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Location Based Services auf der CeBIT

18.02.2003 - (idw) Fraunhofer-Institut für Sichere Telekooperation (SIT)

Sichere Dienste für mobile Bürger - Projekt "Mobile"

Fraunhofer-Institute zeigen Plattform für
Location Based Services auf der CeBIT

Komfortabel und sicher mit dem Smartphone unterwegs -
aber Schluss mit der Kostenlos-Kultur des Internet

Smartcards, GPS, Server mit ontologischem Wissen

Start mit herkömmlicher Handy-Technik, Ausbau mit UMTS


Schema-Zeichnung Mobile - Bessere Auflösung unter http://www.sit.fhg.de im Pressebereich Eine Fülle von Techniken kombinieren die Darmstädter Fraunhofer-Institute SIT (Sichere Telekooperation), IPSI (Integrierte Publikations- und Informationssysteme) und IGD (Graphische Datenverarbeitung), um in ihrem Mobile-Projekt auf der CeBIT zu zeigen, dass sich Datenschutz, Komfort und funktionierende Bezahllösungen bei mobilen Informationsangeboten nicht ausschließen müssen. Fahrpläne, Restaurant- und Stadtführer werden damit zum Beispiel für einen Geschäftsreisenden mit seinem Smartphone bequem, anonym und sicher nutzbar (Smartphones sind eine Kreuzung aus Handy und Taschencomputer; die ersten Exemplare sind im Handel). Und wie bei den Mobiltelefonen werden wachsende Nutzerzahlen in einigen Jahren die ortsabhängigen Informationsdienste, die "Location Based Services", auch für breite Bevölkerungskreise erschwinglich machen. (CeBIT Hannover, 12.-19.3.2003, Halle 11, Fraunhofer-Stand A24, Bereich 3 - Mobile Kommunikation, Arbeitsplatz 7, Website www.mobile-projekt.de). Ziel der CeBIT-Präsentation ist es, professionelle Anbieter als Kooperationspartner zu gewinnen, die die von den Fraunhofer-Instituten entwickelten Techniken kommerziell nutzen wollen.

Smartphone allein reicht nicht

Natürlich ist es mit einem Smartphone alleine nicht getan. Dahinter muss eine ganze Infrastruktur aus Hard- und Software stehen. Die Frage, ob zur Datenübertragung der gegenwärtige Mobilfunkstandard GSM oder das zukünftige UMTS benutzt werden, ist demgegenüber zweitrangig - man kann mit GSM beginnen und später auf UMTS umstellen. So oder so, die Dienste sind per se aus Sicht des Kunden nicht ausreichend sicher, meint Projektleiter Mario Hoffmann vom SIT. Also muss ein "Agent" her, der für einen Ausgleich der unterschiedlichen Bedürfnisse von Anbietern und Nutzern sorgt.

Die Fraunhofer-Institute zeigen auf der CeBIT, wie eine solche agenten-basierte Plattform ein für alle Beteiligten sicheres dynamisches Angebot von individuellen orts-, zeit- und kontextabhängigen Diensten im täglichen Einsatz ermöglicht. "Sicher für alle Beteiligten"- das heißt, auch für die Diensteanbieter, denn mit der vom Internet gewohnten "Kostenlos-Kultur" wird bei Location Based Services Schluss sein müssen. Doch wird es auch in diesen Netzen Anbieter geben, die ihre Informationen aus Service- oder Marketinggründen kostenlos anbieten - wie Verkehrsbetriebe oder Restaurants.

Smartphone: nett, aber beschränkt

Doch mit Online-Informationen wie im Web ist es nicht getan. Die Informationen müssen aufbereitet und so gefiltert werden, dass nur die gerade benötigten Informationen zur Verfügung gestellt werden. Der mobile Nutzer hat schließlich keinen Computer mit großer Tastatur und Bildschirm zur Verfügung, sondern den Minibildschirm seines Smartphones, auf dem er mit einem Plastikstift arbeitet. Und solange sich die Herrenmode nicht grundlegend ändert, werden die Geräte kaum größer als eine Brieftasche oder ein Taschenkalender werden können. Das Gerät muss ja in der Jackentasche verschwinden. Die Damenwelt wird erst recht keine größeren Elektronikklötze in ihren Handtaschen akzeptieren. Die weitere Miniaturisierung der Elektronik führt nur dazu, dass die Geräte dünner und leichter werden - aber kleiner können sie nicht werden, wenn man noch etwas auf dem Bildschirm erkennen und antippen soll.

Agenten kennen Ontologien mit semantischem Wissen

Für die Aufbereitung der Informationen auf der Ebene der Netzbetreiber werden handfeste und erprobte Techniken - das vom amerikanischen Militär weltweit bereitgestellte Ortungssystem GPS - kombiniert mit "Ontologien mit semantischem Wissen", die auf den Netzwerkservern laufen. Dahinter steckt die Idee, dass man zum Beispiel vormittags eher kein Steakhaus sucht, sondern vielleicht einen Coffeeshop zum Frühstücken. Und in einer Gegend, in der es kilometerweit keine Buslinie gibt, ein Taxi bestellen möchte anstatt nach einem Fahrplan zu suchen. Entsprechend macht das System dann automatisch die vermutlich eher passenden Angebote. Das erscheint praktikabler, als erst auf dem Minidisplay langwierige Suchmaschinen-Abfragen zu produzieren.

Die Systeme müssen auch die Quadratur des Kreises ermöglichen, nämlich die anonyme Personalisierung. Die Wünsche und Vorlieben des Nutzers müssen für das System erkennbar und verarbeitbar werden, damit es die "richtigen" Vorschläge machen kann - die Identität des Benutzers hingegen soll auf Wunsch so weit wie möglich verborgen bleiben. Dazu werden im Rechner des Netzwerkbetreibers elektronische "Agenten" geschaffen, die dem Dienstanbieter - z.B. dem Restaurant - nur dann die Identität des Nutzers enthüllen, wenn dieser z.B. einen Tisch reservieren will.

Sitz des persönlichen Agenten ist die sogenannte Homebase, ein Server im Vertrauensbereich des Nutzers. Je nach individueller Festlegung liegt die Grenze dieses Vertrauensbereichs auf einer im Smartphone eingebauten Smartcard (noch eingeschränkte Plattformfunktionalität, jedoch größtmögliche persönliche Kontrolle), auf dem persönlichen Rechner, auf einem Server des Arbeitgebers oder bei einem entsprechenden Provider im Internet.
Die praktischen Möglichkeiten des Systems werden auf der CeBIT anhand von Angeboten aus der Tourismusbranche gezeigt. Ein Geschäftsreisender mit kulturellen und kulinarischen Interessen benutzt hierbei ein mobiles Endgerät, das ihm einen maßgeschneiderten Städterundgang vorschlägt und ihn auf diesem Rundgang Orientierung über ein GPS-System gibt. Ausgewählte weitere Dienste beliefern ihn -seinem persönlichen Profil entsprechend - mit für ihn wichtigen Informationen, sei es zu Kulturdenkmälern, zu nahe gelegenen Restaurants oder zu Abfahrtszeiten von Busverbindungen.

5670 Zeichen - Veröffentlichung frei, Beleg erbeten

Den Text finden Sie online bei http://www.ipsi.fhg.de und http://www.sit.fhg.de

Pressekontakt: Michael Kip
Fraunhofer-Institut für
Sichere Telekooperation SIT
Rheinstr. 75, 64295 Darmstadt
Telefon +49 (0) 61 51/8 69-60152
Telefax +49 (0) 61 51/8 69-968
michael.kip@sit.fraunhofer.de
http://www.sit.fraunhofer.de
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