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Mehr Kinderkrippen in Deutschland

26.02.2007 - (idw) Kompetenzzentrum Technik - Diversity - Chancengleichheit e.V.

Offener Brief aus dem Vorstand des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit

"Mehr Kinderkrippen in Deutschland" Sehr geehrte Frau Ministerin von der Leyen,

in Anbetracht der aktuellen Diskussion um die Kinderkrippen möchten wir Ihnen unsere Hochachtung für den Mut aussprechen, dieses heiße Eisen in Deutschland anzupacken und die Lage deutlich verbessern zu wollen.

Wir vertreten bundesweit Ingenieurinnen und Frauen in techniknahen Berufen, sind selbst als Professorinnen in den Ingenieurwissenschaften tätig. Die eine kinderlos, die andere Mutter von drei Kindern, sehen genau wie Sie, dass die Kinderbetreuung in Deutschland, insbesondere für hochqualifizierte Frauen, stark verbesserungsbedürftig ist.

Viele Arbeitgeber sehen sich bislang selten in der Verantwortung für die Kinderbetreuung. Auch wenn sie dringend Ingenieurinnen (und Ingenieure) suchen, können und wollen vor allem mittelständige Unternehmen keine Kinderbetreuung anbieten. Auf der anderen Seite machen die Unternehmen, die eine Kinderbetreuung anbieten, oft die Erfahrung, dass diese nicht von allen Eltern genutzt wird, weil sie sich wohnortnahe Betreuung wünschen. Hier kann staatliche Unterstützung für eine flächendeckende Kinderbetreuung betriebliche Initiativen flankieren.

Die hohe Zahl der arbeitslosen Ingenieurinnen zeugt davon, dass es bessere Vereinbarkeitslösungen geben muss, um Mütter (und Väter) im Beruf zu halten. Wir brauchen mehr Ingenieurinnen in allen Bereichen der Industrie, damit deren unterschiedlichen Erfahrungshintergründe in die Produkte und Prozesse einfließen können und so die Innovationskraft Deutschlands verstärken. Neben der Vereinbarkeit von Beruf und Familie steht auch die Förderung von Kindern im Mittelpunkt des Interesses. Die Ausbildung der Sprachfähigkeit, das Erlernen von sozialem Verhalten bereits in der frühen Kindheit ist wichtig. Kinderkrippen müssen daher auch Qualitätsansprüchen kritischer Eltern genügen.

Junge, qualifizierte Frauen und Männer in der Phase der Familienplanung sollten frei entscheiden, wie ihr Modell der Kindererziehung aussieht und sich ohne Angst vor finanziellen und beruflichen Konsequenzen auf das "Abenteuer Kinder" einlassen können. Nur dann wird es der Bundesrepublik gelingen, qualifizierte Frauen im Arbeitsmarkt zu halten, Kinder in ihrer Unterschiedlichkeit sowohl zu Hause als auch in Betreuungseinrichtungen zu fördern und auf ein vielseitiges Leben vorzubereiten.

Zur Unterstützung Ihres Anliegens stehen Ihnen die Mitglieder unseres Vorstandes in ihren jeweiligen Funktionen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Susanne Ihsen | TU München
Prof. Dr.-Ing. Burghilde Wieneke | TFH Berlin


Kontakt:
Christina Haaf M.A.
Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wilhelm-Bertelsmann-Strasse 10, 33602 Bielefeld
fon: +49 521 106-7324 fax: +49 521 106-7171
mailto: haaf@kompetenzz.de
http://www.kompetenzz.de
Weitere Informationen: http://www.kompetenzz.de/content/download/12410/102863/file/BriefvonderLeyen-220207-2.pdf
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