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Fünf Lichtenberg-Professoren am Start

28.02.2007 - (idw) VolkswagenStiftung

Profilbildung an den Hochschulen: Die VolkswagenStiftung unterstützt die Einrichtung neuer Forschungsfelder über Lichtenberg-Professuren An den Universitäten in Mainz, Oldenburg, Regensburg, Jena und Berlin ergreifen jetzt Nachwuchswissenschaftler die Chance, ausgefallene Forschungsideen umzusetzen. Eine Lichtenberg-Professur macht es möglich: Für zunächst fünf Jahre finanziert die VolkswagenStiftung ihre Forschung; in dieser Zeit können die Berufenen sich selbst ein optimales Umfeld schaffen. Gelingt es ihnen, sich zu profilieren, werden sie anschließend von den Hochschulen auf eine reguläre Professur übernommen. Eine Förderinitiative, mit der die Stiftung neue Akzente in der Hochschullandschaft setzen will und langfristige Perspektiven schafft. Der Blick auf "die Neuen" zeigt: Ihr fachliches Spektrum ist breit. Wir wollen Ihnen die Professoren und ihre Ideen kurz vorstellen.

Privatdozent Dr. Henrik Mouritsen startete seine Lichtenberg-Professur im Dezember 2006 am Institut für Biologie und Umweltwissenschaften der Universität Oldenburg zum Thema "Animal navigation from behaviour and cognition to molecular mechanism". Der Wissenschaftler interessiert sich vor allem für das unerklärlich präzise Navigationssystem der Zugvögel. Wie funktioniert dieser erstaunliche Orientierungssinn im Einzelnen und wie nehmen Zugvögel das Erdmagnetfeld wahr? Im Rahmen seiner Lichtenberg-Professur wird Mouritsen sich auf die verhaltensbiologischen, molekularen, physiologischen und kognitiven Mechanismen konzentrieren, die der Migration und Langstreckennavigation zu Grunde liegen. Als Leiter einer Nachwuchsgruppe an der Universität Oldenburg hat er bereits Hinweise darauf gefunden, wie die Zugvögel das Magnetfeld der Erde wahrnehmen und nutzen.

Kontakt
Privatdozent Dr. Henrik Mouritsen
Universität Oldenburg
Telefon: 0441 798 3081
E-Mail: henrik.mouritsen@uni-oldenburg.de

Dr. Arno Rauschenbeutel hat - ebenfalls im Dezember 2006 - seine Lichtenberg-Professur am Institut für Physik der Universität Mainz angetreten. Sein Thema: "Glass fibre quantum optics": Ultradünne optische Glasfasern mit einem Durchmesser von 10 Mikrometern bis zu 100 Nanometern möchte der Forscher in den nächsten Jahren herstellen. Diese Glasfasern könnten dann, bestückt mit Atomen, Daten auf sehr kleinem Raum speichern und sie per Lichtstrahl weitergeben. Denn Atome haben die Eigenschaft, mehrere unterschiedliche Zustände gleichzeitig annehmen zu können. Diese quantenmechanischen Phänomene möchte Rauschenbeutel für die Informationstechnologie nutzbar machen. Für seine Arbeiten am Institut für Angewandte Physik der Uni Bonn wurde er jüngst mit dem European Young Investigator Award ausgezeichnet.

Kontakt
Dr. Arno Rauschenbeutel
Universität Mainz
Telefon: 06131 39 20203
E-Mail: arno.rauschenbeutel@uni-mainz.de

Dr. Jascha Repp tritt seine Professur im März dieses Jahres an der Naturwissenschaftlichen Fakultät II, Fakultät Physik der Universität Regensburg an; sein Thema: "Atomic-scale science of adsorbates on insulating films". Der Wissenschaftler, der vom IBM Research Laboratory in Zürich kommt, wird sich mit den Eigenheiten von Isolatoroberflächen beschäftigen. Sein Ziel ist es, auf Oberflächen von Isolatoren Moleküle anzulagern und deren Verhalten und Eigenschaften zu erforschen - und zwar in atomaren Dimensionen. Die Untersuchungen versprechen neue Erkenntnisse für die Grundlagenforschung und neue Anwendungen für die Molekulare Elektronik und die Nanotechnologie.

Kontakt
Dr. Jascha Repp
Universität Regensburg
Telefon: 00941 9434201
E-Mail: jascha.repp@physik.uni-regensburg.de

Professor Dr. Georg Pohnert wird - ebenfalls im März 2007 - seine Lichtenberg-Professur am Fachbereich Chemie der Universität Jena aufnehmen; sein Thema: "Dynamic chemical defense reactions of algae: mechanisms and functions". Pohnert setzt dort die Arbeiten fort, die er zuletzt in Lausanne an der École Polytechnique Fédérale durchführte. Im Zentrum seiner Forschung stehen die chemischen Verteidigungsstrategien von Meeresalgen, die im Ozean in hoher Verdünnung wachsen und Bestandteil des Planktons sind. Die Rolle der chemischen Signale im Ökosystem der frei im Wasser treibenden und schwebenden Organismen konnte bisher nicht genau bestimmt werden. Pohnert kombiniert die direkte Analyse der Stoffwechselprodukte in Planktonproben mit ökologischen und genetischen Methoden. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Forschung sind Überlebensstrategien von gigantischen einzelligen Algen, die mehrere Meter lang werden können.

Kontakt
Prof. Dr. Georg Pohnert
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Telefon:03641 948171
E-Mail: Georg.Pohnert@uni-jena.de

Privatdozent Dr. Florian Jeßberger wird ebenfalls ab März als Lichtenberg-Professor am Institut für Kriminalwissenschaften der Humboldt-Universität Berlin zum Thema "Internationales Strafrecht und Strafrechtsvergleichung" arbeiten. Die Professur ist im Grenzbereich der juristischen Disziplinen Strafrecht, Völkerrecht und Europarecht angesiedelt. Sie trägt der Internationalisierung und Europäisierung Rechnung, die auch für das Strafrecht und die Strafrechtswissenschaft große Herausforderungen mit sich bringt. Die Zahl an grenzüberschreitenden Straftaten wächst ebenso wie auf der anderen Seite die Bereitschaft einzelner Staaten, sogar substanzielle Teile ihrer Souveränität - beispielsweise im Zuge des europäischen Einigungsprozesses - abzugeben.

Kontakt
Dr. Florian Jeßberger
Humboldt-Universität Berlin
Telefon: 030 2093 3312
E-Mail: florian.jessberger@rewi.hu-berlin.de

Mit den Lichtenberg-Professuren fördert die VolkswagenStiftung seit dem Jahr 2003 herausragende Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in innovativen Lehr- und Forschungsfeldern. Für fünf bis - im Falle einer positiven Zwischenevaluation - maximal acht Jahre stellt die Stiftung Mittel für W1-, W2- oder W3-Professuren zur Verfügung. Voraussetzung ist, dass die aufnehmende Hochschule die Übernahme erfolgreich evaluierter Professuren garantiert. Bislang hat die VolkswagenStiftung 19 Lichtenberg-Professuren mit insgesamt rund 24 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Weitere Informationen dazu finden Sie unter http://www.volkswagenstiftung.de/foerderung/strukturen-und-personen/lichtenberg-professuren.html.

Kontakt Förderinitiative der VolkswagenStiftung
Fachgebiete der Abteilung für Natur- und Ingenieurwissenschaften, Medizin
Dr. Anja Fließ
Telefon: 0511 8381 - 374
E-Mail: fliess@volkswagenstiftung.de


Geistes- und Gesellschaftswissenschaften
Dr. Marcus Beiner
Telefon: 0511 8381 - 289
E-Mail: beiner@volkswagenstiftung.de

Kontakt
VolkswagenStiftung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christian Jung
Telefon: 0511 8381 - 380
E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de

Der Text der Presseinformation sowie Bilder stehen im Internet zur Verfügung unter http://www.volkswagenstiftung.de/service/presse.html?datum=20070228.

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