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Vorbildliches Kinderbetreuungskonzept der Universität Augsburg

07.03.2007 - (idw) Universität Augsburg

Am 12. März überreicht Wissenschaftsminister Dr. Goppel die mit 25.000 Euro dotierte "Auszeichnung für das beste Konzept einer Hochschule bei der Verwirklichung des Gleichstellungsauftrags" / Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich eingeladen
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Ihre Bewerbung um die vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst ausgelobte "Auszeichnung für das beste Konzept einer Hochschule bei der Verwirklichung des Gleichstellungsauftrags" hat sich für die Universität Augsburg gelohnt: Für ihr Kinderbetreuungskonzept, das sie bei der Verleihungsrunde 2006 eingereicht hatten, werden die Frauenbeauftragte der Universität Augsburg, Prof. Dr. Hildegard Macha, und ihre Mitarbeiterinnen aus dem Frauenbüro zusammen mit Rektor Prof. Dr. Wilfried Bottke die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung am kommenden Montag, dem 12. März 2007, aus den Händen von Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel entgegennehmen. Die Preisübergabe findet ab 17.00 Uhr im Senatssaal der Universität Augsburg (Rektoratsgebäude, Universitätsstraße 2) statt. Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind zur Teilnahme und Berichterstattung herzlich eingeladen. Mit dem Wissenschaftsbetrieb kompatible Kinderbetreuungseinrichtungen seien ein wichtiger Baustein, um das hochschulpolitische Ziel, den Frauenanteil in der Wissenschaft maßgeblich zu steigern, erreichen zu können, schreibt Goppel in der Benachrichtigung über die Auszeichnung für das Kinderbetreuungskonzept der Universität Augsburg. Dieses Konzept sei vorbildlich. Er danke zudem ausdrücklich, so der Wissenschaftsminister weiter, für die mit diesem Konzept und seiner Auszeichnung verbundene Bereitschaft zur Einrichtung einer bayernweiten Service- und Beratungsstelle und zur Entwicklung eines umsetzbaren und für andere Hochschulen adaptierbaren Kinderbetreuungskonzepts.

Frechdachs und IKBU

Mit der "Initiative Kinderbetreuung für Beschäftigte an der Universität Augsburg" (IKBU) und der "Eltern-Kind-Initiative Frechdachs e. V." verfügt die Universität Augsburg seit geraumer Zeit über ein umfangreiches, integriertes und innovatives Kinderbetreuungsangebot sowohl für Studierende als auch für Beschäftigten der Universität Augsburg. Dieses Angebot ist Teil einer "Gender Mainstreaming"-Gesamtstrategie mit insgesamt zehn konkreten gleichstellungspolitischen Maßnahmen, die helfen sollen Frauen im wissenschaftlichen Betrieb zu fördern und zu etablieren und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer und Frauen an der Hochschule zu erhöhen. Flexible und bedarfsorientierte Kinderbetreuungsangebote, die den Eltern unter den Student/inn/en und Mitarbeiter/inn/en optimale Rahmenbedingungen für ihr berufliches Engagement schaffen, sind zentrale Instrumente, um diesem Ziel näherzukommen.

Innovationskrippe "Unibärchen"

Zum Kern des vorbildlichen Kinderbetreuungskonzepts der Universität Augsburg zählt die Kinderkrippe "Unibärchen". Sie wurde im Mai 2005 eröffnet und arbeitet mit einem altersgemischten Konzept auf der Grundlage des bayerischen Bildungs- und Erziehungsplanes. Insgesamt drei Bezugspersonen stehen für die zwölf zu betreuenden Kinder zur Verfügung. Die Trägerschaft hat der gemeinnützige Verein "Eltern-Kind-Initiative Unibärchen e.V." inne, der von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universität bereits im August 2004 gegründet wurde. Dieses Trägermodell garantiert eine höchstmögliche Bedarfsorientierung. Die Krippe wird von der Universitätsleitung, von der Stadt Augsburg sowie von der Regierung von Schwaben finanziell unterstützt.

Ferienbetreuung für Grundschulkinder

Ein zweites zentrales Element ist die Ferienbetreuung für Grundschulkinder. Sie startete mit einem zweiwöchigen Pilotprojekt im Sommer 2004 auf dem Campusgelände. Infolge des auch durch die Evaluation bestätigten erfolgreichen Verlaufs und der starken Nachfrage wurde dieses Angebot verstetigt und weiter ausgebaut. Mit erlebnis- und spielpädagogischen Elementen werden bis zu dreißig Kinder im Alter von fünf bis ca. zwölf Jahren zwischen 8.00 und 17.00 Uhr betreut. Die Betreuung kann von den Eltern flexibel halbtags oder für den ganzen Tag gebucht werden, für gesunde Mahlzeiten wird vor Ort gesorgt. Die Betreuung übernimmt ein Team von Pädagogik-Studentinnen und -studenten die nach einer intensiven und professionellen Schulung die Freizeit auch vorbereiten.

Homepage mit Eltern- und Babysitter-Kontaktforen

Die Homepage der Initiative für Kinderbetreuung an der Universität Augsburg (www.uni-augsburg.de/projekte/gendermainstreaming/ikbu/home/) bietet Eltern ein breites Informationsangebot. Hierzu gehören - neben ausführlichem Informationsmaterial zu den verschiedenen Angeboten der Universität - Informationen zu Betreuungsangeboten in der Stadt Augsburg sowie weitere Hintergrundinformationen. Damit kann die Homepage für die Eltern als Ausgangspunkt für Fragen zu Familie und Beruf genutzt werden.

Wesentliches Element dieses Internetauftritts ist eine Kontaktbörse in Form eines interaktiven Moduls mit zwei Funktionen: Das Kontaktforum "Eltern" bietet diesen die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen. Das Kontaktforum "Babysitting" stellt den Kontakt zwischen Eltern und qualifizierten Babysittern her. Bei letzteren handelt es sich zum großen Teil um ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ferienbetreuungen, die pädagogisch speziell geschult wurden. Das Kontaktforum "Babysitting" ist eines der Module, die aufgrund der Flexibilität der Angebote in hohem Maße kompatibel sind mit dem Betreuungsbedarf der Eltern und dem Wissenschaftsbetrieb.

Multifunkionales "Kinderbüro"

Für Eltern steht ein mit einem Arbeitsplatz ausgestattetes Zimmer zur Verfügung, das bei einem Ausfall der Kinderbetreuung flexibel genutzt werden kann. Dieses Elternzimmer dient zeitweise auch als Beratungsstelle für Mütter und Väter oder es beherbergt als "Kinderbüro" eine Krabbelgruppe mit Kindern unter einem Jahr. Das Zimmer ist mit entsprechender Wickelmöglichkeit ausgestattet und ergänzt das Angebot von weiteren fünf Wickelmöglichkeiten auf dem Campusgelände.

Ausgebaut und bereichert werden konnten all diese Maßnahmen dadurch, dass dem am Institut für Physik der Universität Augsburg angesiedelten DFG-Sonderforschungsbereich 484 im Zuge seiner zweiten Verlängerung auch Mittel für Kinderbetreuungsmaßnahmen bewilligt wurde. Der Augsburger SFB zählte zu den ersten, die in den Genuss dieser Förderung kamen.

Kontinuierliche Evaluation und Weiterentwicklung auf wissenschaftlicher Basis

Die Betreuungsangebote werden im Rahmen der Prozess- und Ergebnisevaluation des universitären Gesamtprojektes "Gender Mainstreaming" kontinuierlich wissenschaftlich evaluiert und weiterentwickelt. Die Ergebnisse dieser Erhebungen sind Grundlage für die Erstellung eines Methodenkoffers "Manual Kinderbetreuung", mit dem die Verstetigung der Maßnahmen gewährleistet und eine Verbreitung über die Universität Augsburg hinaus ermöglicht wird.

Die Einbettung der Kinderbetreuungsmaßnahmen in den wissenschaftlichen Kontext des Projekts "Gender Mainstreaming" hat zum einen zur Folge, dass sich die Angebote nicht in der bloßen Dienstleistung erschöpfen; sie eröffnen vielmehr den partizipierenden Studierenden Möglichkeiten der Qualifizierung und der wissenschaftlichen Profilbildung im Rahmen von Praktika oder von Abschlussarbeiten und Dissertationen. Zum anderen garantiert diese Einbindung auch eine optimale Vernetzung der konkreten Kinderbetreuungsangebote mit notwendigen Veränderungen der Organisationskultur sowie mit konkreten Fördermaßnahmen zur Erhöhung des Anteils an weiblichen Mitarbeiterinnen im wissenschaftlichen Bereich.

Bayernweite Beratungs- und Servicestelle

Von Beginn an sah das eingereichte Konzept vor, im Falle eines Erfolgs das ausgelobte Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro für die Einrichtung einer bayernweiten Beratungs- und Servicestelle "Forum für UniEltern" an der Universität Augsburg einzusetzen. "Auf der Grundlage unserer jetzt vom Wissenschaftsministerium als vorbildlich ausgezeichneten Arbeit auf dem Gebiet der Kinderbetreuung", kündigt Macha an, " werden wir ein Konzept erstellen, das auch von anderen Universitäten in Bayern gut adaptiert und umgesetzt werden kann. Dabei geht es speziell darum, zum einen die notwendigen Rahmenbedingungen für eine mit dem Wissenschaftsbetrieb kompatible Kinderbetreuung transparent zu machen und zum anderen die Studienorganisation im Hinblick auf die Bedürfnisse studierender Eltern zu verbessern."
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Im Falle einer beabsichtigten Teilnahme an der Preisverleihung mit Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel am 12. März 2007 um 17.00 Uhr im Senatssaal der Universität Augsburg werden die Vertreterinnen und Vertreter der Medien gebeten ihr Kommen per e-mail an klaus.prem@presse.uni-augsburg.de anzukündigen.
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Ansprechpartnerin:

Prof. Dr. Hildegard Macha
Frauenbeauftragte der Universität Augsburg
Telefon 0821/598-5560 oder -5145
hildegard.macha@phil.uni-augsburg.de
http://www.uni-augsburg.de/einrichtungen/frauenbeauftragte/
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Mehr zum Gender Mainstreaming-Projekt der Universität Augsburg:

http://www.uni-augsburg.de/einrichtungen/frauenbeauftragte/gendermainstreaming/

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