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Institut für kommunale Wirtschaft und Public-Private Partnership an der Hochschule Bremerhaven gegründet

07.02.2007 - (idw) Hochschule Bremerhaven

Der Wandel und die neuen Zwänge in der kommunalen Wirtschaft haben dazu geführt, dass die öffentliche Hand in den letzten Jahren neue Wege gesucht hat, die vorhandenen Mittel im Sinne der Allgemeinheit besser nutzen zu können und sich gleichzeitig neue Ressourcen zu erschließen. Einer dieser neuen Wege fußt auf den so genannten Public-Private Partnership-Modellen (PPP). Diese besondere Form der Kooperation hat sich besonders im Infrastruktursektor bewährt und setzt sich als Win-Win-Konstellation immer stärker durch. An der Hochschule Bremerhaven wurde jetzt das Institut für kommunale Wirtschaft und Public-Private Partnership gegründet. Gründer sind die Professoren Dr. Dieter Lompe und Dr. Carsten Haneke. Die Leitung übernimmt Professor Haneke. PPP steht als Synonym für eine vertrauensvolle und auf gegenseitigen Nutzen ausgerichtete Zusammenarbeit von öffentlicher Institutionen und privatwirtschaftlichen Unternehmen. Die PPP-Projekte sind dabei charakterisiert durch eine langfristige vertragliche Zusammenarbeit, verbunden mit einer transparenten Risikoverteilung sowie wirtschaftlicher Bewertung und Zuordnung der Chancen und Risiken an die Partner. Diese Kooperation sollte sich möglichst über alle Phasen im Lebenszyklus eines Projektes erstrecken. Dabei tritt der öffentliche Sektor im Wesentlichen als Nachfrager von Dienstleistungen auf; die von Privaten erbrachten Leistungen werden auf der Basis vertraglicher Vereinbarungen vergütet. Die öffentliche Hand wird so - unter Beibehaltung der Kontrollfunktionen - vom operativen Geschäft entlastet, und gewinnt einen auf die Aufgaben spezialisierten Dienstleister als Partner, der sich so im Gegenzug neue Geschäftsfelder erschließt.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre mit neuen kommunalwirtschaftlichen Modellen beziehungsweise PPP-Projekten zeigen aber auch, dass in Einzelfällen wegen mangelnder Transparenz oder ungleicher Verteilung von Chancen und Risiken ein gestiegener Beratungs- und Aufklärungsbedarf erforderlich ist, um den langfristigen Erfolg auch dieser Projekte zu sichern.
Grundsätzlich ist festzustellen, dass möglichst frühzeitig und eindeutig die gemeinsamen Schnittstellen zu definieren und die Aufgaben kompetenzorientiert den jeweiligen Partnern zuzuordnen sind beziehungsweise diese Aufgabenverteilungen entsprechend den sich ändernden Rahmenbedingungen anzupassen ist. Zudem gilt es, bei der Übertragung ehemals öffentlicher (besonders an der Schnittstelle zu hoheitlichen) Aufgaben, Ängste Vorbehalte und Unsicherheiten durch Information und Transparenz abzubauen.

Als oberstes Ziele verfolgt das neu gegründete Institut die unabhängige und überparteiliche Positionierung und Tätigkeit in dem oben genannten Bereich der kommunalen Wirtschaft und des Public-Private Partnership.
Innerhalb dieses Leitbildes gehört die ganzheitliche und nachhaltige Projektbetrachtung zum Selbstverständnis. Dies bedeutet insbesondere die Erfassung des gesamten Lebenszyklusses von der strategischen Planung über die Umsetzung und den Betrieb bis hin zur Anpassung an die sich ändernden Rahmenbedingungen. Neben der Betrachtung aller Projektphasen ist dabei die rechnerische Simulation von organisatorischen, wirtschaftlichen und technischen Varianten unerlässlich.

Das Institut hat sich folgende Ziele gesetzt:
- Schulung und Beratung
oder öffentliche Hand wie Ministerien, Kommunen, öffentlichen Einrichtungen
ovon Interessenverbände
ovon privatwirtschaftlichen Unternehmen
- Entwicklung und Beratung neuer Geschäftsmodelle der kommunalen Wirtschaft im In- und Ausland
- Betreuung und Organisation von fairem und ergebnisneutralen Wettbewerb
- Aufbau und Zertifizierung von Qualitätsstandards bei PPP-Projekten.
Hierbei fokussieren die Institutsgründer zunächst das Tätigkeitsfeld des Institutes auf den Infrastruktursektor mit den Bereichen Wasser, Abwasser, Abfall und Logistik. Eine schrittweise Ausweitung auf weitere Bereiche der kommunalen Wirtschaft und des Infrastruktursektors ist geplant.

Die Arbeitsschwerpunkte liegen unter anderem in den Aufgaben:
- Analyse und Beratung wirtschaftlicher und betrieblich-technologischer Fragestellungen
- Begleitung von Veränderungsprozessen
- Organisations- und Strukturanalyse für öffentliche, gemischtwirtschaftliche und private Einrichtungen sowie für Verbände und Unternehmen
- Beratung bei der Anpassung von kommunalwirtschaftlichen Geschäftsmodellen an sich wandelnde Rahmenbedingungen
- Erstellung Marktanalysen und -studien
- Förderung des fachlichen und wissenschaftlichen Austausches durch Tagungen und Seminare
- Durchführung von Qualifikationsmaßnahmen, Schulungen und Weiterbildungen
- Einbringen des Know hows in entsprechende Studienangebote der Hochschule Bremerhaven.

Die Wissenschaftler im Institut

Professor Dr.-Ing. Dieter Lompe wurde bereits 1999 an die Hochschule Bremerhaven berufen. Promoviert in der Verfahrenstechnik, hat er sich auf die kommunale und industrielle Ver- und Entsorgungstechnik konzentriert. Bereits vor der Tätigkeit an der Hochschule Bremerhaven befasste er sich mit der kommunalen Wirtschaft und PPP-Projekten. Professor Dr.-Ing. Carsten Haneke wurde zum 1. Januar 2007 an die Hochschule Bremerhaven berufen. Der promovierte Bauingenieur blickt auf eine mehr als fünfzehnjährige Berufserfahrung im Bereich der kommunalen Wirtschaft und Daseinsvorsorge zurück. Während dieser Zeit betreute er führend eine Vielzahl von Projekten zur Neu-/Reorganisation von Einrichtungen zur Ver- und Entsorgung unter besonderer Berücksichtigung von PPP-Modellvarianten.


Es ist vorgesehen, die Inhalte der Institutsarbeit in einen neu einzurichtenden Masterstudiengang an der Hochschule Bremerhaven einzubringen.
Durch die Verknüpfung der Institutsarbeit mit der Lehre an der Hochschule kann so ein Studienangebot mit außerordentlich hohem Praxisbezug, Aktualität und guter Zukunftsperspektive entstehen.
Weitere Informationen: http://www.hs-bremerhaven.de Hochschule Bremerhaven
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