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Textilforschungszentrum Hoehnsteiner Institute - Textile Innovationen zum Wohle des Patienten

14.02.2003 - (idw) Hohensteiner Institute

Bönnigheim (hm) - Bereits seit vielen Jahren arbeiten in Hohenstein Mediziner, Human- und Mikrobiologen, Physiologen und Textilwissenschaftler an der Schnittstelle zwischen Medizin und Textilien eng zusammen und haben eine Vielzahl innovativer Anwendungsmöglichkeiten hervorgebracht. Um Synergieeffekte noch besser zu nutzen, widmet sich mit dem Kompetenzzentrum Medizintextilien seit Juni 2001 ein eigener Arbeitsbereich dem zukunftsträchtigen Feld textilbasierter Lösungen für die Gesundheitsversorgung.
"Textilien", so Dr. Stefan Mecheels, Leiter der Hohensteiner Institute, "entwickeln sich zunehmend zu interdisziplinären High-Tech-Produkten mit interessanten Marktchancen." Das Kompetenzzentrum Medizintextilien versteht sich in diesem Zusammenhang als Vermittler zwischen Partnern aus Forschung, Industrie, Krankenhäusern und Gesundheitswesen mit dem Ziel, die individuelle Patientenversorgung zu verbessern und die Volkswirtschaft durch die Entwicklung von optimalen medizinischen Textilprodukten zu entlasten.
Um dieses Ziel zu verwirklichen, möchten die Hohensteiner Experten selbst nötige Forschungsgrundlagen schaffen, bestehende innovative Lösungen bis zur Marktreife begleiten und vor allem den Informationsaustausch zwischen den Vertretern beteiligter Disziplinen fördern und koordinieren.
Kernstück des Hohensteiner Kompetenzzentrums für Medizintextilien ist ein zell- und mikrobiologischer Labortrakt, der es ermöglicht, die Hygienequalität von wieder aufbereiteten Medizintextilien objektiv zu beurteilen und in dem an Prüfverfahren gearbeitet wird, mit deren Hilfe die Wirkung und Hautverträglichkeit von Biofunktions- und antimikrobiellen Textilien zuverlässig bewertet werden kann.
Die aktuellen Aktivitäten der Hohensteiner Wissenschaftler auf dem Gebiet Medizintextilien beschäftigen sich mit drei großen Bereichen, zu denen die Textilhygiene in Krankenhäusern, Seniorenheimen und Lebensmittelbetrieben, textile Medizinprodukte sowie das breit gefächerte Thema Textilien und Haut gehören.
So überwacht das Hohensteiner Hygienelabor unter anderem die Einhaltung der Bestimmungen nach RAL-GZ 992/1, aber vor allem auch die strengeren Anforderungen des Hygienezeugnisses nach RAL-GZ 992/2 und 992/3 der Wäschereibetriebe, die Mitglied der Gütegemeinschaft sachgemäße Wä-schepflege e.V. sind.
Ein nicht zuletzt auch volkswirtschaftlich relevanter Forschungsschwerpunkt des Kompetenzzentrums Medizintextilien befasst sich darüber hinaus mit der Entwicklung und Optimierung von Biofunktionstextilien zur Prophylaxe und Behandlung von Hauterkrankungen wie Berufsdermatosen oder Neurodermitis. Textilien, auf deren Oberfläche mikro- bzw. nanometer-große Depotkapseln aufgebracht werden, könnte man beispielsweise mit Wirkstoffen beladen, die beim Tragen durch die Körperwärme des Patienten freigesetzt und kontinuierlich an die Haut abgegeben werden. Bei jährlich rund acht Millionen Patienten, die allein an Berufsdermatosen leiden, könnten marktreife Anwendungen dieser Art nicht nur immense Kosten einsparen, sondern würden auch der bei diesem Krankheitsbild weit verbreiteten Therapiemüdigkeit nachhaltig entgegenwirken.
Weitere aktuelle Forschungsprojekte zu textilen Medizinprodukten befassen sich mit der Entwicklung innovativer Barrieretextilien für den OP-Bereich, mit fasergebundenen Wirkstoffapplikationen sowie mit keramisch be-schichteten Wundauflagen, die nicht mit dem Wundmilieu verkleben. Angesichts von ca. 1,2 bis 1,5 Millionen Patienten mit offenen Beinwunden ebenfalls ein Thema, bei dem anwendungsfähige Lösungen einen breiten Markt finden werden.
Das Forschungsfeld der Hohensteiner Wissenschaftler wird schließlich durch Arbeiten an speziellen Testverfahren für die Bewertung der Qualität und Sicherheit von Medizintextilien abgerundet. Zu diesen zählen beispielsweise Zellkulturen und Hautmodelle zur Prüfung von Biofunktionstextilien oder Biochips für den schnellen Nachweis von Mikroorganismen. Last but not least befassen sich die Experten der Hohensteiner Institute auch mit der Frage, wie sich mit Prionen, also den BSE-Erregern verseuchte Kleidung wir-kungsvoll dekontaminieren lässt.
Zu den Partnern des Kompetenzzentrums Medizintextilien zählen Faser- und Gewebehersteller, die Textilveredlungsindustrie sowie Hersteller von texti-len Medizinprodukten. Daneben arbeiten die Hohensteiner Forscher aber auch sehr eng mit gewerblichen Wäschereien, Textilleasingunternehmen, Kliniken, Sanatorien und Altenpflegeheimen zusammen. Pharmaunternehmen und Fachorganisationen für Ärzte und Pflegepersonal, runden das Spektrum der Kooperationspartner ab.
Nähere Informationen zu Aktivitäten und Forschungsprojekten zum Thema Medizintextilien erhalten Sie bei Dr. Dirk Höfer, dem Leiter des Kompetenzzentrums Medizintextilien. Kontaktadresse: d.hoefer@hohenstein.de.


Schloss Hohenstein, Mai 2002
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