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Von Delft über Zürich nach Aachen

26.02.2007 - (idw) Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Peter Haffinger ist einer der ersten Studierenden im Master-Studiengang Applied Geophysics, der gemeinsam von den drei Universitäten Delft, Zürich und Aachen angeboten wird. Diese haben im Rahmen ihrer Kooperation in der IDEA-League den zweijährigen Studiengang realisiert. Die IDEA-League, der Zusammenschluss der führenden technischen Hochschulen London, Delft, Zürich, Aachen und ParisTech, besteht seit 1999 und setzt sich für die Vereinheitlichung der europäischen Hochschullandschaft und die Qualitätssicherung in Forschung und Lehre ein. Das Konzept des Master-Studiengangs ist in seiner Art einzigartig, weil ein gemeinsamer Lehrplan sowie eine einheitliche Prüfungsordnung zwischen ETH Zürich, TU Delft und RWTH Aachen abgestimmt wurde und die Absolventen nur ein Diplom gemeinsam von allen drei Hochschulen erhalten werden. "Durch die Zusammenführung der unterschiedlichen geophysikalischen Expertise und Spezialisierungen an den drei Universitäten können wir eine breit gefächerte Ausbildung auf höchstem internationalem Niveau anbieten. Im Gegensatz zu vergleichbaren Angeboten im angelsächsischen Raum vermittelt unser Studiengang dabei gleichzeitig internationale Erfahrung in drei verschiedenen Ländern", erläutert Christoph Clauser, Professor für Angewandte Geophysik der RWTH Aachen.

Der 21-jährige Peter Haffinger hat sein Vordiplom in Physik erfolgreich an der RWTH Aachen absolviert. Ab September 2006 besuchte er als Studierender des neuen Master-Studiengangs die Lehrveranstaltungen der TU Delft. In Kürze wird er aber nicht mehr in einem Hörsaal in Delft, sondern an der ETH Zürich lernen. Nach diesen beiden Stationen steht für ihn und seine Kommilitonen ein Semester in Aachen auf dem Lehrplan, bevor sie sich entscheiden, an welcher Hochschule sie ihre Abschlussarbeit anfertigen.

"Die Abstimmung einer gemeinsamen Studien- und Prüfungsordnung und die rechtliche Umsetzungen zur Vergabe eines gemeinsamen Diploms waren zwei der Hürden, die wir bewältigen mussten", so Dr. Ulla Bidian, Geschäftsführerin der IDEA-League. "In jedem Land waren andere rechtliche Vorgaben zu beachten, die die Juristen beschäftigt haben. Auch der Logistik- und Verwaltungsaufwand vor der Einführung des Studiums war enorm. Die Studierenden sollten direkt und ohne Zeitverzug durch Wohnungssuche oder ähnliches studieren können. Wir haben daher Sonderregelungen zu den Themen Krankenversicherung, Kontoführung und Wohnungsbeschaffung getroffen."

Haffinger profitiert von der guten Vorbereitung: "Alle Formalitäten waren schnell in Delft geklärt. Die Mitarbeiter der Universität haben bei allen Fragen geholfen und uns unterstützt. Auch die Wohnungsfrage war gelöst, alle Studierenden des Studiengangs wohnen in einem Gebäude, so dass das internationale Flair der Ausbildung auch hier deutlich wird."

Die Lehrveranstaltungen finden auf Englisch statt, der Studiengang ist offen für Studierende aus der ganzen Welt. Um die 20 Studienplätze stehen jährlich zur Verfügung. Die Studiengebühren betragen für Studierende aus EU- und EFTA-Ländern 2.000 Euro jährlich, für Studierende aus anderen Ländern 11.000 Euro. Allerdings stehen einige Stipendien aus der Industrie zur Verfügung. "Der besondere Reiz an diesem Studiengang besteht in einer hervorragenden Betreuung. Wir lernen und arbeiten nur in sehr kleinen Gruppen und haben die Möglichkeit an drei der besten Universitäten Europas zu studieren und dabei mit internationalen Studierenden und Lehrenden in Kontakt zu kommen", beschreibt Haffinger seine Motivation.


Prof. Dr. Christoph Clauser vom RWTH-Lehrstuhl für Angewandte Geophysik koordiniert die Aachener Beteiligung an diesem Programm sowie die Vergabe von Stipendien an deutschsprachige Bewerber. Interessierte können per E-Mail unter c.clauser@geophysik.rwth-aachen.de mit ihm Kontakt aufnehmen oder sich im Internet unter www.idealeague.org/geophysics informieren. Die Bewerbungsfrist für den Studiengang endet zum 1. Juli für Studierende aus EU- und EFTA- Staaten, für Studierende anderer Länder zum 1. Juni 2007.

i.A. Angelika Hamacher

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