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Erinnerungskulturen in Deutschland 1930-1990: Gerda Henkel Stiftung fördert Tagung in London

13.03.2007 - (idw) Gerda Henkel Stiftung

Im Mittelpunkt der am 22. und 23. März 2007 vom University College London veranstalteten wissenschaftlichen Konferenz steht die Frage nach den Möglichkeiten, mit denen Menschen aus unterschiedlichen sozialen, generationellen und politischen Hintergründen ihr Leben im Dritten Reich, in der Bundesrepublik und in der DDR gestalteten. Zudem wird danach gefragt, auf welche Weise die verschiedenen Systeme und das eigene Leben erinnert wurden und noch werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Frage, welche ideologischen, politischen und kulturellen Gegebenheiten das individuelle und kollektive Erinnern an die Vergangenheit ermöglichten und auf jeweils spezifische Art formten. Auf einer übergreifenden Ebene soll darüber nachgedacht werden, wie Historiker die Kontinuitäten und Unterschiede in den politischen Strukturen, den Ideologien und den Erinnerungskulturen in Deutschland zwischen 1930 und 1990 rekonstruieren und repräsentieren. Die Zusammenführung namhafter deutscher und britischer Historiker soll zu einem Austausch und einer Reflektion unterschiedlicher (nationaler) Forschungsansätze beitragen, um so die künftige historiografische Arbeit nachhaltig zu befruchten. Aus Deutschland werden u. a. NORBERT FREI (Jena), ARND BAUERKÄMPER (Berlin), ALF LÜDTKE (Erfurt) und DOROTHEE WIERLING (Hamburg) auf der Tagung vortragen und die Diskussionen bestreiten. Unter den britischen Historikern befinden sich IAN KERSHAW (Sheffield), RICHARD BESSEL (York), NICK STARGARDT (Oxford) sowie die verantwortliche Organisatorin der Konferenz, MARY FULBROOK (London).

RAHMENPROGRAMM - DOKUMENTARFILM
Am Endes des ersten Konferenztages findet die öffentliche Premiere des Dokumentarfilmes Behind the Wall: "Perfectly Normal Lives" in the GDR? statt. Dieser Film ist der erste seiner Art, der die Komplexität des Alltagslebens in der DDR in der relativ stabilen Phase vom Mauerbau 1961 bis zum wirtschaftlichen Niedergang und den politischen Unruhen der 1980er Jahre untersucht. Der Dokumentarfilm war Teil eines nun abgeschlossenen Forschungsprojektes zur Frage nach der Normalisation of Rule in der DDR unter der Leitung von Prof. Mary Fulbook, das durch den britischen Arts and Humanities Research Council finanziert wurde. Er basiert auf den in diesem Projekt gewonnenen Forschungserkenntnissen und arbeitet mit Zeitzeugeninterviews, einschlägigem Aktenmaterial und zeitgenössischen Filmsequenzen. Im Anschluss an den Film folgt eine Diskussion, in der Schlüsselfragen der deutschen Zeitgeschichte und der deutschen Identität nach dem Mauerfall erörtert werden sollen.

TEILNEHMER
Neben den Referenten und Chairs der einzelnen Sektionen werden an der Tagung weitere Wissenschaftler, beispielsweise Mitglieder der britischen German History Society und Mitarbeiter der Londoner Universitäten teilnehmen. Daneben bietet die Konferenz für Doktoranden aus Großbritannien und Deutschland die Möglichkeit, mit anderen Historikern in Kontakt zu treten. Auf diese Weise möchte die Konferenz den deutsch-britischen wissenschaftlichen Dialog fördern und aktuelle Debatten zur deutschen Geschichte vor einer größeren Fachöffentlichkeit erörtern.

FÖRDERER
Die Konferenz wird unterstützt vom Deutschen Historischen Institut London, der Gerda Henkel Stiftung (Düsseldorf), der German History Society (London) und dem Marie-Curie-Exzellenzprogramm der Europäischen Kommission.


KONTAKT UND ANMELDUNG FÜR JOURNALISTEN
Christiane Winkler, M.A.
E-Mail: c.winkler@ucl.ac.uk
Tel. (bis 19.3.07): 0049 7532 808242
Tel. ab 20.3. und während der Konferenz: 0044 7891 632 150

VERANSTALTUNGSORT
Konferenz: Deutsches Historisches Institut London, 17 Bloomsbury Square, London WC1A 2NJ
Rahmenprogramm: University College London, Old Refectory, Gower Street, London WC1E 6BT

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