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Martina Schönbein auf dem Lehrstuhl für Japanologie

18.02.2003 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Ein Lehrstuhl für Japanologie entstand an der Uni Würzburg im Rahmen der Etablierung eines Zentrums für Asienwissenschaften. Besetzt ist er seit Anfang 2003 mit Prof. Dr. Martina Schönbein.


Martina Schönbein Im Hinblick auf die späteren Berufsfelder der Studierenden legt die neue Professorin großen Wert auf eine solide Sprachausbildung in Wort und Schrift. Für sehr wichtig hält sie zudem die Vermittlung von interkultureller Kompetenz.

Auf den Ausbau der Japanologie als Hauptfach im Magister-Studiengang soll ein Studiengang mit dem Abschluss Bachelor of Arts (BA) folgen. In diesem Zusammenhang ist es beabsichtigt, Partnerschaften und Austauschprogramme mit japanischen Universitäten zu intensivieren oder neu anzubahnen.

Prof. Schönbeins Schwerpunkt in der Forschung liegt auf der populären Kultur von der japanischen Frühmoderne, also vom 16. und 17. Jahrhundert an, bis in die heutige Zeit. Dabei berücksichtigt sie vor allem die aufführenden Künste sowie Aspekte der Intermedialität: Zum Beispiel ergründet sie die Wechselwirkungen zwischen Theater, Kunst und erzählender Prosa, die in Japan in der Regel illustriert war. Die Professorin interessiert sich auch für die Beziehung zwischen Manga-Comics und Zeichentrickfilm (Anime), den beiden dominanten Medien der populären Gegenwartskultur.

Martina Schönbein, die 1958 in Frankfurt am Main geboren wurde, studierte von 1980 bis 1986 Japanologie, Sinologie und Musikwissenschaft an der Universität ihrer Heimatstadt. Mit einem Sprachstipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes hielt sie sich schon während des Studiums in Tôkyô auf. Dort absolvierte sie nach ihrem Magisterabschluss auch einen zweijährigen Forschungsaufenthalt, und zwar in der Abteilung Theaterwissenschaften der Waseda-Universität.

Zurück in Frankfurt promovierte Martina Schönbein 1992 über Chikamatsu Monzaemon (1653-1724), einen der bedeutendsten Dramatiker Japans. Zwei Jahre lang wirkte sie dann als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt mit. Dabei ging es um die Edition und Übersetzung eines reich bebilderten Fortsetzungsromans aus dem frühen 19. Jahrhundert, der - für die damalige Zeit typisch - konfuzianistisch geprägte Inhalte propagiert. 1997 habilitierte sich die Wissenschaftlerin mit einer Arbeit über die Bedeutung und Entwicklung der in der japanischen Lyrik fast obligatorischen Jahreszeitenmotive, durch die Gedichte mit spezifischen Assoziationsgehalten verbunden werden.

Ab 1998 war Martina Schönbein an der Uni Frankfurt als Privatdozentin und Heisenberg-Stipendiatin der DFG mit verschiedenen Forschungsprojekten befasst. Sie untersuchte illustrierte Texte des Kabuki-Theaters und war Mitherausgeberin eines Katalogs mit vormodernen Drucken aus den Beständen der Frankfurter Japanologie, der 2003 erscheinen soll. Außerdem arbeitete sie am Projekt "Kulturwissenschaftliche Aspekte der Tôkaidô-Holzschnittserien" der Universität Köln mit: Dieses beschäftigt sich mit den im 19. Jahrhundert in großer Zahl herausgegebenen Bildserien zu den 53 Stationen dieser wichtigsten Überlandstraße zwischen Kyôto und dem heutigen Tôkyô.

Kontakt: Prof. Dr. Martina Schönbein, T (0931) 888-5518, Fax (0931) 888-5516, E-Mail:
martina.schoenbein@mail.uni-wuerzburg.de
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