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Eine Million Euro EU-Förderung für Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen am Uniklinikum Tübingen

26.02.2007 - (idw) Universitätsklinikum Tübingen

Wertvolle Jahre für Grundlagenforschung gewonnen durch neuen Ansatz für präklinische Therapiestudien

Anfang Januar 2007 startete das von der Tübinger Abteilung für Medizinische Genetik koordinierte Europäische Projekt RATstreamTM, das über drei Jahre mit insgesamt 3,4 Millionen Euro - davon 1 Million für Tübingen - durch die Europäische Union gefördert wird. Das von Prof. Dr. Olaf Rieß, Direktor der Medizinischen Genetik, koordinierte Projekt verbindet vier akademische Institute und vier Unternehmen aus fünf Europäischen Ländern. Im Projekt werden weltweit einzigartige Rattenmodelle für neurodegenerative Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Morbus Huntington und Spinozerebelläre Ataxie mit dem Ziel analysiert, effizientere und objektivere präklinische Therapiestudien durchführen zu können. Ob ein therapeutischer Ansatz einen Effekt zeigt oder nicht, kann dann mit deutlich weniger Tiermodellen und über kürzere Zeiträume signifikant getestet werden. Ausgewählt wurde dieser Verbund in der vierten Ausschreibung des 6. Rahmenprogramms in einem europaweiten Wettbewerb. Prof. Dr. Olaf Rieß: "Dieses Projekt gibt uns künftig die Möglichkeit in kürzerer Zeit, mit weniger Tieren und weniger Personalaufwand Behandlungsstudien mit höherer Sicherheit und mit besserer Vergleichbarkeit zwischen unterschiedlichen Zentren durchzuführen. Damit können wertvolle Jahre gewonnen werden, die für eine Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung für die Behandlung von Patienten notwendig sind."

Neben der umfangreichen Charakterisierung der Modelle stehen drei Ziele im Mittelpunkt des Projektes: (1) Entwicklung und Validierung von Käfigsystemen für die automatisierte Testung des physiologischen and verhaltensbasierten Phänotyps der Modelle, (2) Bildgebung in den lebenden Modellen mittels PositronEmissionsTomographie (PET) und "Diffusion Tension I-maging" (DTI) und (3) Integration und Analyse aller erzeugter Daten in einer umfassenden Datenbank, einem sogenannten "Data warehouse". Das systematische Detektieren von phe-notypischen Parametern, die mit der neuronalen Dysfunktion und dem Krankheitsfortschreiten korreliert sind, wird letztlich in modellspezifische minimierte Parametersets münden. Ultimatives Ziel der Anwendung dieser Parametersets sind verlässliche und reproduzierbare Studien, die therapeutische Ansätze testen um Neurodegeneration zu verhindern bzw. zu verzögern.

Ansprechpartner für nähere Informationen:

Universitätsklinikum Tübingen
Abteilung für Medizinische Genetik
Calwerstr. 7, 72076 Tübingen
Dr. Holm Graessner
Tel. 0 70 71/29-7 22 85
E-Mail: holm.graessner@med.uni-tuebingen.de

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