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Bayreuther Mikrobiologe Prof. Ortwin Meyer erwartungsgemäß zum nächsten Vizepräsidenten gewählt

07.02.2007 - (idw) Universität Bayreuth

Wie erwartet hat heute der Erweiterte Senat der Universität Bayreuth den Mikrobiologen Professor Dr. Ortwin Meyer (58) zum nächsten Vizepräsidenten für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs gewählt. Die Wahl war notwendig geworden, weil der derzeitige Amtsinhaber Professor Dr. Georg Krausch (Lehrstuhl Physikalische Chemie II) zum neuen Präsidenten der Universität Mainz gewählt worden war und mit Ablauf des März dorthin wechselt. Bayreuth (UBT). Wie erwartet hat heute der Erweiterte Senat der Universität Bayreuth den Mikrobiologen Professor Dr. Ortwin Meyer (58) zum nächsten Vizepräsidenten für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs gewählt. Meyer, der sein Amt zum 1. April antritt, erhielt 21 der 26 abgegebenen Stimmen bei zwei Enthaltungen und drei Nein-Stimmen.
Die Wahl war notwendig geworden, weil der derzeitige Amtsinhaber Professor Dr. Georg Krausch (Lehrstuhl Physikalische Chemie II) zum neuen Präsidenten der Universität Mainz gewählt worden war und mit Ablauf des März dorthin wechselt. Deshalb umfasst die Amtszeit seines Nachfolgers nicht die üblichen drei Jahre, sondern nur 2 1/2 da Professor Krausch zum 1. Oktober 2006 seine zweite Amtsperiode angetreten hatte.
Professor Meyer, der seit 1987 Inhaber des Lehrstuhls für Mikrobiologie ist, betonte in seiner Vorstellungsrede er pflichte der Überzeugung des Präsidenten voll und ganz bei, dass nur ein aktiver Forscher die Aufgabe des Vizepräsidenten für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs gut ausfüllen könne. Deswegen habe es auch einige Bedenkzeit bedurft, da er sich nach seinem Amt als Dekan der Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften (2002-2005) ganz auf eine Forschungsperiode eingestellt habe.
Der designierte Vizepräsident bekannte sich zu seiner Grundüberzeugung, dass mehr "akademischer Geist, akademische Atmosphäre und mehr das ungeschützte Gespräch" nötig seien. Derzeit seien zuviel "politische" Gespräche gang und gäbe. Als weiteres Credo nannte Professor Meyer, dass Programme zwar durchaus wichtig seien, wichtiger aber noch sei jede einzelne Person mit ihren Fähigkeiten, die nicht eingeengt werden dürften. "Guten Leuten müssen mehr Möglichkeiten gegeben werden", bekannte Meyer. Gleichzeitig sprach er sich dafür aus, dass mehr über eine Balance zwischen Grundlagen und Anwendungsforschung geredet werden müsse und warnte in dem Zusammenhang davor, "dass Forschungen nicht als ein Handwerk zur Lösung von Problemen in der Praxis" gesehen werden dürfe.
Der Mikrobiologe, der mehr als 180 Veröffentlichungen und einige Patente aufzuweisen hat, setzte sich zudem dafür ein, dass die vielfältig anzutreffenden Forschungsprogramme mehr durch die Expertise der Forscher bestimmt werden müssten. "Qualität, Ehrlichkeit und Zweifel sind wichtig und müssen als Maßstäbe kultiviert werden", sagte Professor Meyer. Das gelte auch im Gespräch über die optimalen Bedingungen für Forschung und Lehre, die so nicht gegeben seien, aber "man darf den Traum nicht aufgeben". Forschung vertrage nur flache Hierarchien, brauche das entspannte Feld, keine Kurzatmigkeit, sondern Nachhaltigkeit, sagte Professor Meyer weiter, der nachdrücklich betonte, dass die Forscher selber Vorbild sein müssten.
Als Gefahr nannte er, dass den Forschern zu viele Pflichten auferlegt werden, ihnen zuviel "Rechtsmäntel" übergestülpt würden. Die Gestaltungskraft müsse jedoch von den Wissenschaftlern selber kommen.
Präsident Professor Dr. Dr. h.c. Helmut Ruppert hatte eingangs deutlich gemacht, wie wichtig gute Forschung im Hinblick auf die Rekrutierung des wissenschaftlichen Nachwuchses sei. Gute Forschung wie etwa die der Bayreuther Afrika- und Polymerforscher sei ein "Markenzeichen" das im Konkurrenzkampf um den besten Nachwuchs eine immer wichtigere Rolle spiele. Bisher sei es immer gelungen, für das Amt des Vizepräsidenten für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs jemanden zu gewinnen, der in der Forschung aktiv ist, denn solche Persönlichkeiten seien ein Aushängeschild für die Universität. Gleichzeitig sei es vorteilhaft über die aktive Rolle als Forscher bei Drittmittelgebern wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Ministerien und anderen Forschungsförderern bekannt zu sein. Professor Meyer, der zwischen 2000 und 2006 Geschäftsführer des Bayreuther Zentrums Molekulare Biowissenschaften (BZMB) und zwischen 2002 und 2004 Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des GenoMik-Netzwerkes des Bundesministeriums für Bildung und Forschung war, erfülle diese Anforderung.


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