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Mr. Roboter nimmt seinen Abschied

19.03.2007 - (idw) Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Mit dem Symposium "Roboter, Roboter ... schwäbisch-international 1969?2007" zu Ehren von Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. mult. Rolf Dieter Schraft wurde der Instituts leiter des Fraunhofer IPA nach insgesamt 39 Dienstjahren für die Fraunhofer-Gesellschaft in den Ruhestand verabschiedet. Der 28. Februar war ein historischer Tag für das Fraunhofer IPA. Die schwäbische Koryphäe der Automatisierungstechnik Prof. Rolf-Dieter Schraft nahm im Kreise von Familie, Freunden und Wegbegleitern seinen Abschied vom aktiven Dienstleben.

Prominenz aus Politik, der Fraunhofer-Gesellschaft und der Automati sierungs technik war angereist, um die Leistungen, die Prof. Schraft in seiner lang jährigen Dienstzeit für das Fraunhofer IPA und die Robotertechnik erbracht hat, mit einem Symposium zu würdigen.

Lothar Späth lobte den Unternehmergeist mit dem Prof. Schraft das Fraunhofer IPA 30 Jahre lang geführt hat. Er sei ein Modell dafür, wie man Fortschritt systematisch betreibt, indem man Innovationen insbesondere in Nischenbe reichen hervorbringt und erfolgreich umsetzt. Die betont praxisnahe Aus rich tung des Fraunhofer IPA sei ein Vorbild für die Ingenieursausbildung und das Prinzip der Leistungsgesellschaft in Deutschland.

Stefan Müller, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der KUKA Roboter GmbH würdigte Prof. Schraft als Pionier der Robotertechnik in Deutschland. Der Fort schritt vom ersten Industrie roboter über die Einführung der PC-basierten Steuerung bis hin zu völlig automatisier ten Fertigungsanlagen mit kooperierenden Robotern oder der gesamte Bereich der Serviceroboter wäre ohne Prof. Schraft nicht möglich gewesen. Dabei unterstrich Müller die lange und erfolgreiche Zusammenarbeit von Fraunhofer IPA und der KUKA Roboter GmbH und erinnerte an die vielen Preise und Auszeichnungen, die Prof. Schraft dafür erhalten hat.

Im Anschluss ergriff der Jubilar selbst das Wort. "Ich bin jetzt Rentner und da ich ausinventarisiert bin, kann ich sagen, was ich will". Das beinhaltete seinen Mitarbeitern für ihre hervorragende Arbeit und Unterstützung zu danken. 39 Jahre hat Prof. Schraft das Schicksal des Fraunhofer IPA wesentlich mitgeprägt, und er ließ es sich nicht nehmen, auf seine persönlichen Meilensteine hinzuweisen. Beispielsweise hat das Fraunhofer IPA unter seiner Ägide 1976 in Berlin eine Projektgruppe gegründet, aus der später das Fraunhofer IPK entstand. Dies sei in der Zeit des Kalten Krieges eine hochpolitische Angelegenheit gewesen, aufgrund der Tatsache, dass einige Institute der Fraunhofer-Gesellschaft verteidigungsrelevante Forschung betrieben. Weitere erfolgreiche Ausgrün dungen folgten in Rostock und Wien. Dabei war stets das Motto zu beachten, "erst Geld verdienen, dann ausgeben".

Auch die Gründung des FPF, des "Fördervereins für Produktionstechnische Forschung" geht auf die Initiative von Schraft zurück. Dieses Projekt liege ihm nicht nur besonders am Herzen, erläuterte Prof. Schraft, ihm bleibe er auch in seinem Ruhestand erhalten. Der Verein bildet ein Netzwerk aus allen promovierten, ehemaligen Mitarbeitern des Fraunhofer IPA und IAO. Prof. Schraft möchte die Förderung und den Ausbau dieses Netzwerkes als Geschäfts führer weiter be treiben. Inzwischen hat das Fraunhofer IPA allein im Bereich Auto matisierung bereits über 150 Dissertationen hervorgebracht. Im Dienste der Nachwuchs för derung möchte er sich auch um seine "Enkel" kümmern und die zukünftige Ingenieurselite heranziehen.

Als letzte Amtshandlung übergab Prof. Schraft den Stab an Prof. Verl, der nun den Bereich Automatisierung am Fraunhofer IPA leiten wird. Prof. Verl ist bereits Professor für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungs ein richtungen an der Universität Stuttgart. Nicht nur Prof. Schraft verspricht sich von dieser Personalunion positive Synergieeffekte für die Forschung. In diesem Sinne wünschte er seinem Nachfolger viel Erfolg.

Ebenfalls zu den Gratulanten zählten natürlich Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer Gesell schaft und die zwei ehemaligen Präsidenten Warnecke und Syrbe. Prof. Bullinger wies darauf hin, dass die Forschung Persönlich keiten wie Prof. Schraft brauche, der in der Lage sei, aus einer Idee eine Innovation zu machen, d. h. sie vom Prototyp zum Serienmodell zu entwickeln. "Der Wille zum Gewinnen", wie Prof. Schraft ihn habe, mache die Forschung in Deutschland international wettbewerbsfähig. Dafür dankte er Prof. Schraft und verlieh ihm die Fraunhofer Medaille.


Prof. Warnecke erinnerte sich gerne an die frühe Zeit mit Prof. Schraft, als das Fraunhofer IPA noch zwölf Mitarbeiter umfasste und eher einer Tüftler werkstatt glich als einem Forschungsinstitut. Er bedankte sich für die Unter stützung während dieser wichtigen Aufbauphase ? ohne Prof. Schraft wäre das Fraunhofer IPA nicht das geworden, was es heute ist.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Hubert Grosser M. A.
Telefon: +49(0)711/970-1177, E-Mail: grosser@ipa.fraunhofer.de

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