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Selbstbewusst wohlfühlen im eigenen Körper: Körperbildgruppe für übergewichtige Frauen startet an der RUB

26.01.2007 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Der Kampf gegen die Körperfülle ist für viele stark übergewichtige Frauen ein langer und aussichtsloser. Misserfolge durch gescheiterte Diäten mit Jojo-Effekt tragen zusammen mit den Hänseleien, denen Dicke von Kindesbeinen an ausgesetzt sind, dazu bei, den eigenen Körper als Feind zu empfinden. Sich wieder mit sich selbst anzufreunden und ein gesundes Verhältnis sowohl zum eigenen Körper als auch zum Essverhalten zu finden, hilft die Körperbildtherapie, die die Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie der Ruhr-Universität ab März 2007 anbietet. Die Gruppentherapie soll so auch beim Abnehmen unterstützend wirken. Interessentinnen mit einem Body-Mass-Index von über 30 können sich ab sofort informieren unter Tel. 0234/32-27788 oder per E-Mail (dorothea.trojca@kli.psy.ruhr-uni-bochum.de). Bochum, 26.01.2007
Nr. 39

Selbstbewusst wohlfühlen im eigenen Körper
Körperbildgruppe für übergewichtige Frauen startet
RUB-Psychologen leiten an zum guten Selbstbild

Der Kampf gegen die Körperfülle ist für viele stark übergewichtige Frauen ein langer und aussichtsloser. Misserfolge durch gescheiterte Diäten mit Jojo-Effekt tragen zusammen mit den Hänseleien, denen Dicke von Kindesbeinen an ausgesetzt sind, dazu bei, den eigenen Körper als Feind zu empfinden. Sich wieder mit sich selbst anzufreunden und ein gesundes Verhältnis sowohl zum eigenen Körper als auch zum Essverhalten zu finden, hilft die Körperbildtherapie, die die Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie der Ruhr-Universität ab März 2007 anbietet. Die Gruppentherapie soll so auch beim Abnehmen unterstützend wirken. Interessentinnen mit einem Body-Mass-Index von über 30 können sich ab sofort informieren unter Tel. 0234/32-27788 oder per E-Mail (dorothea.trojca@kli.psy.ruhr-uni-bochum.de).

Den Teufelskreis durchbrechen

Stark übergewichtige Patienten sind häufiger als Normalgewichtige Hänseleien und Stigmatisierungen bezüglich ihres Körpers ausgesetzt. Oft werden sie als faul, krank und unkontrolliert beschrieben. Deshalb sind sie häufig unzufrieden mit dem eigenen Körper, was sich in einem negativen Selbstbild niederschlägt. Diäten enden oft mit dem berühmten Jojo-Effekt, was den Frust immer mehr steigen lässt. Die Körperbildtherapie soll diesen Teufelskreis aus Frust, Essen und Diäten durchbrechen helfen. "Unser wichtigstes Ziel ist mehr Akzeptanz des eigenen Körpers", so Dorothea Trojca.

Psychische Faktoren berücksichtigen

Adipositas (Fettsucht) gilt zurzeit nicht als psychische Störung, sondern "nur" als Risikofaktor für medizinische Erkrankungen. "Üblicherweise zielt die Adipositastherapie auf Gewichtsreduktion bzw. neuerdings auf Gewichtsstabilisierung ab", erklärt Dorothea Trojca. "Diäten, als bei Adipositas am häufigsten durchgeführte Behandlung, zeigen im Langzeitverlauf allerdings Misserfolgsquoten von über 90 Prozent." Nicht zuletzt deswegen versucht man immer mehr, auch psychologische Faktoren bei der Behandlung von übergewichtigen Menschen zu berücksichtigen. Der Kurs widmet sich neben der Erarbeitung der individuellen Entstehungsbedingungen des negativen Körperbildes dem Aufdecken und Verändern negativer Gedanken in Bezug auf den Körper (z.B. "Der Wert meiner Person hängt von meinem Gewicht ab."). Einen weiteren Schwerpunkt der Gruppe bildet die Körperkonfrontation per Spiegel und Video. Sie dient dem Abbau der negativen Gefühle und Einstellungen dem eigenen Körper gegenüber. Die Übungen unterstützen die Teilnehmerinnen außerdem darin, auch positive Aspekte ihres Körpers zu entdecken. Letzter Schritt ist die Übertragung des "neuen" Körpergefühls in den Alltag durch den Abbau des Vermeidungsverhaltens und den Aufbau regelmäßiger positiver körperbezogener Aktivitäten. So sollen die Teilnehmerinnen positive Erfahrungen mit ihrem Körper machen und sich wieder mit ihm anfreunden.

Zehn Sitzungen à 90 Minuten


Pro Gruppe können acht Frauen teilnehmen. Es finden insgesamt zehn Sitzungen à 90 Minuten statt, jeweils einmal in der Woche. Die Kosten betragen insgesamt 150 Euro, wobei vielfältige Materialien zum Nacharbeiten der Sitzungsinhalte im Preis enthalten sind. Jede Gruppe wird von zwei im Bereich der Essstörungen erfahrenen Diplom-Psychologinnen geleitet.

Weitere Informationen

Dipl. Psych. Dorothea Trojca, Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Psychologie, Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie, E-Mail: dorothea.trojca@kli.psy.ruhr-uni-bochum.de

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