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Hochschulen sehen Aufgaben und Chancen bei Studienangeboten für Berufstätige

19.02.2003 - (idw) Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

Mit berufsbegleitendem Studieren hat sich am 18. Februar das Plenum der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Bonn befasst. Die deutschen Hochschulen sollen mit verbesserten Angeboten speziell für teilzeitstudierende Berufstätige der gewachsenen Nachfrage gerecht werden und ihr Angebotsprofil schärfen. Dabei müsse sichergestellt sein, dass die Hochschulen ihren dadurch entstehenden Mehraufwand durch Studiengebühren und Sponsorengelder kostendeckend refinanzieren können.

Der organisatorische Aufwand ist nicht unerheblich: Die berufsbegleitenden Studiengänge bedürfen einer besonderen, vor allem zeitlichen Neu-Organisation. Die Präsenzphasen des Studiums umfassen eigene Veranstaltungen in Blockform, die in der Regel außerhalb der üblichen Vorlesungszeiten angeboten werden müssen. Sie können durch sinnvolle (virtuelle) Fernstudieneinheiten ergänzt werden. Das Präsenzstudium - inklusive Laborpraktika in den Natur- und Technikwissenschaften - wird mit Phasen des Selbststudiums sorgfältig abgestimmt.

Derzeit bieten die deutschen Hochschulen berufsbegleitend 54 weiterführende Studiengänge an sowie 29 Studiengänge, die zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss führen. Der Bedarf liegt nach Überzeugung des HRK-Plenums bereits heute wesentlich höher. In Deutschland und Europa ist seit mehreren Jahren ein tiefgreifender Wandel des Studierverhaltens zu verzeichnen. Bildungsbiographien sind immer häufiger von Unterbrechungen während des Studiums und Phasen der Berufstätigkeit zwischen einzelnen Studien- und Ausbildungsabschnitten gekennzeichnet.

Für das berufsbegleitende Studium bieten sich insbesondere die gestuften Studiengänge (Bachelor/Bakkalaureus und Master/Magister) an. Diese eröffnen den Studierenden zum Beispiel die Möglichkeit, nach einem grundlegenden Vollzeitstudium, das nach drei bis vier Jahren zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss führt, sich berufsbegleitend weiter zu qualifizieren. Master/Magisterstudiengänge werden daher künftig mehr und mehr auf die Anforderungen von Berufstätigen bzw. auf den Bedarf seitens der Arbeitswelt nach stetiger wissenschaftlicher Weiterbildung zugeschnitten sein müssen. Die zunehmende Modularisierung der Studiengänge und Studienangebote (d.h. die Organisation der Studieninhalte in definierten Einheiten aus mehreren Veranstaltungen) wird es den Studierenden erlauben, zertifizierte Module berufsbegleitend zu absolvieren. Wie künftig alle Studienangebote entsprechen sie dem European Credit Transfer System, das den Transfer wie die Akkumulation von Studienleistungen erlaubt, und das das berufsbegleitende Studium damit in den Prozess des "Lebenslangen Lernens" einpasst.
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