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Frühkindliche Bildung aus dem Schattendasein herausführen

17.02.2003 - (idw) Bertelsmann Stiftung

Bertelsmann Stiftung startet Projekt zur Förderung des Lernens vor der Schule

Gütersloh, 17. Februar 2003. "Die höchst intensive Lernzeit vor dem sechsten Lebensjahr wird in Deutschland bisher viel zu wenig genutzt", sagte der renommierte Kindheits- und Familienforscher Wassilos E. Fthenakis auf einer Expertentagung der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh. Nicht erst seit der PISA-Studie sei deutlich geworden, dass sich erfolgreiche Bil­dungssysteme durch einen frühen Einstieg der Kinder in die Lernförderung auszeichnen. Die Bertelsmann Stiftung mache daher die Förderung der frühkindlichen Bildung zu einem ihrer Aufgabenschwerpunkte, so Prof. Heribert Meffert, Vorsitzender des Präsidiums der Stiftung.

Als einen besonderen Mangel nennt Fthenakis, der als wissenschaftlicher Direktor des Mün­chener Staatsinstituts für Frühpädagogik und Professor an der Freien Universität Bozen tätig ist, die Zersplitterung des deutschen Bildungssystems. Erziehungskonzepte von Kindertagesstätten, Kindergärten und Grundschulen seien nicht aufeinander abgestimmt. "Nötig ist ein zusammenhängender Bildungs- und Erziehungsplan für die ersten zehn Lebensjahre mit fes­ten Standards und Inhalten", forderte Fthenakis. Früh- und Schulpädagogik seien keine sepa­raten Welten, wie oft angenommen.

Der Wissenschaftler setzt sich dafür ein, bei den unter Sechsjährigen Sprachkompetenz, na­turwissenschaftliches und technologisches Verständnis sowie kognitive Fähigkeiten wie Zah­lenbegriff und Zeitverständnis stärker zu fördern. Gleichzeitig müssten die Fachkräfte in der frühkindlichen Erziehung besser qualifiziert und auch die elterlichen Kompetenzen gestärkt werden. "Eltern sind nicht die Zaungäste, sondern Co-Gestalter des Bildungssystems", bemerkte Fthenakis.

Meffert betonte, dass es zu einer anderen öffentlichen Bewertung des Themas Bildung kom­men müsse: "Frühkindliche bzw. vorschulische Bildung muss aus ihrem Schattendasein her­aus und bevorzugt gefördert werden. Das ist ohne eine Umkehrung der derzeitigen Prioritäten nicht möglich." Der Erfahrungsaustausch in Gütersloh mit Experten aus Politik, Wissen­schaft, Praxis, Forschung und Lehre war der Startschuss für das zukünftige Engagement der Stiftung in diesem Bereich. Die Ergebnisse der Sitzung sollen noch in diesem Frühjahr in die Planung konkreter Projekte einfließen.


Über die Bertelsmann Stiftung:

Die Bertelsmann Stiftung versteht sich als Förderin des Wandels für eine zukunftsfähige Gesellschaft. Sie will Reformen in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Soziales, Gesundheit, Demokratie und Bürgergesellschaft sowie Internationale Verständigung voranbringen. Die 1977 von Reinhard Mohn gegründete, gemeinnützige Einrichtung hält die Mehrheit der Kapitalanteile der Bertelsmann AG. In ihrer Projektarbeit ist die Stiftung un­abhängig vom Unternehmen und parteipolitisch neutral.


Rückfragen an: Silke Jansen, Telefon: 0 52 41 / 81-81 371
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