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Schwimmende Universität geht in Bremen an Land

26.01.2007 - (idw) MARUM_Forschungszentrum Ozeanränder, Universität Bremen

UNESCO-Konferenz für junge Meeresforscher

Von Montag bis Donnerstag kommender Woche (29.1. - 1.2.) treffen sich knapp 60 junge Geowissenschaftler aus 13 Ländern zu einer internationalen Konferenz im Bremer MARUM_Forschungszentrum Ozeanränder. Unter Anleitung erfahrener Kollegen stellen sie die Ergebnisse zweier Meeresexpeditionen vor, die im Rahmen des UNESCO-Programms "Training durch Forschung" veranstaltet wurden. Die jeweils zweimonatigen Reisen fanden im Sommer 2005 bzw. 2006 statt. Zu den aufregendsten Ergebnissen der Expeditionen zählt die erstmalige Beprobung von Gashydraten vor der norwegischen Küste. Gut zwei Monate waren die Nachwuchs-Wissenschaftler in den vergangenen beiden Sommern jeweils unterwegs. Auf dem 105 Meter langen russischen Forschungsschiff "Professor Logachev" kreuzten sie u.a. vor der norwegischen Küste und im Golf von Cadiz, vor der Rhone-Mündung und im Schwarzen Meer. Dabei machte das bunt ge¬mischte, interdisziplinäre Team erstaunliche Entdeckungen.

Nachdem sie das untermeerische Voring-Plateau vor der norwegischen Küste mit dem Seitensicht-Sonar, einer Unterwasserakustik, vermessen hatten, beprobten die Jungforscher den Meeresboden in 700 Metern Tiefe. Dabei gelang ihnen, erstmals in dieser Region Gashydrate ans Tageslicht zu bringen. Vor der marokkanischen Küste entdeckten die Wissenschaftler neue submarine Karbonatberge und Kolonien von Kaltwasserkorallen.

"An Bord herrschte schon eine besondere Atmosphäre", erinnert sich Prof. Gerhard Bohrmann mit Blick auf die von ihm geleiteten Expeditionsabschnitte im Schwarzen Meer. "Für die Studenten und die Wissenschaftler, die am Anfang ihrer Karriere stehen, stellte die Fahrtteilnahme ein perfektes `Training on the job` dar", urteilt der stellvertretende Direktor des Bremer Forschungszentrums Ozeanränder, der gemeinsam mit seinem russischen Kollegen Prof. Michael Ivanov von der Staatlichen Universität Moskau die jetzt anstehende UNESCO-Konferenz organisiert.

Während der monatelangen Expeditionen dampfte das Forschungsschiff "Professor Logchev" als schwimmende Universität über die Meere. "An Bord fanden regelmässig Vorlesungen, Kurse statt. Außerdem haben die Studenten durch die aktive Forschung an Bord gelernt, wie meerestechnische Instrumente funktionieren und wie man mit ihnen umgeht. Eine bessere Einführung in die Methoden der Meeresforschung gibt es nicht," sagt Prof. Bohrmann. "Kein Wunder, dass die Plätze an Bord der `Logachev` bei den Studenten, die sich international bewerben, heiss begehrt sind". Davon abgesehen mussten sich die Teilnehmer, die u.a. aus Belgien, China, Deutschland, Georgien, Mozambique, Norwegen, Portugal und Russland kamen, im Arbeitsalltag sowie in der kargen Freizeit an Bord miteinander arrangieren. "Das Bordleben spielt sich auf engem Raum ab. Da lernt man sich schnell gut kennen. Ohne eine gehörige Portion Toleranz gerade mit Blick auf die Unterschiede der Kulturen geht das nicht. Insofern haben die Teilnehmer weit mehr gelernt als nur die spannende Wissenschaft vom Meer", meint der Bremer Tagungsleiter.

Auf der Konferenz erfahren die Teilnehmer, was es heißt, seine wissenschaftlichen Befunde einem größeren Fachpublikum zu präsentieren. Nach den methodischen Übungen an Bord sicherlich eine weitere gute Trainingseinheit.


Weitere Informationen/Interviewanfragen:
Albert Gerdes
Öffentlichkeitsarbeit
MARUM_Forschungszentrum Ozeanränder
Tel. 0421 - 218-65540
mail: agerdes@marum.de

Bildmaterial:
1.www.planeterde.de/Members/redaktion/GEOTECHNOLOGIEN/07_2005/METRO2005/view
2. Weiteres Bildmaterial ab Montag unter www.marum.de
Weitere Informationen: http://www.planeterde.de/Members/redaktion/GEOTECHNOLOGIEN/07_2005/METRO2005/view
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