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Medizinklausuren näher am Klinikalltag: Start der elektronischen Key-Feature-Prüfung

06.02.2007 - (idw) Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M.

Universität Frankfurt optimiert mit computergestützten e-Prüfungen die Ausbildung angehender Ärzte. Von Vorteil sind vor allem Nähe zum klinischen Alltag und enorm kürzere Auswertezeiten Die computergestützten Klausuren mit so genannten Key-Feature-Prüfungen hat der Fachbereich Medizin der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt erstmals Ende Dezember durchgeführt. Das verwendete Computersystem mit einem Zentralserver und 150 Peripheriegeräten wurde in monatelanger Vorbereitung etabliert und getestet. Es wurden bis zu 135 Studierende parallel geprüft, was bei entsprechender Einteilung die Prüfung von bis zu 300 Studierenden eines Jahrganges mit derselben Prüfung möglich macht. Die ersten Ergebnisse bewertet Professor Dr. Johannes Schulze vom Dekanat des Fachbereichs Medizin als Erfolg. Das elektronische Prüfungsformat verringert die Bearbeitungszeiten enorm. Während bisher - auch wegen des geringen Arbeitsaufwandes - vergleichbare Projekte nur mit Multiple-Choice-Klausuren mit Einfachauswahl durchgeführt wurden, gelang es erstmals, auch Fragen mit Freitextantworten als e-Prüfungen zu implementieren. Auch an anderen Universitäten werden Key-Feature-basierte Prüfungen in einigen Fächern durchgeführt; bundesweit einzigartig ist dagegen, so Professor Schulze, das Klausurensystem der Frankfurter Universität mit Key-Feature-basierten Fragen in allen Fächern.

Schnelle Korrektur: "Bearbeitungszeit sinkt um 80 Prozent"

Computerbasierte Prüfungen bieten gegenüber herkömmlichen Varianten auf dem Papier deutliche Vorteile. Dies gilt vor allem für die Präsentation von Abbildungen und anderem audiovisuellen Material, der inhaltlichen Gestaltung und der Auswertung der Fragen. So können den Studierenden ohne aufwändigen Fotodruck Abbildungen unabhängig präsentiert und die entsprechenden Fragen individuell bearbeitet werden. Key-Feature-Prüfungen bewegen sich außerdem näher an der Realität des medizinischen Alltags; jetzt lassen sich auch bewegte Bilder oder Tondateien als Prüfungsstoff einsetzen und sequenzielle Fragen stellen, bei denen die Antworten zu vorhergehenden Fragen in Folgetexten enthalten sein können. Dadurch passt sich die Fragenstruktur in der Medizin wesentlich stärker der klinischen Realität an und erlaubt die Darstellung konkreter klinischer Fälle. Vergleichbare Anforderungen, die am Computer, jedoch nicht in Prüfungen auf Papier realisierbar waren, sind nun auch in anderen Fachbereichen umsetzbar.
Die Prüfungsergebnisse werden in eine Datenbank exportiert und in dieser Form bewertet. "Für die Dozenten sinkt durch dieses Prüfungsformat die Bearbeitungszeit um etwa 80 Prozent gegenüber einer ,Papierklausur'. Wir können so auch große Studentenzahlen mit nur einer Lehrkraft auswerten, und auch die Notenbekanntgabe kann zeitnah erfolgen", erklärt Professor Schulze. Dass sich die Prüfungsleistungen auch großer Studentengruppen von nur einem Dozenten bewerten lassen, verbessert auch die Ergebnisverlässlichkeit und Objektivität der Key-Feature-Prüfung.

Bessere Ergebnisverlässlichkeit und Objektivität

Eine Bewertung von Freitextfragen kann ein Computerprogramm derzeit nicht und wohl auch in Zukunft nicht bewerkstelligen. Deshalb beruht der Erfolg der computerbasierten Key-Feature-Prüfung darauf, dass die von den Studierenden eingegebenen Daten anhand der Antworten, die bereits in eine Datenbank exportiert wurden, schnell auszuwerten sind. Eine Punkte- und Notenvergabe für 200 Studierende und 175 Freitextfragen wird somit innerhalb von zwei Tagen möglich. Hinzu kommt, dass die neue Ärztliche Approbationsordnung von den Fakultäten und Fachbereichen verlangt, Leistungsnachweise im klinischen Studienabschnitt zu benoten; dies ist jetzt auch mit aufwändigeren Prüfungsformaten wie Key-Feature-Fragen und anderen Freitextformaten möglich, wofür sich die computerbasierte Prüfung besonders gut eignet.

Der Fachbereich Medizin der J. W. Goethe-Universität Frankfurt am Main hat zeigen können, dass auch aufwändigere Prüfungsformate als Multiple-Choice-Fragen sinnvoll für eine computerbasierte Prüfung eingesetzt werden können. Die Erfahrungen dienen dazu, die Hardware und Software weiter zu optimieren und eine e-Prüfung einzuführen, die den Bedingungen einer Massenuniversität entspricht.


Frankfurt am Main, 6. Februar 2007

Für weitere Informationen:

Prof. Dr. Johannes Schulze
Dekanat des Fachbereichs Medizin
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/M.
Fon (0 69) 63 01 - 56 81
Fax (0 69) 63 01 - 59 22
E-Mail J.Schulze@em.uni-frankfurt.de

Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt/ Main
Fon (0 69) 63 01 - 77 64
Fax (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de
Internet www.kgu.de

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