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Textilbeton: Hightech und Ästhetik

14.03.2007 - (idw) Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

RWTH-Ingenieure liefern den Baustoff Textilbeton für BMW-Messestand auf dem Autosalon in Genf Ein Bolide hängt an einer nackten Wand aus Betonplatten: BMW präsentiert in diesem Jahr seine neuesten Modelle in einer nüchtern, puristisch anmutenden Atmosphäre auf dem Internationalen Autosalon in Genf. Dabei wird die innovative Automobiltechnik vor einem Hintergrund aus flächigen Betonelementen hervorgehoben. Wissenschaftler des Instituts für Textiltechnik der RWTH Aachen hatten das Angebot der Aussteller aufgegriffen und zusammen mit der Firma Durapact, Gesellschaft für Faserbeton mbH, diesen Messebereich gestaltet.
Textilbeton lautet denn auch der Name des Werkstoffs, der die Herstellung dünner, sehr stabiler Betonplatten erlaubt. Sie bilden den Boden, die Wände und die Decke des Standes für einen Bereich der BMW-M-Modelle. Die dünnen Platten sind spiegelglatt, der Werkstoff wirkt schlicht und elegant.
Textilbeton ist ein neuartiger Baustoff, der die vorteilhaften Eigenschaften so genannter technischer Textilien kombiniert mit Beton, einem der zentralen Baustoffe moderner Baukunst. Im Jahr 1999 hat die Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der RWTH den Sonderforschungsbereich (SFB) 532 "Textilbewehrter Beton - Grundlagen für die Entwicklung einer neuartigen Technologie" eingerichtet. Koordiniert wird er vom Institut für Massivbau der Hochschule, dessen Leiter Univ.-Prof. Dr.-Ing. Josef Hegger auch Sprecher des SFB ist.
Bislang wurde bereits eine Vorhangfassade aus textilbewehrtem Beton an der Maschinenhalle des Instituts für Massivbau in Aachen realisiert. Momentan arbeiten die Wissenschaftler an einem Fassadensystem aus textilbewehrten Beton-Sandwichplatten. Das Institut für Textiltechnik plant den Institutsneubau INNOTEX, bei dem bundesweit erstmalig diese Bauweise angewandt werden soll. Bei der Herstellung der Ausgangsstoffe für die Bauelemente gelangt wesentlich weniger CO2 in die Umwelt, da erheblich weniger Beton für die dünnwandigen Bauelemente benötigt wird. Der Einsatz von Textilien als Bewehrung schließt die Korrosion aus, die gewöhnlich bei Stahlbeton auftritt. Zudem sind die Betonelemente leicht und zugleich sehr tragfähig.

Infos:
Dr.-Ing. Richard Ramakers, Institut für Textiltechnik der RWTH,
Tel: 0241/80-95625, Fax: 0241/80-92149, E-Mail: ita@ita.rwth-aachen.de

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