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Universität Erfurt in die HRK aufgenommen

19.02.2003 - (idw) Universität Erfurt

Die Universität Erfurt ist als stimmberechtigtes Mitglied in die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) aufgenommen worden. Am 17. Februar 2003 beschloss das HRK-Plenum einstimmig die Aufnahme der Universität Erfurt als 263. Mitgliedshochschule.

Damit sei die Universität jetzt auch formell als "vollwertiges Mitglied" in der Wissenschaftslandschaft verankert, begrüßte Präsident Dr. Wolfgang Bergsdorf den Beschluss. Er dankte zugleich dem Rektor der Bauhaus-Universität Weimar, Prof. Dr. Walter Bauer-Wabnegg, der die Universität Erfurt zur Aufnahme in das Gremium vorgeschlagen hatte.

Die Universität Erfurt ist die jüngste deutsche Universität und verfügt zugleich über eine bis ins Mittelalter zurückreichende Tradition. Sie nahm 1392 als dritte Universität auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands den Lehrbetrieb auf, wurde 1816 geschlossen und 1994 neugegründet. Die Universität Erfurt hat sich zu einem Zentrum der Hochschulreform in Deutschland entwickelt. Internationalität, Interdisziplinarität, ein intensives Betreuungssystem, neue Studienkonzepte und -inhalte prägen ihr Profil. So bietet die Universität Erfurt die international üblichen Abschlüsse Baccalaureus Artium (B.A.) und Magister Artium (M.A.) in nahezu allen ihren Studienrichtungen. Im Wintersemester 2002/03 waren insgesamt 3.416 Studierende darunter 165 ausländische Studierende in den vier Fakultäten der Universität Erfurt eingeschrieben.

Der allgemeine Studienbetrieb wurde 1999 mit der neukonzipierten Philosophischen Fakultät aufgenommen. Als Gründungsfakultät hat die Philosophische Fakultät die Aufgabe, neue Wege zur kulturwissenschaftlichen Orientierung der Geistes- und Sozialwissenschaften zu erproben. Dies schlägt sich in der inhaltlichen und organisatorischen Gestaltung des Studiums in den angebotenen Studienrichtungen Geschichtswissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Religionswissenschaft, Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft und Philosophie nieder.

In der Staatswissenschaftlichen Fakultät werden die Studienrichtungen Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Soziologie und Politikwissenschaft, die beiden letzten zusammengefasst als Sozialwissenschaft, in einem integrierten Studienprogramm angeboten. Unter dem Dach einer Fakultät sind die Disziplinen so aufeinander bezogen, dass statt der bloßen Addition von Spezialwissen ein übergreifendes Wissen entstehen kann.

Mit der Integration der Pädagogischen Hochschule in die Universität Erfurt ist die Erziehungswissenschaftliche Fakultät als dritte Fakultät der Universität hinzugekommen. Sie bietet die BA/MA-Studienrichtungen Erziehungswissenschaft mit unterschiedlichen Studienschwerpunkten sowie Lehr/ Lern- und Trainingspsychologie an. Darüber hinaus werden in der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät die Studiengänge für die Lehrämter an Grundschulen, Regelschulen und Berufsbildenden Schulen - zum Teil in Kooperation mit anderen Fakultäten oder Hochschulen - durchgeführt. Es ist geplant, diese Studiengänge im Rahmen eines Modellprojekts zum Wintersemester 2003/04 in die BA/ MA-Struktur zu überführen.

Als vierte Fakultät ist die Katholisch-Theologische Fakultät zum 1.1. 2003 in die Universität integriert worden. Die einzige Ausbildungsstätte für katholische Theologie in den neuen Bundesländern blickt auf eine mehr als 50-jährige Tradition als eigenständige Hochschule zurück. Ihre Studierenden sind für den Diplomstudiengang oder einen Lehramtsstudiengang eingeschrieben.

Eine Besonderheit der Universität Erfurt stellt das Max-Weber Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien dar. Das Kolleg ist eine fakultätsähnliche zentrale Einrichtung für Forschung und Lehre und zeichnet sich durch eine besondere Organisationsform aus, die in der Verbindung von Center for Advanced Study, Forschungsinstitut und Graduiertenkolleg besteht. Es begann seinen Lehr- und Forschungsbetrieb 1998 und hat programmgemäß nach drei Jahren im April 2001 die ersten erfolgreich Promovierten entlassen.

Das grundständige BA-Studium ist berufsorientierend strukturiert. Es umfasst eine einjährige Orientierungsphase und eine daran anschließende zweijährige Qualifizierungsphase. Die Wahl der Fächer kann frei über die Fakultäten hinweg erfolgen. Es ist eine Haupt- und eine Nebenstudienrichtung zu wählen. In das Studium ist ein verpflichtendes Studium fundamentale integriert, in dem den Studierenden insbesondere das den Geistes- und Sozialwissenschaften gemeinsame methodisch-theoretische Grundlagenwissen vermittelt wird. Das BA-Studium wird nach drei Jahren mit dem Grad des Baccalaureus Artium (B.A.) abgeschlossen. Dies ist die Voraussetzung für die Aufnahme eines weiterführenden eineinhalbjährigen Magisterstudiums (M.A.). Daneben bietet die Universität Erfurt Promotionsstudiengänge und Lehramtsstudiengänge sowie seit dem Wintersemester 2002/03 als erste deutsche Universität eine wissenschaftliche Weiterbildung im Bereich Public Policy - einen zweijährigen (gebührenpflichtigen) Studiengang, der mit dem Grad Master of Public Policy (MPP) abschliesst - an.

Die Universität Erfurt ist eine Campusuniversität. Der Neubau einer modernen Bibliothek wurde im Jahr 2000 übergeben. In ihr sind derzeit rund 700.000 Bände, überwiegend in Freihandaufstellung, aufbewahrt. Die "Amploniana" - die berühmte Handschriftensammlung der mittelalterlichen Universität Erfurt - ergänzt den modernen Buchbestand der Universitätsbibliothek. Seit 1999 gehört auch die Forschungsbibliothek Gotha zur Universitätsbibliothek Erfurt. Der Gothaer Bibliotheksbestand umfasst 530.000 Bände, darunter 6.500 abendländische und 3.500 orientalische Handschriften mit einer großen thematischen Breite. Die Universität Erfurt beabsichtigt, die Forschungs- und Landesbibliothek Gotha zu einem internationalen Forschungszentrum für das Alte Buch auszubauen.

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