidelberg folgte Friedrich 1984 nicht und wechselte stattdessen 1985 auf die C4-Professur für Mikrobiologie am Fachbereich Mikrobiologie der Freien Universität Berlin. Seit 1994 ist Friedrich C4-Professorin für Mikrobiologie an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät I der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihr aktuelles Forschungsgebiet ist die Transkriptionskontrolle durch Signaltransduktion gasförmiger Substanzen. Friedrich ist Mitglied mehrerer Akademien und eingebunden in zahlreiche Editorial Boards internationaler Zeitschriften. Sie war Vizepräsidentin der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologe, Mitglied des Heisenbergausschusses der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Fachgutachterin für Mikrobiologie der DFG, Mitglied in der Auswahlkommission für den Beckurts-Preis und Mitglied des Wissenschaftsrates. Sie ist Vizepräsidentin der DFG. 1994 wählte die Leopoldina Friedrich zu ihrem Mitglied (Sektion Mikrobiologie und Immunologie).

Harald zur Hausen studierte an den Universitäten in Bonn, Hamburg und Düsseldorf Humanmedizin. Nach Forschungsaufenthalten am Children's Hospital in Philadelphia und Tätigkeiten an der University of Philadelphia habilitierte er sich 1969 am Institut für Virologie der Universität Würzburg und übernahm 1972 eine C4-Professur für Klinische Virologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. 1977 übernahm er die Leitung des Instituts für Virologie der Universität in Freiburg. Seit 1983 leitet zur Hausen als Vorstandsvorsitzender das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Für seine Erkenntnisse bei der Erforschung der Beteiligung von Krebsviren an der Entstehung von Tumoren der Mundhöhle, des Kehlkopfes und des Genitaltraktes erhielt zur Hausen vielfältige Auszeichnungen, Preise und Ehrendoktorwürden. Er ist Mitglied mehrerer Editorial Boards internationaler Zeitschriften und Mitglied vielfältiger internationaler wissenschaftlicher Gremien. Er war unter anderem Vorsitzender des Kuratoriums der Dahlem Konferenzen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Großforschungseinrichtungen, Mitglied im Gesundheitsforschungsrat des BMBF und Mitglied im Scientific Advisory Board des Imperial Cancer Research Center (ICRC) in London. Zur Zeit ist er Vizepräsident der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF). Seit 1987 ist zur Hausen Mitglied der Leopoldina und derzeit gewählter Obmann und Senator der Sektion Humangenetik und Molekulare Medizin.

Zur Akademie Leopoldina:
Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina (gegründet 1652 in Schweinfurt) mit Sitz in Halle an der Saale (seit 1878) ist eine überregionale Gelehrtengesellschaft mit gemeinnützigen Aufgaben und Zielen. Sie ist die älteste naturwissenschaftliche Akademie in Deutschland. Sie trägt durch die Jahresversammlungen, fachspezifische Meetings und Symposien, monatliche Vortragssitzungen und die vielfältigen persönlichen Kontakte der Mitglieder "zum Wohle des Menschen und der Natur" bei. Ihr gehören 1000 Mitglieder in aller Welt an. Drei Viertel der Mitglieder kommen aus den Stammländern Deutschland, Schweiz und Österreich, ein Viertel aus weiteren ca. 30 Ländern. Zu Mitgliedern werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen gewählt, die sich durch bedeutende Leistungen ausgezeichnet haben.

Die Leopoldina wird von einem ehrenamtlichen Präsidium geleitet. Präsident der Leopoldina ist seit Februar 2003 der Virologie-Professor Dr. Volker ter Meulen (Würzburg). Vizepräsidenten sind derzeit der Psychologie-Professor Dr. Paul B. Baltes (Berlin), der Virologie-Professor Dr. Harald zur Hausen (Heidelberg) und die beiden Chemie-Professoren Dr. Gunter S. Fischer (Halle an der Saale) und Dr. Ernst-Ludwig Winnacker (München). Letzterer ist zugleich Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Bonn. Weitere sieben Präsidiumsmitglieder, darunter jeweils ein Vertreter aus Österreich und der Schweiz, sind in die Arbeit des Präsidiums eingebunden. Die laufenden Geschäfte der Leopoldina führt eine Generalsekretärin, die Neurobiologie-Professorin Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug.

Die Leopoldina erhält ihre finanziellen Zuwendungen für die satzungsgemäßen Aufgaben zu 80 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und zu 20 Prozent vom Land Sachsen-Anhalt.

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