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Partnersuche per T-Schirt - Einsatzmöglichkeiten und Marktchancen für Wearable Electronics

14.02.2003 - (idw) Hohensteiner Institute

Bönnigheim (hm) - Gute Nachricht für alle Singles: Wer das Alleinsein satt hat, streift künftig einfach die richtige Kleidung über, und die Partnersuche wird zum Kinderspiel. Zwar hat es noch nie geschadet, sich beim Liebeswerben in Schale zu werfen, doch das Outfit der Zukunft kann mehr: Es besticht nicht nur durch modischen Schick, sondern vor allem durch seine intelligenten Eigenschaften.
Wer zu begriffsstutzig ist, um seine Traumfrau an seinen weichen Knien zu erkennen, verlässt sich besser auf die Signale seines T-Shirts. Dieses meldet zuverlässig, wenn einem jemand über den Weg läuft, der dem einprogrammierten Suchprofil entspricht. Trägt das Gegenüber dieselbe Technologie, verrät das Kleidungsstück sogar, ob der potentielle Partner ebenfalls einschlägige Symptome wie einen beschleunigten Puls oder eine angespannte Körperhaltung aufweist. Sobald man sich näher gekommen ist, schlägt einem das T-Shirt schließlich auf Wunsch auch interessante Gesprächsthemen vor oder tauscht mit der in der Kleidung der neuen Bekanntschaft integrierten Datenbank Adresse und Telefonnum-mer aus.
Science-Fiction? Im Moment noch ja, aber Insider sind sich sicher, dass intelligente Textilien mittel- und längerfristig den Markt erobern werden.
Schon heute gibt es beheizbare Jacken, T-Shirts zur Überwachung von Körperfunktionen oder Kleidungsstücke, die gestressten Geschäftsleuten durch gezielte Massagen Entspannung verschaffen. High-Tech Fasern und spezielle Ausrüstungen ermöglichen es, dass Kleidung Gerüche bindet, vor Elektrosmog schützt, Wirkstoffe an die Haut abgibt oder sich je nach Außentemperatur dem Wärmebedürfnis seines Trägers anpasst. Und Textilien mit eingebauter Elektronik erlauben eine völlig neue Dimension der mobilen Kommunikation, vom rechnergestützten Diagnosesystem in der Notarztweste bis zum MP3-Player in der Jeansjacke.
Trotz ihrer innovativen Funktionen muten die bereits existierenden An-wendungen im Vergleich zu dem, was grundsätzlich möglich ist, eher hölzern an. I-Wear lernt gerade erst das Laufen.
Um marktfähige Textilprodukte mit ausgefeilten intelligenten Eigenschaften zu entwickeln, bedarf es noch einiger Forschungsarbeit in den zahlreichen beteiligten Disziplinen wie Textilwissenschaft, Elektrotechnik, Informationstechnologie, Medizin, Mikrosystemtechnik oder Ergonomie. Vor allem müssen die Bemühungen aber stärker als bisher multidisziplinär koordiniert und auf die spezifischen Anforderungen von Bekleidung ausgerichtet werden.
Wenn dies gelingt, hat I-Wear glänzende Marktperspektiven. Ein großer Bedarf an innovativen Produkten ist jedenfalls vorhanden: In der Medizin könnte intelligente Bekleidung z. B. die Versorgung von Patienten deutlich verbessern und dadurch viele Löcher im Gesundheitsetat stopfen. Problem bisher: Viele der schon vorhandenen Anwendungen entstanden nicht auf Initiative der Textil- und Bekleidungsindustrie, sondern sind Entwicklungen anderer Branchen. Im Klartext: Textilien und elektronische Komponenten werden heute weitgehend getrennt verarbeitet und erst ganz am Schluss zu einem neuen Ganzen zusammengefügt.
Deshalb haben die Hohensteiner Institute im Auftrag der Forschungsgemeinschaft Bekleidungsindustrie e. V. im Rahmen der industriellen Gemeinschaftsforschung eine zweijährige Grundsatzuntersuchung durchgeführt, um zu ermitteln, welche möglichen Anwendungsfelder für Smart Clothes existieren und welche strukturellen und technologischen Rahmenbedingungen die Bekleidungsbranche erfüllen muss, um intelligente Bekleidung erfolgreich entwickeln und produzieren zu können.
Über dieses konkrete Projekt hinaus haben sich die Hohensteiner Experten zum Ziel gesetzt, als Partner der Textil- und Bekleidungshersteller innovative Lösungsansätze durch Forschung und Prüfung bis zur Marktreife zu begleiten. Last but not least möchte Hohenstein als Motor für die Gesamtentwicklung im Bereich Wearable Electronics den Informationsaustausch zwischen den beteiligten Branchen aktiv fördern, um laufende und zukünftige Aktivitäten besser zu koordinieren.
Nähere Informationen zu den Themen Smart Clothes und Wearable E-lectronics erhalten Sie bei Martin Rupp, Direktor der Abteilung Bekleidungstechnik, Tel. 07143 271-117, E-Mail m.rupp@hohenstein.de.

Schloss Hohenstein, 28.01.03

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